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Göttingen Forscher: Kleine Felder und viele Nutzpflanzen fördern Artenvielfalt
Die Region Göttingen Forscher: Kleine Felder und viele Nutzpflanzen fördern Artenvielfalt
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09:00 07.08.2019
Mit kleinen Feldern und zahlreichen Rändern kann zum Erhalt der Artenvielfalt beigetragen werden. Quelle: Eichner-Ramm
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Göttingen

Kleine Felder und viele Arten von Nutzpflanzen fördern nach Angaben eines internationalen Wissenschaftlerteams die Biodiversität in Agrarlandschaften. Vor allem eine Verkleinerung der Ackerflächen auf unter sechs Hektar - etwa fünf Fußballfeldern - führe zu einer stark erhöhten Artenvielfalt, teilte die an dem Forschungsprojekt beteiligte Universität Göttingen am Dienstag mit. Denn auf diese Weise könnten viele Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten unterschiedliche Ressourcen nutzen. Zudem unterstütze eine Landschaft mit vielen Rändern die Vernetzung von Lebensräumen.

Die Göttinger Wissenschaftler hatten zusammen mit Kollegen aus Frankreich, Spanien, England und Kanada in acht Regionen Europas und Nordamerikas untersucht, ob sich Artenvielfalt durch eine ökologische Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen unabhängig vom Anteil naturnaher Lebensräume fördern lässt. Der Studie zufolge beherbergen Landschaften mit kleinen Feldgrößen und mehr Nutzpflanzen deutlich mehr Arten an Pflanzen, Vögeln, Bienen und vielen anderen Insekten als Landschaften, die durch großflächige Monokulturen geprägt sind.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Art der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Betriebe einen wesentlichen, bisher unterschätzten Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt in unseren Agrarlandschaften leisten kann“, sagte der Göttinger Agrarökologe Teja Tscharntke. Kleine Felder und wechselnde Bepflanzung könnten erheblich zur Bekämpfung des dramatischen Insekten- und Vogelsterbens beitragen. Leider stehe dagegen die aktuelle Intensivierung in der Landwirtschaft mit immer größeren Äckern und großflächigeren Monokulturen, bedauerte Tscharntke.

Von epd