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Göttingen Göttinger Firmengruppe Bruno Briese seit 50 Jahren am Markt
Die Region Göttingen Göttinger Firmengruppe Bruno Briese seit 50 Jahren am Markt
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08:00 24.08.2019
Seit 1969 ist Bruno Briese Unternehmer. Er hat seinen 80. Geburtstag und das 50-jährige Bestehen der gleichnamigen Firmengruppe gefeiert. Quelle: Hartwig
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Göttingen

Der Göttinger Unternehmer Bruno Briese hat im August seinen 80. Geburtstag gefeiert. Gleichzeitig ist er mit seiner Firmengruppe im Bereich Wohnungsverwaltung seit 50 Jahren bundesweit am Markt.

Briese eröffnete 1969 an der Groner Straße 40 in der City sein erstes Büro – eine Ein-Mann-Firma. Das Leistungsspektrum: „Immobilienvermittlung und -Verkauf und Wohnungsvermittlung“. 1971 wechselte er ins Haus Friedrichstraße 2, übernahm ein Immobilienbüro, dessen Inhaber in den Ruhestand gegangen sei. Jetzt hatte er einen Mitarbeiter. „Dann habe ich die Immobilie Jüdenstraße 1 gekauft, mein Büro dort weiterbetrieben, das Haus 1976 abgerissen und neu aufgebaut. Mittlerweile hatte ich sechs Mitarbeiter.“ Das Leistungsprofil: „Umfangreiche Hausverwaltung in Göttingen“ – im Auftrag der Eigentümer.

1984 kaufte Briese das Göttinger Großimmobilie Idunazentrum

1984 „gelang mir der große Schlag“, sagt Briese heute zum Kauf des Iduna-Zentrums. Er erwarb „beide Bürohäuser, 400 Wohnungen, Einkaufszentrum und Tiefgarage“. Eine Premiere: „Zum ersten Mal habe ich eigene Wohnungen vermietet.“ Aber nicht an Studenten, obwohl der Campus gegenüberliegt: „Die Wohnungen waren zu groß, und selbst die Ein-Zimmer-Apartments mit 40 Quadratmetern zu teuer.“

Die Prager Schule zog ein; später die Private Hochschule – zu dem Zeitpunkt war Briese allerdings nicht mehr im Besitz der Immobilie. Bereits 1992 hatte er fast den gesamten Komplex veräußert. „Bis auf das kleinere Bürohaus, das habe ich behalten. Hier haben wir heute unseren Sitz.“ Der Verkauf sei an eine „Grundstücksgesellschaft in Stuttgart“ erfolgt. „Sie haben die Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt und als Bauherrenmodell verkauft.“ Drei Jahre später sei er mit seinem Büro der Göttinger Hausverwaltung ins Iduna-Zentrum eingezogen.“

Eines der größten deutschen Wohnungsverwaltungsunternehmen

Mitte der 90er-Jahre habe der „Verwaltungsbestand stark zugenommen. Ich hatte Zweigbüros. Das erste hatte ich schon 1975 in Braunschweig eröffnet.“ Später seien Filialen in „Bonn-Düsseldorf, Darmstadt-Mannheim, Oldenburg, Berlin“ hinzugekommen. Das Geschäft schien weiterhin zu boomen. Brieses Firma zählte in diesem Zeitraum zu den größten deutschen Wohnungsverwaltungsunternehmen.

Aber Schein trog: „1998 hatte ich mich übernommen.“ Das Geschäft „mit Generalvermietungen“ sei eingebrochen. „Es gab einen Knick in der Vermietungswirtschaft. Ich musste mit meiner Generalvermietungsfirma Insolvenz anmelden.“ Die Mietpreise seien damals „deutlich gesunken, weil es in der Hochzeit der Bauherrenmodelle eine Wohnungsschwemme gab. Es war nicht mehr möglich, Generalvermietungen zu erwirtschaften. Ich fiel in Insolvenz.“

Insolvenz: „großen Wohnungsbestand abgegeben“

Briese sagt: „Ich habe einen großen Wohnungsbestand von mir abgegeben, um die Insolvenz aufzufangen. Ich habe alles geschafft.“ Gegen Briese liefen „zwei Gerichtsverfahren. Ein Freispruch. Und einmal habe ich eine Geldstrafe gezahlt, weil ich in diesem sehr komplexen Insolvenzverfahren zu spät etwas angemeldet habe.“ Die Insolvenz der Grundstücksgesellschaft sei noch nicht abgeschlossen, sie „läuft seit 20 Jahren“.

Briese betont, seine anderen Firmen inklusive der Göttinger Hausverwaltung„hatten mit der Insolvenz nichts zu tun“. Seit Anfang der 2000er-Jahre hätten sich seine Geschäfte konstant entwickelt. Die Filialen in Niedersachsen, West- und Süddeutschland zählten weiterhin zur Firmengruppe. Der „Geschäftsbestand“ habe sich kaum verändert: „Wohnungsverwaltung und zum Teil Vermietung, weiterhin für Privatinvestoren und Fondsgesellschaften, auch Großanlagen mit 200, 300 Wohneinheiten.“

„Mein Enkel steht in den Startlöchern, er sagt, er will auf Papas Stuhl“ (v.l.) sagt Bruno Briese, hier während der Geburtstagsfeier mit Enkel Bastien und Sohn Michael Briese. Quelle: r

Täglich viereinhalb Stunden Arbeit am Schreibtisch

Zur Gruppe gehören sechs Firmen – darunter das bundesweit tätige Immobilienverwaltungsunternehmen Pro Immobilia mit Sitz in Göttingen(mit „nahezu 20 000 Verwaltungseinheiten“) und die Göttinger Hausverwaltung („GöHv“), deren Geschäftsführer Horst Christian Rathei ist; Hauptgesellschafter der „GöHv“ sei Brieses Sohn Michael Briese (45). Der 80-Jährige bezeichnet sich als „einer von 140 Mitarbeitern“ – sein Arbeitsspektrum: „Verwaltung von Objekten und des Immobilienbestands unserer Familie.“ Täglich von 10 bis 12.30 und von 15 bis 17 Uhr arbeitet er am Schreibtisch. „Ich hänge an der Firma, das ist mein Kind. Das kann ich nicht einfach weggeben.“

Spenden zum Geburtstag: 10 000 Euro für das neue Kinderhospiz

Der 80-Jährige Briese arbeitet weiterhin in der Firmengruppe: „Ich fühle mich fit, habe viel Sport gemacht.“ Im Alter von 50 Jahren habe er begonnen Marathon zu laufen – die großen Events: „New York, Boston, Kapstadt, London, Berlin, immer in den Metropolen.“ Die kennt er zum Teil von seinem ersten Hobby: Briese ist seit 40 Jahren Mitglied im Freundeskreis der Fußball-Nationalmannschaft, der die Sepp-Herberger-Stiftung unterstützt. Der Kreis habe bundesweit „etwa 150 Mitglieder, 15 bis 20 fliegen mit zu den Turnieren“. Briese hat bislang zwölf Weltmeisterschaftsendrunden besucht.

Zu seiner Geburtstagsfeier seien „alle Mitarbeiter aus Göttingen“ gekommen – ohne Geschenke, stattdessen füllten sie eine Spendenbox: „6000 Euro sind zusammengekommen, die erhöhe ich auf 10 000.“ Briese will das Geld in der letzten Augustwoche der DRK-Schwesternschaft überreichen, dem Betreiber des zukünftigen Göttinger Kinder- und Jugendhospizes „Sternenlichter“. Briese ist seit Kurzem Mitglied des Fördervereins – „nachdem ich einen Artikel darüber im Göttinger Tageblatt gelesen habe“.

Von Stefan Kirchhoff

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