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Göttingen Bauausschuss macht Weg frei für Porta-Möbelhaus an der A7
Die Region Göttingen Bauausschuss macht Weg frei für Porta-Möbelhaus an der A7
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13:16 06.12.2019
So soll das neue Porta-Möbelhaus zwischen Grone und Groß Ellershausen aussehen. Quelle: Stadt Göttingen
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Göttingen/Groß Ellershausen

Der geplante Bau eines Möbelmarktes zwischen Grone und Groß Ellershausen rückt ein weiteres Stück näher. Mit der Änderung des Flächennutzungsplans „Am Talsgraben“ und endgültigem Bebauungsplan hat der Bauausschuss des Rates der Stadt Göttingen planungsrechtlich den Weg weiter geebnet. Dagegen gibt es aber auch Kritik – vor allem im Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren.

Der Flächennutzungsplan soll geändert werden, weil auf der Fläche nördlich der Dransfelder Straße „die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau von großflächigem Einzelhandel geschaffen werden soll“, geht aus der Verwaltungsvorlage für den Bauausschuss hervor. Dahinter verbirgt sich die Ansiedlung des Möbelhauses Porta.

Seit dem Jahr 2005 ist die Ansiedlung eines Möbelhauses am Stadtrand in der Planung, erläuterte Stadtplaner Hervé Lopez. Eine Studie habe damals ergeben, dass in Göttingen eine Unterversorgung bestehe.

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Zehn Prozent Randsortiment

In der Kritik steht dabei der Plan des Betreibers, 2500 Quadratmeter Fläche für Randsortiment vorzusehen, Ware also, die nicht Mobiliar ist wie beispielsweise Porzellan. Erlaubt sind allerdings eigentlich nur 800 Quadratmeter. Die Göttinger Stadtplaner unterstützen die vergrößerte Fläche und rechnen vor: 25000 Quadratmeter Fläche darf Porta bauen, zehn Prozent davon können für das Randsortiment genutzt werden. Vergleichbare Häuser seien deutlich kleiner und dürften ebenfalls zehn Prozent für Randsortimente nutzen, bei 8000 Quadratmetern Gesamtfläche 800 Quadratmeter.

Zudem sei laut Lopez berücksichtigt worden, dass die Ansiedlung eine Möbelmarktes keine negativen Auswirkungen auf Grund- und Mittelzentren wie Northeim und Witzenhausen habe. Auf den innerstädtischen Handel wirke eine solche Ansiedlung nicht, meinte Lopez, nur bedingt auf Möbelhäuser, die allerdings in den Randgebieten und nicht in den Zentren zu finden seien.

Photovoltaik statt Dachbegrünung

Kritik äußerte Ratsherr Francisco Welter-Schultes (Piraten). Er mahnte eine nicht vorgesehene Dachbegrünung an. Das habe der Möbelhausbetreiber abgelehnt, dafür aber eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert., antwortete Lopez. Das allerdings reichte Welter-Schultes nicht. Die Stadt müsse Vorgaben machen, an die sich ein Investor zu halten habe.

Die abschließende Abstimmung über die Änderung des Flächennutzungsplans verlief schließlich einmütig. Alle Mitglieder des Ausschusses stimmten dafür. Mehrheitlich winkte das Gremium auch die Änderung des Bebauungsplans durch. Lediglich Edgar Schu (Ratsgruppe Linke/ALG) enthielt sich. Der Rat soll nun in seiner Sitzung am Freitag, 13. Dezember, endgültig über den Bau des Möbelhauses entscheiden.

Ortspolitiker fürchten Verkehrsstau

Räumlich betrachtet liegt das Areal westlich der Autobahn A7 unmittelbar am Ortsrand von Groß Ellershausen. Dort sind die Möbelmarkt-Pläne politisch umstritten: Während der jüngsten Sitzung des Ortsrates für Groß Ellershauen, Hetjershausen und Knutbühren am Mittwoch gab es drei Stimmen gegen den Bebauungsplan, drei dafür und eine Enthaltung.

Die Ja-Stimmen kommen aus den Reihen der SPD. Nur ihre Genossin und zugleich Ortsbürgermeisterin Heidrun von der Heide enthielt sich nach eigenen Angaben der Stimme. Grundsätzlich sei ihre Partei froh, dass nach langen Verhandlungen jetzt ein kleinerer Möbelmarkt dort gebaut werde, als zunächst vorgesehen. Eine weitere Verzögerung des B-Planes könne dazu führen, dass Porta abspringt und wieder neue Investoren mit größeren Plänen kommen, so von der Heide.

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CDU befürchtet massive Verkehrsprobleme

Die CDU hingegen kritisiert die Pläne für den Talsgraben. Für Groß Ellershausen habe das Großprojekt keine Vorteile, erklärte der Fraktionsvorsitzende Michael Kupke. Stattdessen fürchte seine Partei massive Verkehrsprobleme auch am Ortseingang und auf der Strecke nach Göttingen, wenn dort einmal großer Kundenbetrieb herrscht. Dafür gebe es kein abgestimmtes Konzept, „und wir sehen ja jetzt schon täglich am Kauf Park, was das bedeutet“, so Kupke. Hinzu komme die weitere Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen, die die CDU ablehne.

Abschließend entscheidet der Rat. Er tagt am Freitag, 13. Dezember, um 16 Uhr im neuen Rathaus.

Stiftung gegründet

Ende 1965 wurde das Unternehmen Porta Möbel gegründet, das inzwischen Birgit Gärtner und Achim Fahrenkamp in zweiter Genration führen. Die Firmenzantrale hat ihren Sitz in Porta Westfalica. 1976 wurde die erste Filiale in Isernhagen-Altwarmbüchen eröffnet. Derzeit hat das Unternehmen 24 Filialen. Etwa 8000 Beschäftigte arbeiten nach Angaben der Firma für die Möbel-Gruppe. Die Andreas Gärtner-Stiftung – Hilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – wurde von porta-Gründer Hermann Gärtner im Jahre 1993 ins Leben gerufen – und nach seinem schwerstbehinderten Sohn benannt. Die Stiftung hilft seitdem geistig behinderten Menschen und ihren Familien. Zudem unterstützt die Stiftung Einrichtungen wie die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.

Von Peter Krüger-Lenz und Ulrich Schubert

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