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Göttingen Göttinger Friedenspreis wird in privater Galerie übergeben
Die Region Göttingen Göttinger Friedenspreis wird in privater Galerie übergeben
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11:08 01.03.2019
Der Göttinger Friedenspreis geht in diesem Jahr an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“. Quelle: dpa
Göttingen

Nach dem Rückzug der Stadt und der Universität von der Verleihung des Göttinger Friedenspreises 2019 soll die Übergabe der Auszeichnung an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ in einer privaten Galerie erfolgen. „Die Verleihung findet am 9. März ab zwölf Uhr in der Galerie ‚Alte Feuerwache’ statt“, sagte der Vorsitzende der Preisjury, Andreas Zumach, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Zuvor hatten unter anderen der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, die „Jüdische Stimme“ als antisemitisch kritisiert und eine Absage der Verleihung gefordert. Sie begründeten das mit einer Nähe des Vereins zur Boykott-Kampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) gegen Israel. Diese Bewegung ruft immer wieder zu Boykottaktionen gegen Israel auf.

Daraufhin zogen die Göttinger Universität, Stadt und Sparkasse ihre Unterstützung für die Preisverleihung zurück. Sie kann deshalb nicht wie sonst in der Aula der Hochschule stattfinden. Die Stiftung Dr. Roland Röhl, die den Friedenspreis seit 1999 vergibt, hielt aber an der Auszeichnung der „Jüdischen Stimme“ fest und bekam für diese Entscheidung bundesweit und international Unterstützung.

Diskussion über Judenfeindlichkeit in Deutschland

Zumach lud Klein und den Zentralratsvorsitzenden Josef Schuster am Freitag zur Teilnahme an der Verleihungsfeier nach Göttingen ein. Zugleich appellierte er an sie, sich nicht länger einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit der Vorsitzenden der „Jüdischen Stimme“, Iris Hefets, und der Laudatorin der Preisverleihung, Nirit Sommerfeld, zu verweigern. Bei dieser Veranstaltung sollten die Bedingungen und Voraussetzungen für einen gerechten Frieden in Nahost sowie die Frage diskutiert werden, „wie sich die real existierende und in jüngster Zeit immer lautstärker und aggressiver artikulierte Judenfeindlichkeit in Deutschland am wirksamsten bekämpfen ließe“.

Die Bereitschaft von Hefets und der deutsch-israelischen Schauspielerin und Sängerin Sommerfeld zur Teilnahme an einer solchen Podiumsdiskussion liege bereits seit Mitte Februar vor, sagte Zumach. Die Veranstaltung könne in den Tagen vor oder nach der Preisverleihung stattfinden.

Von epd

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