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Göttingen Göttinger Grüne kritisieren Debatte über Weender Freibad
Die Region Göttingen Göttinger Grüne kritisieren Debatte über Weender Freibad
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19:36 19.09.2013
Quelle: Hinzmann (Symbolfoto)
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Göttingen

Der Entwurf sieht eine deutliche Verkleinerung des Bades und die Abschaffung der Sprungtürme vor. Dafür soll ein ganzjährig begehbarer Freizeitpark entstehen.

„Die Wiedereröffnung des unsanierten Bades in der alten, unwirtschaftlichen und unzeitgemäßen Form macht keinen Sinn, wenn vor der Saisoneröffnung nicht geklärt ist, wie es nach der Saison weitergeht“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Rolf Becker. „Wenn wir das vorliegende Konzept kaputtreden und die gegenseitigen Anfeindungen und Verletzungen fortgesetzt werden bis kein Konzept mehr die schon aus ökonomischen Gründen erforderliche Akzeptanz findet, ist niemandem geholfen.“

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Becker zeigt sich überzeugt, dass viele Menschen nur deshalb so empört auf die GoeSF-Pläne  zum Umbau des Bades reagierten, weil die politischen Hintergründe in den Medien – vor allem in Leserbriefen – extrem verkürzt dargestellt würden.

Die Debatte sei vor der Bundestagswahl „in nicht hinnehmbarer Weise interessengeleitet instrumentalisiert“ worden, so Becker.

„Etwas zurechtrücken“

Hinsichtlich der Wahl der Mittel und Argumente wünsche er sich wieder deutlich mehr Bodenhaftung. Es müsse akzeptiert werden, dass die Stadt sparen müsse und städtebaulich berechtigte Interessen verfolge: Dazu gehöre die Einsicht, dass „der Sprungturm für den Badebetrieb nicht zwingend erforderlich ist und die laufenden Kosten in inakzeptabler Weise in die Höhe treibt“.

Die „Einseitigkeit“ in der Diskussion wollen die Grünen nun in einem Positionspapier „etwas zurechtrücken“. Darin steht, es habe im Hinblick auf das Freibad schon erhebliche Zugeständnisse gegeben.

Die Grünen-Fraktion verteidigt die Haushaltskürzungen und wirft der CDU, die sich für weitere Verhandlungen einsetzt, Populismus aus wahltaktischen Gründen vor.

„Nicht immer solide durchgerechnet“

Das „bürgerliche Lager“ des Fördervereins sei offensichtlich besser in der Lage, Proteste zu organisieren als andere Akteure aus dem sozialen und kulturellen Bereich, „die wir zumindest teilweise für deutlich hilfsbedürftiger halten“. Diese „bedürftigeren Interessengruppen“ müssten geschützt werden.

Die Konzepte des Fördervereins seien zudem „nicht immer solide durchgerechnet“. Sollte sich der Förderverein dem GoeSF-Konzept verweigern, müsste das Bad geschlossen werden.

Bei CDU und FDP schrillen nicht nur deshalb die Alarmglocken. Der im Rat von SPD und Grünen gefasste Beschluss, das Bad 2014 – unter Auflagen – noch einmal in der jetzigen Form zu öffnen, sei ein „giftiges Geschenk“, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem rot-grünen „Diktat“ sei „das zarte Pflänzchen eines möglichen gemeinsamen Konzeptes von GoeSF und Förderverein mutwillig ausgetreten“ worden.