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Göttingen Göttinger SPD gedenkt verfolgten Genossen
Die Region Göttingen Göttinger SPD gedenkt verfolgten Genossen
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19:13 24.03.2013
Von Katharina Klocke
Gedenkstunde: Göttinger Sozialdemokraten auf dem Stadtfriedhof.
Gedenkstunde: Göttinger Sozialdemokraten auf dem Stadtfriedhof. Quelle: Heller
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Göttingen

Wie Franz Arnholdt, an dessen Grab der Stadtverband am Sonnabend einen Kranz niederlegte.  Weitere Gedenkstunden gab es am Sonnabend und Sonntag auf den Friedhöfen Grone, Weende und am Jüdischen Friedhof.

Vor 80 Jahren, am 23. März 1933, lehnte die SPD als einzige Partei im Reichstag das Ermächtigungsgesetz der NSDAP ab. Der Terror begann, „in Göttingen und überall sonst in Deutschland“, sagte Möbus an Arnholdts Grab. Auch der „mutige Gewerkschafter und Sozialdemokrat“ Arnholdt (1885 - 1951) sei wegen des „Verdachts der Beteiligung an hochverräterischen Umtrieben“ mehrfach verhaftet und inhaftiert worden, unter anderem saß er im Konzentrationslager Moringen ein. 

Gebrochen habe ihn das nicht. „Noch vor Kriegsende begann er damit, die sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Netzwerke im Untergrund zu reaktivieren“, berichtete Möbus. So sei der Wiederaufbau nach 1945 schnell gelungen. Arnholdt selbst wurde im November 1945 von der britischen Besatzungsmacht zum Ratsherrn ernannt und war von 1947 bis 1948 Oberbürgermeister der Stadt.

„Das Nutzungsrecht für das Grab ist abgelaufen, die Pflicht des Sich-Erinnerns tut das nicht. Wir müssen die Erinnerung wachhalten“, forderte Möbus.