Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Ein Drittel der Flüchtlinge in Arbeit
Die Region Göttingen Ein Drittel der Flüchtlinge in Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:17 11.01.2019
Ein geflüchteter Schneider aus Pakistan justiert eine Nähmaschine. Quelle: epd
Göttingen

Dennoch verlaufe die Integration der Flüchtlinge in Göttingen und Umgebung in den Arbeitsmarkt ziemlich erfreulich, sagt Annabel Konermann, die bei Bonveno für den Bereich Ehrenamt und Integration verantwortlich ist. Und das, obwohl den weitaus meisten Flüchtlingen Dokumente wie Urkunden, Ausbildungsbescheinigungen, Zeugnisse und ähnliche Papiere fehlte, ohne die auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum etwas geht.

Unter den von Bonveno betreuten Flüchtlingen befinden sich unter anderem Agraringenieure, Autolackierer, Bäcker, Baggerfahrer, Banker, Bauingenieure, Biochemiker, Buchhalter, Bügler, Busfahrer, Elektriker, Elektroingenieure, Fliesenleger, Glaser, ein Goldschmied, Hotelgehilfinnen, Informatiker, IT-Manager, IT-Hardware-Reparateur, IT-Ingenieur, Kfz-Mechaniker, Köche, Krankenpfleger, Lagerlogister, Maurer, Mechatroniker, Politikwissenschaftler, Rechnungsprüfer, Schauspieler, Schneider, Schweißer, ein Stuckateur, Taxifahrer, Zahnärzte, Zahntechniker und Zimmerleute (vollständige Bonveno-Liste siehe Kasten).

Anträge auf Arbeitserlaubnis

Etwa ein Drittel der von Bonveno betreuten Flüchtlinge habe mittlerweile Arbeit oder machen eine Ausbildung unabhängig vom Asylstatus, erklärt Konermann: „Wenn ein Geflüchteter einen Arbeitsplatz gefunden hat und keine Aufenthaltserlaubnis hat, muss er einen Antrag auf Arbeitserlaubnis stellen. Und der wird in den meisten Fällen positiv beantwortet.“

Bei den Medizinern unter den Flüchtlingen stünden mittlerweile so gut wie alle im Beruf. Konermann: „Die haben sich alle wahnsinnig angestrengt, um die auf dem deutschen Arbeitsmarkt geforderten Qualifikationen gegebenenfalls nachzuholen.“ Und die Pakistanis, die in der Regel eine sehr schlechte Bleibeperspektive haben, „arbeiten fast alle“.

Andere Berufskultur

Viele Flüchtlinge hätten allerdings Probleme, in den deutschen Arbeitsmarkt einzusteigen, meint Konermann, die seit Jahren Flüchtlingen bei der Arbeitsplatzsuche zur Seite steht. Die Gepflogenheiten in den Herkunftsländern seien sehr häufig ganz anders als in Deutschland. Während hier eine stark formalisierte Ausbildung mit festgefügten Berufsbildern einschließlich eindeutiger Bezeichnungen vorherrschten, verliefen die beruflichen Werdegänge in diesen Ländern häufig völlig anders – über Beschäftigungen bei Verwandten oder über persönliche Empfehlungen.

Außerdem, so Konermann, die wie ihre Kollegen beim Lebenslauf schreiben, beim Bewerben und bei der Arbeitssuche hilft, seien Flüchtlinge nur selten gewohnt, sich selbst auf die Arbeitsplatzsuche zu machen – auch wegen eines häufig fehlenden Selbstbewusstseins der Kandidaten. Geschehe dies aber, sagt die Bonveno-Mitarbeiterin, seien die Flüchtlinge häufig sehr angetan davon, wie sie von ihren potenziellen Arbeitgebern beispielsweise bei Vorstellungsgesprächen empfangen würden. Konermann: „Dabei erleben wir, dass die Betriebe meist sehr positiv eingestellt sind gegenüber geflüchteten Arbeitskräften.“

Von Matthias Heinzel

Das Landgericht Göttingen hat einen 68-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Bewohner eines Pflegeheims hatte eine Mitbewohnerin sexuell genötigt.

11.01.2019

Vier Studenten aus Süddeutschland fahren mit zwei Citroën 2CV durch Russland und Osteuropa: Jetzt ist die schwarz-gelb gestreifte Tigerente im Einbecker PS.Speicher zu sehen.

13.01.2019
Göttingen Städtischen Bauausschuss - Ringen ums Städtische Museum

Die Zukunft des Städtischen Museums und des Gebäudekomplexes am Ritterplan waren Thema im Bauausschuss am Donnerstag. Die CDU konnte dabei ihren Antrag durchsetzen, im laufenden Jahr 300000 Euro für die Planung der Sanierung der historischen Bauten bereitzustellen.

11.01.2019