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Göttingen Göttinger „Dönermeile“ soll schöner werden
Die Region Göttingen Göttinger „Dönermeile“ soll schöner werden
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19:04 04.12.2019
Nach und nach soll die nördliche Weender Straße aufgewertet werden. Wahrscheinlich 2023 wird auch der Straßenbelag erneuert, was stellenweise sichtlich nötig ist. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Der im Volksmund als „Dönermeile“ bezeichnete Abschnitt in der Weender Straße soll städtebaulich aufgewertet werden. Eine striktere Parkordnung mit Halteverbot ist bereits umgesetzt worden, jetzt sollen noch Anpflanzungen folgen und das Installieren von Fahrrad-Abstellmöglichkeiten. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses ist dem Projekt zugestimmt worden. Realisiert werden soll es Anfang des kommenden Jahres.

Die Umgestaltung der Strecke zwischen Carré und Uni-Auditorium ist Anliegen der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. Bereits im November 2018 hatten die Christdemokraten darauf gedrungen, in der nördlichen Weender Straße eine verkehrliche Neuordnung in Angriff zu nehmen. Es müsse mehr Übersichtlichkeit im Verkehrsfluss entstehen und bedenklichen Entwicklungen in Bezug auf die Sicherheit im öffentlichen Raum entgegengewirkt werden, hieß es. Weiterhin soll der gesamte Abschnitt im Rahmen des Konzeptes „Sanierung nördliche Innenstadt“ eine neue Straßenoberfläche erhalten, Baubeginn soll 2023 sein.

Ein Meer an abgestellten Drahteseln

Kritisiert wird von Seiten der Politik und von ansässigen Händlern eine oft zu beobachtende Vermüllung und Unsauberkeit des Bereiches. Auch in Hinsicht der hier abgestellten Fahrräder, die vor dem Carré gegenwärtig ein Meer an geparkten Drahteseln bilden, gibt es Kritik. Zusätzliche Fahrradbügel sollen die Situation entspannen helfen. Ein Konzept der Stadtverwaltung sieht vor, dass große Pflanzkübel mit jungen Bäumen aufgestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Straße erneuert ist, sollen die Schattenspender dann in den Erdboden eingelassen werden.

Eigentlich schön, dass so viele mit dem Fahrrad in die Innenstadt kommen - das Abstellwirrwarr am Carré wirkt aber unschön. Quelle: Meinhard

CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein äußerte im Bauausschuss Sorge um das Gedeihen der jungen Bäume, die möglicher Weise beschädigt werden könnten. Ein Argument, dem auch Ratsherr Volker Grothey (SPD) zustimmte. Karen Hoffmann vom Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung sieht das anders: „Für uns ist es städtebaulich wichtig, Grün mit hinein zu bringen“, sagte sie. „Das ist der wesentliche Einzug für Studenten in die Stadt“, verwies Dagmar Sakowsky auf die unmittelbare Nachbarschaft des Uni-Campus. Bislang sei dieses Portal keine Visitenkarte für Göttingen, da könnte Begrünung vieles gut machen, meinte die grüne Beigeordnete.

Umgestaltung ist eine Zwischenlösung

Wenn schon Bäume, dann einheimische Arten, betonten FDP-Fraktionschefin Felicitas Oldenburg und Ratsherr Francisco Welter-Schultes (Piraten). Und: Nachts sollte durch das Ausfahren von Pollern „rücksichtsloser Autoverkehr“ aus der Innenstadt herausgehalten werden. Für die CDU ist es zudem wichtig, dass Busfahrer in der Weender Straße eine für sie entspannte verkehrliche Situation vorfinden, anstelle eines „gefährlichen und stressigen Engpasses“. Die nun erfolgende Umgestaltung sei eine erste Zwischenlösung – der Abschnitt soll also nach und nach schicker werden.

Olaf Feuerstein hat sich nach dem Bauausschuss auch mit den Pflanzkübeln anfreunden können, damit werde eine angenehmere Atmosphäre geschaffen, schätzt er ein. „Wir sind sehr zufrieden mit der Verwaltungsvorlage zu unserem Antrag. Das ist ein großer Erfolg für diesen Hotspot, den sich die CDU zu Recht auf die Fahnen schreiben darf“, so Feuerstein. Mit der neuen Parkordnung hätten Lieferanten bis 11 Uhr dennoch die Möglichkeit, vormittags in der ausgewiesenen Ladezone auszuladen.

„Einige inhabergeführte Geschäfte“

Bei der Händlerschaft trifft das Projekt auf Wohlwollen. Durchaus ein Dorn im Auge ist Kerstin Skiba-Hunkel, sie ist Inhaberin eines Friseursalons, die gastronomische Bestuhlung des Gehweges. Damit biete sich ein Blick der Unaufgeräumtheit. Irgend ein Abfall liege hier immer herum, eine schön gestaltete Straße jedoch, so ihre Hoffnung, würde dazu verleiten, pfleglicher mit ihr umzugehen. „Ich finde es zudem unpassend, die Straße auf eine ’Dönermeile’ zu reduzieren. Hier gibt es schließlich noch einige inhabergeführte Geschäfte“, betont Skiba-Hunkel.

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„Man muss hier etwas tun – und alles was schöner wird, ist immer gut“, bekräftigt Annette Lutze, die in der Weender Straße gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Bäckerei nach traditioneller Art betreibt. Sie gibt aber auch zu bedenken, dass es für ihr Geschäft wichtig ist, dass Kunden mit dem Auto wenigstens für kurze Zeit parken können. „Man muss eben auch immer die andere Seite sehen“, kommentiert sie die rigide Parkordnung und die Reduzierung von Stellplätzen.

„Waageplatz hat großes Potenzial“

Die Interessenvertretung der Innenstadthändler Pro-City begrüßt die Pläne des Sanierungsgebietes Innenstadt Nord ausdrücklich. Das Weender Tor als Eingangssituation mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Verkehren sollte gestalterisch aufgewertet werden. „Für alle Verkehrsteilnehmer muss es ausreichend und ansprechend gestalteten Raum geben. Das eingerichtete Halteverbot funktioniert nur nicht – oder nur mit ständigen Kontrollen“, so Geschäftsführerin Frederike Breyer.

Die geplante Umgestaltung mit Fahrradabstellmöglichkeiten und einer optischen Aufwertung erhöhe die Aufenthaltsqualität. „Auch der Waageplatz hat großes Potenzial durch eine Umgestaltung, die beispielsweise durch Strom- und Wasseranschlüsse mehr Veranstaltungen ermöglicht, noch häufiger genutzt zu werden. Nach wie vor ist hier für die Attraktivität des Platzes eine Nutzung der Stockeleff Mühle von zentraler Bedeutung“, führt Breyer weiter aus.

Verstärkt auf Streife

Die Göttinger CDU-Ratsfraktion hatte Ende 2018 beantragt, zunächst mit einfachen Markierungen den Verkehrsraum im nördlichen Teil der Weender Straße neu zu sortieren. Später soll dann zwischen Auditorium und Fußgängerzone der gesamte Bereich neu gestaltet werden. Als Zwischenlösung hat die Verwaltung am 21. November dieses Jahres den Vorschlag unterbreitet, auf der Westseite eine Ladezone auszuweisen und auf der Ostseite über die ganze Länge Fahrradbügel zu montieren. Mitarbeiter des Ordnungsamtes gehen nach Einschätzung der CDU-Fraktion jetzt verstärkt auf Streife, um die Parkordnung zu überwachen. So ist auf der einen Seite der Straße ein Halteverbot ausgeschildert worden, auf der anderen Seite gibt es eine Ladezone für Lieferfahrzeuge.

Von Ulrich Meinhard

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