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Göttingen Weg frei für das Kunstquartier
Die Region Göttingen Weg frei für das Kunstquartier
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12:06 16.06.2018
In der südlichen Innenstadt soll das Göttinger Kunstquartier entstehen. Quelle: Meder
Göttingen

Der Bau des Göttinger Kunstquartiers (Kuqua) an der Düsteren Straße kann weitergehen: Mit einer Mehrheit von 21 zu 17 Stimmen hat der Rat der Stadt dafür gestimmt, die Mehrkosten, die von einem Sponsor getragen werden, im Haushalt zu etatisieren.

Der Antrag der Verwaltung löste wieder eine Grundsatzdiskussion über das Kuqua aus. Die CDU-Fraktion kritisierte erneut, dass für den langfristigen Betrieb des Ausstellungshauses kein Finanzierungskonzept vorliege. Katharina Schüle-Rennschuh verweis für ihre Fraktion darauf, dass bereits im Jahr 2008 beschlossen worden sei, dass ein solches Konzept erstellt werden soll. „Bis es soweit ist, können wir nicht zustimmen”, sagte sie. Das finanzielle Risiko des Betriebes des neuen Galeriegebäudes als Kunstmuseum liege bei der Stadt. Sie befürchtet weiterhin, dass Einsparungen beispielsweise im Städtischen Museum oder in anderen kulturellen Einrichtungen Göttingens die Folge sein könnten.

Das Projekt Kuqua wurde im Jahr 2015 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit ausgewählt. Von den Projektkosten in Höhe von fünf Millionen Euro wurde ein Zuschuss von 4,5 Millionen bewilligt. Wegen der „aktuellen Marktlage” zeichnen sich nun aber Mehrkosten in Höhe von einer Millionen Euro ab. Dafür hat die Stadt allerdings einen regionalen Sponsor gewonnen, der eine Spende in dieser Höhe zur Verfügung stellt. Der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder hat in Aussicht gestellt, bis zu einer Million Euro für das Kuqua zu spenden. Die Göttinger Firma Sartorius will mit einer Spende dafür sorgen, dass der Eintritt ins Kunsthaus für die ersten Jahre frei bleiben wird. Der in direkter Nachbarschaft zum Kunsthaus ansässige Verleger Gerhard Steidl wird auf seinem Gelände auf eigene Kosten einen Pavillon errichten und mit einer vom Künstler Jim Dine gestalteten Kunstinstallation ausstatten. Hinzu kommt die Zusage für eine Privatspende von bis zu 52.000 Euro.

Das Kuqua sei ein „Museum für jedermann”, sagte Tom Wedrins (SPD) im Rat. Den Vorwurf der „sozialdemokratischen Selbstbeweihräucherung”, der im Vorfeld gefallen sei, könne er nicht nachvollziehen. „Wir können nicht erkennen, was dem Bau noch entgegensteht”, sagte er. „Wir brauchen das positive Signal jetzt”, forderte Wedrins für die SPD-Fraktion. Felicitas Oldenburg (FDP) freute sich über das Engagement der Sponsoren. Aber: „Was ist mit den Kosten für die nächsten acht Jahre?”, fragte sie.

Rolf Becker (Grüne) verwies darauf, dass die Frage der Mehrkosten „gelöst” sei. „Wir wollen das Quartier entwickeln”, sagt er. Niemand wisse, was in fünf Jahren geschehe. „Das gilt doch für jedes Projekte in der Stadt - so ein Schnickschnack”, entgegnete er der Kritik. „Was wir wissen, reicht”, sagte Becker und seine Fraktion stimmte, wie die SPD, dem Antrag zu.

Verleger Gerhard Steidl als Ideengeber für das Kuqua-Viertel und die Göttinger Verwaltungsspitze sehen das Kunstquartier als Initialzündung für andere Projekte, die sich in dem Viertel zwischen Düsterer- , Nikola- und Turmstraße und ansiedeln werden. Steidl gehört auch das sogenannte Grass-Haus auf dem Nachbargrundstück, das auch ein integraler Bestandteil des Kuquas werden soll.

Das Galeriehaus, das als Kunstmuseum im Kuqua entstehen soll, ist aus einem Hochbauwettbewerb der Stadt hervorgegangen. Der Entwurf der Leipziger Architekten sieht ein Gebäude mit drei Etagen und einer Ausstellungsfläche von 736 Quadratmetern vor. Hinzu kommt ein 1300 Quadratmeter großer Innenbereich.

Von Britta Bielefeld

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