Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttinger Initiative will 1000 essbare Bäume pflanzen
Die Region Göttingen Göttinger Initiative will 1000 essbare Bäume pflanzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 19.09.2019
Der Verein Göttingen im Wandel ist Initiator des Projekts „1000+ essbare Bäume für Göttingen“. Quelle: R
Anzeige
Göttingen

Es sind zwar keine 7000 Bäume, deren Pflanzung vom Künstler Joseph Beuys in den 90er-Jahren in Kassel angeschoben wurde, und auch keine Eichen. Dafür sind sie jedoch genießbar: „1000+ essbare Bäume für Göttingen“, heißt die Aktion, die der Verein Göttingen im Wandel ins Leben gerufen hat.

Mit dem Projekt will der Verein Menschen für seine Idee begeistern, 1000 essbare Bäume, also beispielsweise Obst- und Nussbäume, in Göttingen zu pflanzen. Zum Auftakt trafen sich 25 Baum- und Pflanzenfreunde zum „Sonntag des Wandels“.

„Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ – dieses Motto von Joseph Beuys macht sich auch der Göttinger Verein zu eigen, wenn in einer Mitteilung beschrieben wird, wie aus 70 von der Kasseler Verwaltung ursprünglich genehmigten Eichen die Pflanzung von 7000 Bäumen wurde. „Es geht schon, wenn wir wollen und wenn wir die Stadtverwaltung gewinnen“, sagte Helgard Greve, Mitorganisatorin der Veranstaltung, die im Göttinger Stadtteil Geismar ein Humus-Projekt betreibt.

Verein verknüpft Wirkgruppen

Der Verein Göttingen im Wandel ist eine sogenannte Transition Town Gruppe, die seit Mai 2010 existiert. Der Verein wurde 2012 gegründet, damit ein rechtlicher Rahmen gegeben ist und beispielsweise Fördergelder eingeworben werden können. Es gibt innerhalb des Vereins mehrere Themengruppen, die bei Göttingen im Wandel als „Wirkgruppen“ bezeichnet werden. Den Zusammenhalt gewährleistet ein sogenanntes Kernteam, das sich einmal im Monat trifft. Zu den Projekten und Wirkgruppen zählen „Erste Solidarische Landwirtschaft“, „Urbanes Gärtnern / Gartengruppen in der Stadt“, das erste Göttinger „Reparaturcafé“, die Zeittauschbörse „Zetabo“ (Tauschen ohne Geld), das „Permakulturhaus“, ein Haus in Geismar, das nach Permakulturprinzipien ausgebaut wird, die erste Leihgemeinschaft in der Region Göttingen, bei der es um die Befreiung von der Abhängigkeit von Banken und Krediten geht, „Lebensfreundliche Mobilität“, „Charta für ein Europa der Regionen“, der „Ulmentanz“, „Gehen in Stille“ und „Solidarisches Gesundheitswesen“. war

Bereits bei der ersten Zusammenkunft wurden in Kleingruppen konkrete Schritte besprochen. Beispielsweise koordiniert Christoph Meixner als Agroforst-Berater und Gründer der Wildobstbaumschule Triebwerk mit Baumpflegerin Maike Borrmann die Zusammenarbeit mit der Initiative Streuobst im Landkreis Göttingen. Ziel der Initiative ist die Erhaltung und Pflege von Streuobstwiesen und der Anbau von großfruchtigem Wildobst. Zusammen mit Schülern der BBS III wird die Verarbeitung organisiert.

Hendrik Gaede ist Baumwart und betreibt mit Franziska Wolpert von der Universität Kassel die Baumschule WurzelWerk in Witzenhausen. Gaede und Wolpert sind neben Obstbäumen auf die Züchtung resistenter Kastanien- und Nusssorten spezialisiert. „Kastanien können auch in unseren Breiten einen gesunden Beitrag zur Ernährung leisten“, unterstrich Gaede beim ersten Treffen. „Sie lassen sich vielfältig verwenden, nicht nur geröstet wie es viele Menschen vom Weihnachtsmarkt kennen, sondern auch eingekocht oder als Kastanienmus.“ Sogar Bier werde daraus hergestellt, das Mehl eigne sich hervorragend zum Backen von nussigem Sauerteigbrot.

Permakulturprinzip als Lebensprinzip

Angelika Specht vom Verein Bunte Lebenswelten demonstrierte den Teilnehmern ein Permakulturprinzip – sie hatte einen Baumsämling in einer Blumenschale mitgebracht: „Mischkultur mit anderen, einander gegenseitig helfend, kooperierend“, analysierte sie und fügte vielsagend hinzu: „Wenn das die Pflanzen können...“

Außerdem resultiert aus der ersten Runde eine sogenannte Wirk-Gruppe. Ihr Ziel: „Sich verbindlich einbringen und dranbleiben“, heißt es in der Mitteilung. Eine erste Kooperation wurde vereinbart. „Wir wollen das Projekt gerne bei Baumpflanz-Aktionen und mit der Anzucht von Jungpflanzen unterstützen“, teilte Felix Möller von der Gartengruppe des Vereins Janun Göttingen mit.

Zu Beginn hatte Stephan Holzhaus, Heilpraktiker aus Diemarden, als Moderator die Runde mit einer Kurzgeschichte von Jean Giono eröffnet: Ein Mann säte darin vor langer Zeit in den französischen Bergen der Provence täglich Eicheln aus und verwandelte die karge Landschaft so in eine Mischwaldlandschaft. Resultat: Es bildeten sich Nebel und Regen, in bis dato ausgedorrten Flussbetten floss das Wasser, und Menschen und Tiere siedelten sich an.

Der Autor schrieb von einem Wunder – ein Wunder von Menschenhand. Genau das schwebt der Initiative vor. „Wir machen erfahrbar, was jede oder jeder zum notwendigen Wandel beitragen kann“, unterstrich Holzhaus. „Für 1000 Bäume“, heißt es in der Mitteilung, „braucht es noch viele Hände“.

Kontakt: goettingen-im-wandel.de

Von Eduard Warda

Eine Regenwassertonne ist am frühen Donnerstagmorgen an der Wilhelm-Weber-Straße in Brand geraten. Die Hausbewohner blieben unverletzt.

19.09.2019

Es wird laut und lustig in Lenglern: Die Volkstheater-Gruppe führt am Sonnabend, 28. September, „Der Heiler von Lenglern“ im Rahmen der Kirmes auf. Bereits bei den Proben gibt es viel zu lachen.

20.09.2019

„Fridays for Future“ mobilisiert. Am Freitag, 20. September, gehen Menschen in Göttingen, der Region, Deutschland und weltweit auf die Straßen. Die „AWO“ schloss am Donnerstag eine Projektwoche ab.

19.09.2019