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Göttingen Auszeichnung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
Die Region Göttingen Auszeichnung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
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19:15 10.07.2019
Erhalten ein Preisgeld von 500 Euro: Mitglieder des Vereins Interkulturelle Gärten mit Karsten Behr (2. v. r.) von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Quelle: Caspar
Göttingen

„Das Projekt leistet einen praktischen Beitrag zum Naturschutz und betätigt sich in der Umweltbildung, wird mit hohem ehrenamtlichen Engagement betrieben und fördert die Integration“, begründete Karsten Behr, der Geschäftsführer der Stiftung, die Auswahl. Mit der Auszeichnung ist ein Geldpreis von 500 Euro verbunden. Die Stiftung hat im vergangenen Jahr 523 Projekte mit insgesamt 5,7 Millionen Euro gefördert. Sie wird über Glücksspielerträge finanziert.

Mehrere Vorlaufprojekte hatte die Groner Lehrimkerei, berichtete Shimeles Tassew vom Vereinsvorstand dem Tageblatt. 2007 begann die Imker-Arbeit in den Internationalen Gärten in Geismar, 2009 in Grone. Die Teilnehmer fuhren seinerzeit nach Kassel, um die notwendigen theoretischen und praktischen Kenntnisse zu erwerben. Eine Zeit lang brachte sich die städtische Beschäftigungsförderung ein, die auch eine Hütte für die Aufbewahrung benötigter Materialien baute. 2012 kam Joachim Pfau dazu, der die Lehrimkerei in ihrer jetzigen Form gemeinsam mit Malika Bouzid und Loola Bahudaila aufbaute.

„Die Bienenzucht ist überall auf der Welt positiv besetzt, sie kann Menschen unterschiedlicher Völker zusammenbringen‘“, erklärte Pfau dem Tageblatt. Die Imkerei interessiert den studierten Biologen schon lange. Bei den Internationalen Gärten hat er zwei arabische Mitstreiterinnen gefunden, mit denen er heute befreundet ist. „Mein Vater ist Imker“, erzählte Bouzid. Sie zeigt sich fasziniert von den Insekten, die „in ihrer eigenen Welt leben“ und „wunderbar zusammenarbeiten“.

Imker Stefan Brößling aus Cuxhaven schulte das Dreier-Team „mit Geduld, Humor und Strenge“, so Pfau. Die Idee des Biologen: Die Imkerei muss sich durch den Verkauf von Honig selbst finanzieren. Mit einer Jahresproduktion von 520 Kilogramm startete das Projekt den eigenen Vertrieb. Das Nachbarschaftszentrum Grone, das Weststadtzentrum und eine Apotheke im Stadtteil helfen. Das Dreier-Team steht zudem sonnabends auf dem Wochenmarkt. Beim ersten Mal verkauften die drei dort gerade einmal acht Gläser. Mittlerweile sind es pro Markttag 50 Gläser. „Dafür lohnt es sich, morgens von 7 Uhr an auf dem Mark zu stehen“, erklärte Pfau.

Das Team ist mittlerweile auf zehn Personen gewachsen, von denen die Hälfte die Hauptarbeit übernimmt. Mit dabei sind Menschen aus Australien und Äthiopien, Algerien und Deutschland. Die Verständigung ist eine Herausforderung. Schon Deutsche tun sich mit der Fachsprache der Imker schwer. Die Gruppe arbeitet mit speziellen Wörterbüchern, mit Lehrschriften, die in verschiedene Sprachen übersetzt worden sind sowie mit Zeichnungen.

Gemeinsam mit Kooperationspartnern gestaltete die Gruppe einen Lehrpfad mit 13 Informationstafeln. Sie sind bereits im Spätherbst 2018 aufgestellt worden. Eröffnet wurde der Pfad am Mittwoch.

„Der Verein Internationale Gärten, der 1998 gegründet worden ist, zählt heute 72 Mitglieder aus 24 Ländern“, berichtete der Vorsitzende, Agraringenieur Hansjörg Gutberger, dem Tageblatt. Neben Menschen aus dem Nahen Osten gehören unter anderem auch ein Kolumbianer sowie Japaner und Südkoreaner, Chinesen und Inder dazu. Zwei Standorte betreibt der Verein in Geismar. 2003 pachtete er von der Stadt ein gut 11000 Quadratmeter großes Grundstück in Grone, wo der Garten im Jahr darauf eröffnet worden ist.

Von Michael Caspar

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