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Göttingen Privatkameras überführen Einbrecherbande
Die Region Göttingen Privatkameras überführen Einbrecherbande
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00:21 23.02.2019
Ein kleiner Teil des Diebesguts. Quelle: Polizei/r
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Göttingen

Zwar bewegen sich die Fallzahlen bei Wohnungseinbrüchen für das Jahr 2018 „nach wie vor unter dem Niveau der Vorjahre“, erklärt Polizei-Sprecherin Jasmin Kaatz. Aber: Für Dezember habe die Polizei „eine signifikante Steigerung im Vergleich zu den Vormonaten“ registriert. Dies sei auf die Taten der jetzt gefassten Bandenmitglieder zurückzuführen.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen, erläutert Kaatz, sei die Bande vermutlich auch erst seit Dezember aktiv gewesen. Gezielte Ermittlungen gegen die Tatverdächtigungen seien Anfang Januar dieses Jahres eingeleitet worden.

Private Kameras

Ein großer Schritt nach vorn gelang der Polizei vor einigen Wochen auf dem Hagenberg. Ein Hausbesitzer hatte auf seinem Grundstück mehrere private Überwachungskameras installiert. Als die Einbrecher dort auf der Bildfläche erschienen, wurde auf dem Smartphone des Hausbesitzers über eine spezielle App Alarm ausgelöst, bestätigte Kaatz. Der Mann alarmierte umgehend die Polizei.

Als die Polizei sofort danach am Haus auftauchte, waren die misstrauisch gewordenen Täter allerdings schon verschwunden. Laut Tageblatt-Informationen zeigen Kamerabilder, wie sie in aller Seelenruhe die Straße entlang gehen. Auf dem Weg deckten sie noch eine weitere Kamera mit einem Tuch zu.

Scharfe Bilder

Doch das nützte nichts mehr. Die Videoaufnahmen waren derart scharf, dass die Täter sehr gut erkennbar waren. Mit weiteren Ermittlungen konnte die Polizei die Täter dann identifizieren und festnehmen.

Festnahmen gab es unter anderem in einem Haus an der Königsallee. Dabei wurde einer der mutmaßlichen Täter leicht am Kopf verletzt, bestätigt Kaatz. Er wurde im Polizeigebäude ärztlich versorgt. Die Durchsuchungen am 6. und 12. Februar galten neun Wohnungen und einem Zimmer in einem Hotel im Göttinger Stadtgebiet, einer Wohnung im Landkreis Northeim und einem Wohnhaus in Lemshausen. Bei den Festgenommenen handelt es sich unter anderem um Albaner.

Unmengen Diebesgut

Große Mengen von Diebesgut fanden die Beamten unter anderem auf der Ladefläche eines in Rosdorf überprüften Mercedes Sprinter-Kleintransporters – darunter 16 hochwertige, in Bettlaken verpackte Mountainbikes und Elektrofahrräder im geschätzten Gesamtwert von mehr als zehntausend Euro. Die gestohlenen Räder waren zum Teil bereits in ihre Einzelteile zerlegt.

Ein weiteres großes Diebesgut-Konvolut war nach Tageblatt-Informationen in der Wohnung in Lemshausen versteckt – darunter sehr hochwertige Gegenstände, wie Schmuck, Tafelsilber oder Uhren. Bei dieser kam so viel Diebesgut zu Tage, dass der Abtransport zum Dienstgebäude mit einem Klein-Lastwagen abgewickelt werden musste.

Die Polizei nimmt an, dass die Gegenstände aus etlichen Einbrüchen im Bereich Göttingen, Northeim, Herzberg und Duderstadt stammen. Weitere Tatorte vermutet die Polizei in Thüringen, Nordhessen und darüber hinaus.

Dreistellige Zahl von Einbrüchen

Wegen der immensen Menge an Diebesgut geht die Polizei schon jetzt davon aus, dass die Festgenommenen für eine dreistellige Anzahl von Einbrüchen verantwortlich sind. Die Ermittler vermuten, dass die umfangreiche Beute ausschließlich aus Wohnungseinbrüchen stammt, nicht aber aus Einbrüchen in Geschäfte oder Betriebe. Allerdings sei die Zuordnung des Diebesguts noch nicht abgeschlossen.

Untersuchungshaftbefehle gibt es gegen eine Frau (37 Jahre) und vier Männer (25, 26, 27, 35 Jahre) verschiedener Nationalitäten, unter anderem wegen des Verdachts der Bandenhehlerei. Die Festgenommenen sitzen inzwischen in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten ein. Die Polizei geht von zwei voneinander getrennt zu betrachtenden Tätergruppen aus, deren Mitglieder bei ihren Taten jeweils in unterschiedlicher Zusammensetzung agierten.

Von Matthias Heinzel

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