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Göttingen Göttinger Ehepaar sammelt Geld für Überlebende des Holocaust
Die Region Göttingen Göttinger Ehepaar sammelt Geld für Überlebende des Holocaust
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12:00 26.02.2020
Die Corvinusgemeinde ist Gastgeber des traditionellen Osteuropasonntags, den das Organisationsteam in diesem Jahr am 1. März veranstaltet. Quelle: Heller
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Göttingen

Beim traditionellen Osteuropasonntag der Evangelisch-lutherische Corvinusgemeinde steht das Baltikum im Mittelpunkt. Beginn der Veranstaltung am Sonntag, 1. März, ist um 10 Uhr in der Kirche an der Grotefendstraße 36. Nach dem Gottesdienst wird ein Informationscafé eröffnet. Mitglieder der Corvinuskantorei werden singen.

Das Osteuropasonntag-Team mit Christine Reh (Partnerschaftskreis der Corvinusgemeinde), Bischof (i.R.) Rolf Koppe und Pastor (i.R.) Ludger Gaillard haben „zwei verschiedene Pfade“ zur Annäherung ans Thema vorbereitet: Hanna Middelmann werde über Holocaust-Überlebende in Lettland und Litauen berichten – und die estnische Kirchenmusikerin und Theologin Kristel Neitsov-Mauer soll von der evangelisch-lutherischen Kirche in Estland erzählen, so Reh. Neitsov-Mauer werde am Sonntag berichten und den Besuchern „estnische Lieder nahebringen, auch Kirchenlieder“, so Reh. Beide Referentinnen seien zu Gesprächen mit Besuchern bereit.

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Freundeskreis sammelt eine Million Euro für Holocaust-Überlebende

Das Göttinger Ehepaar Hanna und Wolf Middelmann habe 1993 in der TV-Sendung Panorama gehört, dass 133 ehemalige Angehörige der lettischen Waffen-SS aus der Bundesrepublik eine Kriegsversehrtenrente bezogen, ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge „aber keinen Pfennig“ erhalten hätten. „In unermüdlicher Recherchearbeit haben sie die Holocaustüberlebenden aufgesucht, ihr Schicksal dokumentiert und mit einem ,Freundeskreis für die Holocaust-Überlebenden im Baltikum’ mehr als eine Million Euro Spenden gesammelt, die sie persönlich in unzähligen Besuchen überbrachten“, so Reh. Nach dem Tod ihres Mannes im vergangenen Jahr wolle Middelmann dessen Arbeit fortsetzen.

Von Stefan Kirchhoff