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Die Region Göttingen Das macht der Göttinger Radsportler Robert Heinemann heute
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00:17 05.03.2019
20.02.2019 Porträt von Robert Heinemann (81), er ist von der Versammlung des Radsportbezirks Braunschweig für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

„Die muss er alle selbst abstauben“, sagt Helga Heinemann und deutet auf die stattliche Sammlung an Pokalen, die im heimischen Wohnzimmer in Vitrinen und Schränken sowie auf Regalen untergebracht ist. Anfang Februar erst brachte der Mann, mit dem Helga Heinemanns seit 61 Jahren verheiratet ist und den sie ein ums andere Mal zu Radsportwettbewerben begleitet hat, eine weitere Trophäe nach Hause. Der Radsportverband Braunschweig hatte Robert Heinemann bei seiner Versammlung in Rollshausen für sein sportliches Lebenswerk ausgezeichnet.

Mit zwölf Jahren sei er sein erstes Rennen gefahren, erinnert sich der agile Göttinger. Unzählige weitere Wettbewerbe sollte im Laufe der Jahre folgen – Straßenrennen, Bergrennen, Bahnenrennen. Radsport habe in seiner Familie eine große Rolle gespielt, berichtet Robert Heinemann heute. „Mein alter Herr ist früher auch Rennen gefahren.“ 1967 sei er zusammen mit seinem Vater im Rahmen der Bezirksmeisterschaften bei einem einmaligen Vater-Sohn-Rennen angetreten. „Ich war damals 30, mein Vater 63, und wir haben das Bahnenrennen gewonnen.“ Auch sein Bruder Arno sei aktiv gewesen, erzählt Robert Heinemann.

Etwa 60 Siege

Auf etwa 60 Siege schätzt Heinemann seine Erfolge bei Vereins-, Kreis-, Bezirks- und Landeswettbewerben. Besonders stolz sei er auf den Sieg 1964 bei den Landesmeisterschaften im Tandem-Fahren zusammen mit dem Northeimer Adolf Müller. Seine aktive Radsport-Karriere dauerte Heinemanns Angaben zufolge von 1950 bis 1994.

Angefangen habe er beim damaligen RV Germania, wo auch sein Vater schon fuhr, dann sei er zur SVG gewechselt, die eine eigenständige Radsportabteilung und seinerzeit sogar eine Radrennbahn hatte, zählt Heinemann seine Vereinsstationen auf. Als er etwa 1960 in die nächst höhere Klasse aufgestiegen war, sei er als A-Fahrer zum RSC Einbeck gewechselt. Heute ist der 82-Jährige Mitglied beim RSC Göttingen.

Radrennen fährt er heute nicht mehr, wohl aber ist er als Radtourenfahrer (RTF) aktiv. Er gilt als ältester Radsportler, der noch immer aktiv an RTF-Fahrten im Verband teilnimmt und damit sein Punktekonto am Jahresende 2018 so gut gefüllt hatte, dass es auch dafür in Rollshausen einen Pokal gab. Auch unternehme er im Verein Wanderfahrten. Dabei gebe es keinen Zeitdruck, vielmehr „geht es dabei um die Kameradschaft“, sagt er.

Ein „waschechter Ebertäler“

„Ich bin ein waschechter Ebertäler“, sagt der 82-Jährige. Hier lebt er noch immer. Gelernt habe er Maler und Lackierer und habe als solcher 25 Jahre lang im Öffentlichen Dienst bei der Uni Göttingen gearbeitet. Heute ist Heinemann seinem damaligen Vorgesetzten dankbar, dass dieser so sportlich interessiert gewesen sei. Denn dreimal pro Woche habe er fürs Training freibekommen. Nach der Arbeit habe er sich um sein Fahrradgeschäft gekümmert, das er etwa zehn bis zwölf Jahre an der Oberen Masch Straße nebenbei führte. „Abends habe ich dann noch zwei, drei Stunden trainiert“, schildert Heinemann.

Es habe auch einen Trainerschein und kümmerte sich um die SVG-Nachwuchsfahrer, berichtet Heinemann weiter. Bei der Weltmeisterschaft 1989 im französischen Chambéry war der Göttinger als Monteur für das deutsche Team mit dabei.

Bis zu 20.000 Kilometer pro Jahr

Im normalen Straßenverkehr fahre er heute wegen des vielen Verkehrs nicht mehr gerne mit dem Rad. „Das ist mir zu gefährlich.“ Aber ganz ohne das tägliche Training im Sattel kann Heinemann eigenen Angaben zufolge dann aber auch nicht. „Ich brauche das. Deshalb gehe ich fast täglich im Keller auf die Rolle“, plaudert er und fügt hinzu, dass damit der Hometrainer gemeint sei. Heute trainiere er mitunter fleißiger als früher, sagt Heinemann und schätzt seine jährliche Kilometerleistung auf 15.000 bis 20.000. Er führe seit Jahren Buch über Kilometer, Zeiten, Routen, aber auch über Puls und Blutdruck. Und offenbar hält das jahrelange Rad fahren den 82-Jährigen fit, sein Arzt sei zufrieden, so Heinemann.

Der Keller sei sein Reich, bestätigt Gattin Helga vielsagend. Er habe sich dort einen Fernseher installiert, um beim Radeln auf der Rolle etwas Unterhaltung zu haben. Seine Besucher lässt der 82-Jährige in den Trainingskeller allerdings nicht herein. Als er das Geschäft 2004 aufgab, habe er „alles was mir wichtig war, mitgenommen“ und im Keller gelagert. „Ich kann mich von all den Sachen schlecht trennen“, gesteht er. Und so entstand das Porträtfoto von Robert Heinemann mit einer kleinen Auswahl seiner Pokale im Wohnzimmer – ganz ohne Staubkörnchen auf den Trophäen.

Von Britta Eichner-Ramm

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