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Göttingen Göttinger Hauptschulen vor dem Ende
Die Region Göttingen Göttinger Hauptschulen vor dem Ende
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21:49 19.09.2014
Von Ulrich Schubert
Erst kürzlich saniert: Heinrich-Heine-Schule in Grone. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

„Das verstehen wir gar nicht“, sagt die Leiterin der Heinrich-Heine-Hauptschule in Grone, Sylvia Stockburger-Brunnert. Im Juni hatte sie im Schulausschuss des Rates in einem flammenden Plädoyer für ihre Schule geworben und erklärt, dass es an beiden Hauptschulen Kinder gebe, die an einer großen IGS „vollkommen untergehen“ würden.

Zudem hätten beide Schule seit Jahren konstante Schülerzahlen auf hohem Niveau. Elternvertreter und ein Großteil der Politiker stützten ihre Position. Darauf hatte Schuldezernent Siegfried Lieske (Grüne) die Vorlage zurückgezogen. „Und ich dachte, die Schließungspläne seien vom Tisch“, so Stockburger-Brunnert.

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Auch ihr Kollege an der Käthe-Kollwitz-Hauptschule in Geismar, Christopher Franzmann-Korff, ist entsetzt, dass jetzt wieder zurück gedreht wird. „Wir haben ein besonderes Klientel, das eine besondere Betreuung benötigt“, sagt er. Dass eine Stadt wie Göttingen diese Kinder „im Regen stehen lässt“, sei nur schwer zu verstehen.

Geplante dritte Gesamtschule

Ratlosigkeit auch bei den Elternvertretern der Schulen: Das Konzept der Käthe-Kollwitz-Schule habe sich über Jahrzehnte entwickelt und bewährt, sagt Frank Bode. Sein Sohn habe eine Lernschwäche und sei Integrationskind. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend eine andere Schule ihm die Zuwendung geben kann, die er an der Käthe-Kollwitz-Schule bekommt.“

Hintergrund ist eine geplante dritte Gesamtschule der Stadt in Weende. Sie soll die Voigtschule ab Sommer 2015 langsam ablösen – es gibt dann in Göttingen auch keine Realschule mehr. Um dafür eine Genehmigung vom Land zu bekommen, hat die Stadt zugesichert, dass sie der nahen IGS des Landkreises in Bovenden nicht die Schüler abzieht. Um das sicherzustellen, stricken Stadt und Kreis zurzeit an einem Deal, der die Schullandschaft mächtig umkrempeln wird.

Die wichtigsten Punkte: Göttingen schließt seine Realschule und richtet eine dritte IGS ein. Kreis und Stadt sorgen gemeinsam dafür, dass alle vier Gesamtschulen ausgelastet sind. Dazu werden auch die beiden Göttinger Hauptschulen ab 2015 auslaufen.

Schließung beider Hauptschulen

Alle Gymnasien in der Stadt, Gesamtschulen und die Oberschulen in Groß Schneen und Dransfeld stehen künftig allen Kinder aus der Stadt und den benachbarten Kreisgemeinden gleichberechtigt offen. Nur für den Raum Eichsfeld und Münden gibt es noch eigene Bezirke.

Lieske bestätigt, dass im Vereinbarungsentwurf mit Kreis auch wieder die Schließung beider Hauptschulen beinhaltet sei. Entscheidend seien die Anmeldezahlen. Nur 15 Anmeldungen für die fünften Klassen an beiden Schulen seien problematisch. In den höheren Jahrgängen kämen zwar etliche als Quereinsteiger hinzu, die kämen aber überwiegend von der Realschule. Wird diese aber von einer IGS abgelöst, dürfte es kaum noch Wanderungen geben.

Die Grünen im Rat unterstützen die Pläne, bestätigte ihr Fraktionsvorsitzender Rolf Becker. Die CDU hingegen will beide Hauptschulen halten, konterte ihr schulpolitischer Sprecher Thomas Häntsch. Die SPD-Fraktion müsse noch beraten, so die offizielle Aussage ihres Schulexperten Tom Wedrins.

Nach Informationen des Tageblatts steht aber auch eine große Mehrheit der Sozialdemokraten hinter der Vereinbarung. Und damit zeichnet sich im Rat eine Mehrheit für das Ende der Göttinger Hauptschulen ab.

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