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Göttingen Geschwister vom Göttinger Max-Planck-Gymnasium belegen ersten Platz bei „Jugend forscht“
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Göttinger MPG-Schüler gewinnen bei Jugend forscht

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21:33 25.03.2021
Andreas und Anna Dobbelstein haben eine Sonnencreme auf Basis von Blütenpollen entwickelt.
Andreas und Anna Dobbelstein haben eine Sonnencreme auf Basis von Blütenpollen entwickelt. Quelle: Foto: R/Jugend forscht
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Göttingen

Zum 41. Mal sind bei „Jugend forscht” die Gewinner des Landeswettbewerbs an der Technischen Universität Clausthal prämiert worden. Unter den Gewinnern sind auch zwei Schüler des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums vertreten. Die Geschwister Anna und Andreas Dobbelstein haben die Jury mit ihrem Projekt „Sonnenschutzmittel aus Blütenpollen” überzeugt. Im Bereich „Biologie” setzten sich die Schüler gegen fünf andere Projekte durch und dürfen sich somit über den ersten Platz freuen.

Als Veranstaltungsort der Preisverleihung diente auch in diesem Jahr der Kuppelsaal der Technischen Universität Clausthal – wenn auch ohne Publikum vor Ort, dafür aber mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet. Über eine Online-Plattform richtete der niedersächsische Landeswettbewerbsleiter von „Jugend forscht“, Daniel Osewold, das Wort an die Jungforscher: „Die Wettbewerbsbeiträge zeigen, dass ihr Verantwortung für die Zukunft übernehmen wollt. Diese Neugier müsst ihr unbedingt behalten – kreatives Suchen nach Lösungen ist das, was wir brauchen.“

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„Bemerkenswert ist auch ihr Ansatz quantitativ mit Hilfe eines einfachen Bildbearbeitungsprogramms auszuwerten”, würdigte Osewold die Leistung der Schüler. Andere erste Preise verlieh die Jury unter anderem für eine innovative Latein-Vokabel-App, die Weiterentwicklung einer Batterie, die für Elektroautos benötigt wird und die Arbeit an der Entwicklung neuer Medikamente durch künstliche Intelligenz.

„Es gab noch Forschungsbedarf“

Cornelia Göbel ist Chemie- und Französischlehrerin am Max-Planck-Gymnasium Göttingen. Sie hat das Projekt der Geschwister betreut. „Die Arbeit hat ihren Ursprung im letzten Jahr.“ Im Seminarfach „Mensch, Chemie, Umwelt“ habe Andreas seine Facharbeit geschrieben, die im vergangenen November bereits mit dem Hans-Riegel-Fachpreis ausgezeichnet worden ist. Das Projekt sei fast ohne ihr Zutun gelaufen. „Er hat das Thema noch erweitert, erst haben er und seine Schwester nur Versuche mit Pflanzen gemacht, im vergangenen Jahr dann auch mit menschlicher Haut. Es gab noch Forschungsbedarf und das Thema ist ja auch hochrelevant.“ Als Lehrerin mache sie die Leistung der beiden „total stolz“.

„Lass Zukunft da”

„Jugend forscht” richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren. Eingereicht werden können Projekte in den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Das Motto in diesem Jahr: „Lass Zukunft da”. Mit 45 Projekten haben am niedersächsischen Landeswettbewerb nach Angaben von Jugend forscht 71 Jungforscher aus 30 Schulen.

So wählt die Jury die Sieger aus

„Die Bewertungskriterien sind das Thema, die Bearbeitung, die Umsetzung und Auswertung der Experimente, die Ergebnisse der Arbeit und die Präsentation dieser“, erklärt der niedersächsische Landeswettbewerbsleiter von „Jugend forscht“, Daniel Osewold. Zu den Ergebnissen sagt er: „Auch Fehlergebnisse sind gut. Es ist auch wichtig zu zeigen, dass etwas nicht funktioniert.“ Des Weiteren würde die Jury folgende Aspekte bei der Bewertung beachten: die Altersangemessenheit, den Eigenanteil, die fachliche Durchdringung und die Kreativität. „Kleine Garagenprojekte werden so mit Projekten, die an Universität entstanden sind, vergleichbar gemacht“, sagt Osewold. Die Erst- bis Drittplatzierten erhalten Preisgelder. Für den ersten Platz bekommen die Sieger 250 Euro, für den zweiten 200 und für den dritten 150. „Der finanzielle Anreiz ist also nicht so hoch“ ordnet Osewold ein. Wichtiger sei die ideelle Förderung, die den Siegern Forschungspraktika ermögliche.

Wie auch die Erstplatzierten der übrigen Bereiche, haben sich Anna und Andreas Dobbelstein mit ihrem Sieg für den Bundeswettbewerb von Jugend forscht qualifiziert. Ursprünglich sollte dieser vom 26. bis zum 30. Mai in Heilbronn stattfinden, jetzt steht jedoch fast, dass dieser – wie der Landeswettbewerb – in diesem Jahr ausschließlich online stattfinden wird.

Von Asja Wortmann