Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttinger Gruppe: Klagewelle zurück
Die Region Göttingen Göttinger Gruppe: Klagewelle zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:21 22.07.2009
Der ehemaliger Sitz der Göttinger Gruppe.
Der ehemaliger Sitz der Göttinger Gruppe. Quelle: Beuermann
Anzeige

Zehn Monate nach den ersten Richtung weisenden Urteilen des Landgerichtes Göttingen steht die zuständige Zivilkammer wieder genau da, wo sie im September 2008 stand: Sie kann jetzt erst die auf Eis gelegten anhängigen 2500 Klagen terminieren.

Durch die Insolvenz sind rund 270000 Anleger geschädigt worden. Sie verloren rund eine Milliarde Euro Einlagen. Findige Anwälte, die teils als selbsternannte Verbraucherschützer auftreten, haben nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens überwiegend auf Kosten von Rechtsschutzversicherungen Schadensersatzklagen gegen die Verantwortlichen der Göttinger Gruppe eingereicht, obwohl diese heute überwiegend mittellos sind. Teils haben sie Eidesstattliche Versicherungen abgegeben, teils wurde ihnen Prozesskostenhilfe gewährt, was eine gerichtliche Überprüfung der Einkommensverhältnisse voraussetzt.

80 Seiten Begründung

Allein gegen den Ex-Vorstand Bodo Steffen und den Erfinder der Secu-Rente, Erwin Zacharias, ist die Zahl der Klagen auf 2500 gestiegen. 3000 weitere sind angekündigt. Nachdem sechs Pilotverfahren vom Landgericht entschieden und eine Haftung der Beklagten für die Verluste abgewiesen worden war, kündigten die Klägeranwälte Berufung an und sie lehnten die urteilenden Richter als befangen ab – offenbar eine Taktik, um weitere Zeit zu gewinnen.

Das Oberlandesgericht Braunschweig hat jetzt die 80-seitige Begründung der angeblichen Befangenheit auf knappen drei Seiten vom Tisch gewischt. Es sieht keinerlei Anhalt für eine solche Annahme und sandte die Akten zurück.

Von Jürgen Gückel