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Die Region Göttingen Göttinger Kneipenszene verliert Urgestein
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22:13 26.09.2014
Fürst Bismarck: „Moni“, die jetzige Chefin, übergibt das Geschäft an ihren Bruder „Bosi“. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Bianca Ramona Reulke ist Besitzerin einer jener letzten typischen Eckkneipen. Doch jetzt, nach fast 40 Jahren im Gastro-Gewerbe, zieht auch sie sich zurück. Die bei ihren Gästen als „Moni“ bekannte Inhaberin des Fürst Bismarcks übergibt das Geschäft an ihren Bruder Erich Weiss (58). „Aus gesundheitlichen Gründen“, sagt die 63-Jährige.

Das Aufhören falle ihr sehr schwer, doch es tröste sie, dass der Betrieb in der Familie verbleibe. Und dennoch: „Einmal Wirtin, immer Wirtin“, sagt sie sichtlich gerührt und beginnt von ihrer Arbeit und ihren Gästen zu schwärmen, die während ihrer vier Jahrzehnte hinterm Tresen immer friedlich gewesen seien: „Es gab nie großartig Theater.“

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Simples Erfolgsgeheimnis

Bruder „Bosi“, selbst seit zwölf Jahren im Gewerbe, freut sich auf seine Inhaberschaft. Seit der Eröffnung im Jahr 2007 arbeitet er hinterm Tresen des Bismarcks und weiß, wie das Geschäft funktioniert: „Man muss seine Gäste mögen, denn so eine Kneipe steht und fällt mit dem Wirt. Außerdem habe ich automatisch gute Laune, sobald ich das Lokal aufschließe.“

Das sei das simple Erfolgsgeheimnis. Zudem pocht er auf Zuverlässigkeit. Deshalb pflege er ein für seinen Berufsstand geradezu asketisches Verhältnis zum Alkohol: Hinter der Theke sei dieser „absolut tabu“. Man müsse ja schließlich den Überblick behalten.

Verändern am „Konzept Bismarck“ wolle er nichts: „Hier bleibt alles beim Alten.“ Das habe er den Stammgästen bereits zugesichert. Am Sonnabend, 27. September, wird die Abschiedsfeier für die Wirtin ausgerichtet – mit Bierwagen, kleinem Festzelt und den Göttinger Musikern Gebrüder Fürchterlich. Die Feier im Fürst Bismarck, Johannisstraße 33, beginnt um 14 Uhr.

Von Tomek Stieme

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