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Göttingen Göttinger Kulturausschuss stimmt für Kragenbär-Denkmal
Die Region Göttingen Göttinger Kulturausschuss stimmt für Kragenbär-Denkmal
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01:01 21.09.2014
Von Michael Brakemeier
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Göttingen

Jetzt sind die Stifter gefragt, die Finanzierung des Denkmals zu sichern. Dies soll über Spenden geschehen. Geplant ist eine bronzene Skulptur von Gernhardts berühmten, onanierenden Kragenbären auf dem neuen Robert-Gernhardt-Platz. Weder soll der Reim „Der Kragenbär der holt sich munter einen nach dem anderen runter“ zu lesen, noch soll der Penis des Bären zu sehen sein.

Die Frauenbeauftragte der Stadt, Christine Müller, sprach sich vehement gegen die öffentliche Darstellung von Selbstbefriedigung und deren Verharmlosung aus. „Ich kenne keine Frau, die das gut findet“, sagte Müller. Es werde als lästig empfunden. Sie lehne Onanie nicht grundsätzlich ab. „Nur nicht in der Öffentlichkeit.“

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Das sei eine Ordnungswidrigkeit und könne, vor Kindern vollzogen, strafrechtlich belangt werden. Während Valena Müllers Ausführungen zustimmte – „man muss an den Schutz der Jugendlichen denken“ –, folgten die übrigen Ausschussmitglieder dieser Argumentation nicht. Sie konnten nichts Anstößiges an der Skulptur finden, für die der Künstler Siegfried Böttcher bereits erste Modelle gefertigt hat.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Peter Arndt nannte Müllers Debattenbeitrag „kurzsichtig“: „Sexualkunde aus der Mottenkiste.“ Hilmar Beck, Mitglied der Elchpreis-Jury, Antragsunterzeichner und Leiter des Fachbereiches Kultur der Stadt Göttingen, betonte, dass es bei Gernhardts Kragenbären letztlich nicht um Onanie gehe, sondern eher um die „wachsende Ich-Bezogenheit“.

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