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Göttingen Göttinger Polizei sprengt erneut Kaffeefahrt-Veranstaltung
Die Region Göttingen Göttinger Polizei sprengt erneut Kaffeefahrt-Veranstaltung
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18:57 29.01.2015
Von Matthias Heinzel
Für Kaffeefahrt-Unternehmer ist der Langelsheimer Gasthof eine beliebte Adresse. Quelle: Köster
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Göttingen/Langelsheim

Diesmal sei es unter anderem um Mittelchen zur angeblichen Gesundheitsförderung zum Preis von 2599 Euro für eine 30-Tage-Kur gegangen, erklärt Reiner Siemers, Sprecher der Polizeiinspektion Goslar. Ein Göttinger Ermittler hat den wahren Wert des Produkts ermittelt: In der Apotheke ist es für 7,29 Euro erhältlich. Diesmal seien die Rentner nicht in der Gruppe beschwatzt, sondern in einem Hinterzimmer in Einzelgesprächen weichgekocht worden.

Im Hinterzimmer weichgekocht

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Dass die Göttinger Polizei so gut über die Veranstaltung Bescheid wusste, lag daran, dass sie in die Rentnergruppe zwei Personen mit guten Kaffeefahrt-Kenntnissen eingeschleust hatte. Als das Tun der Verkäufer in deren Sicht den gesetzlichen Rahmen sprengte, riefen die beiden die Polizei Göttingen an, die sogleich Kollegen in Goslar informierte. Kurz vor Ende der Verkaufsveranstaltung trafen die Beamten ein, stellten alle Personalien fest und beschlagnahmten Waren, Dokumente und andere Beweismittel. Von den elf beschlagnahmten Produkten habe nur ein einziges legal verkauft werden dürfen. Das Fazit der Göttinger Ermittler: „Das war Betrug von der ersten bis zur letzten Minute.“
Das gilt offenbar auch für die Herstellung einzelner Produkte. Eine vorläufige Laboranalyse ergab, dass in einem der Präparate nur etwa ein Prozent der auf der Verpackung angegebenen Wirkstoffmenge enthalten war. Jetzt drohe dem hessischen Hersteller ebenfalls ein Betrugsverfahren, heißt es bei der Göttinger Polizei.

„Klare Ansage“ gegenüber Pächterin

Weil die Gaststätte zum wiederholten Mal als einschlägiger Veranstaltungsort aufgefallen war, habe es gegenüber der Pächterin „eine klare Ansage“ gegeben, erklärte ein Ermittler gegenüber dem Tageblatt. Die Polizei ist auch deshalb verärgert, weil der Besitzer der Immobilie die Stadt Langelsheim ist, die ihrerseits bislang nichts gegen die dubiosen Verkaufsveranstaltungen unternahm.