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Göttingen Wecker begrüßt Preisvergabe an die „Jüdische Stimme“
Die Region Göttingen Wecker begrüßt Preisvergabe an die „Jüdische Stimme“
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22:00 04.03.2019
Konstantin Wecker: „Jüdische Stimme“ kümmert sich auf menschliche Weise um die Beendigung der Konflikte zwischen Juden und Palästinensern. Quelle: R
Göttingen

„Für mich als Preisträger des Göttinger Friedenspreises sind die Vorwürfe, dass es sich bei der Organisation „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ um eine antisemitische Bewegung handeln solle, nicht nachvollziehbar“, schreibt Wecker, einer der bekanntesten deutschen Liedermacher, in einem offenen Brief an die Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel, den Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und den Sparkassenchef Rainer Hald.

Zuvor hatten unter anderen der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, die „Jüdische Stimme“ als antisemitisch kritisiert. Sie begründeten das mit einer Nähe des Vereins zur Boykott-Kampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) gegen Israel. Universität, Stadt und Sparkasse hatten eine Aussetzung der Preisverleihung zur Klärung der Vorwürfe gefordert. Dies hatte die Stiftung Dr. Roland Röhl, die den Friedenspreis vergibt, abgelehnt. Die drei Institutionen zogen daraufhin ihre Unterstützung zurück. Der Preis wird nun nicht wie sonst in der Aula der Universität sondern am 9. März in der Galerie Alte Feuerwache übergeben.

Zeichen der Mitmenschlichkeit setzen

Wecker verweist in dem Brief darauf, dass der Verein in seiner Satzung ausdrücklich aufführe, dass sich die „Jüdische Stimme uneingeschränkt jeder Form von Antisemitismus, Antiislamismus sowie allen anderen Spielarten des Rassismus oder der Diskriminierung von Menschen aufgrund von Merkmalen wie Hautfarbe, Herkunft und Religion widersetzt“. Die „Jüdische Stimme“, so Wecker, kümmere sich auf großartige und menschliche Weise um eine Beendigung der Konflikte zwischen Juden und Palästinensern.

„Hier soll nicht die Boykottbewegung BDS mit dem Friedenspreis ausgezeichnet werden, sondern eben diese auf Frieden und Verständigung setzende Menschenrechtsorganisation, die ein Ende all dieser furchtbaren Auseinandersetzungen will“, schreibt Wecker weiter. Wecker bittet Universität, Stadtverwaltung und Sparkasse den Versuch zu unterstützen, in Göttingen ein Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen.

Von Christiane Böhm

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