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Göttingen Voigt-Realschule: Klassentreffen nach 60 Jahren
Die Region Göttingen Voigt-Realschule: Klassentreffen nach 60 Jahren
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00:21 24.03.2019
Abschluss des Klassentreffens nach 60 Jahren war ein Besuch der heutigen Voigt-Realschule. Hier entstand dieses neue Klassenfoto. Quelle: Meinhard
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Göttingen

„Das habe ich noch nicht erlebt.“ Rainer Thielert ist Leiter der Göttinger Voigt-Realschule und hat tagtäglich mit Schülern zu tun. Die Klasse aber, die jetzt vor ihm sitzt, beeindruckt ihn auf besondere Weise. Sage und schreibe 60 Jahre ist es her, dass diese gestandenen Herren die Schule verließen und ins Leben hinaus gingen. Jetzt sitzen sie wieder zusammen und erinnern sich an die Zeiten, als Konrad Adenauer noch Bundeskanzler war. Solche geschichtlichen Ereignisse spielen bei ihrem Klassentreffen allerdings keine Rolle. Es geht vielmehr um Erinnerungen an jene Jahre, als die Schule, die heute in der Theodor-Heuss-Straße zu finden ist, ihren Standort noch in der Innenstadt hatte, konkret in der Bürgerstraße.

Geistige Zeitreise

Diese Erinnerungen sind wie eine geistige Zeitreise. Dokumentiert werden sie mit dem alten Klassenbuch der damaligen 10c, das Thielert beim Kramen im Archiv tatsächlich fand und ans Licht befördert hat. Das letzte Schuljahr der Klasse begann am 11. April 1958 und endete am 14. März 1959. Festgehalten ist auch eine Klassenfahrt, die die Schüler der reinen Jungenklasse an den Lago Maggiore führte. „Diese Reise haben wir uns leisten können, weil die Bundesbahn damals ein Preisausschreiben gemacht hat, über das wir Freikilometer gewonnen haben“, ruft Reinhard Traphagen in die Runde. Er hat das Treffen federführend organisiert. Mit dieser Aufgabe war er monatelang beschäftigt, denn das Wiedersehen währt immerhin vier Tage und das mit allerlei Programmpunkten. Sogar der Göttinger Oberbürgermeister hat sich mit den einstigen Schülern getroffen. Die waren angetan von dessen Ausführungen, die sich auf geschichtliche städtische Ereignisse Ende der 1950er Jahre bezogen. Der Besuch der Schule in der Heuss-Straße ist nun der letzte Punkt auf der Liste und wird voll ausgekostet.

Kartenspielen im Unterricht

Einiges war vor 60 Jahren anders als heute. Zum Unterricht mussten die Schüler an sechs Tagen in der Woche zur Schule. Die Sitzordnung war in einem Doppel-U angeordnet und die Klasse zählte 39 Schüler. Außerdem gab es noch Noten für die Schönschrift im Deutschunterricht. Der festgehaltene Leistungsabfall im Fach Französisch hingegen dürfte auch heute noch in den höheren Klassen Usus sein. Thielert liest damals eingetragene Tadel vor: „W. benimmt sich mit L. im Religionsunterricht pflegelhaft“, heißt es da. Und: „W. schreibt bei der Klassenarbeit ab.“ Außerdem haben zwei Schüler versucht, in der Stunde Karten zu spielen. „Aus heutiger Sicht eine gut funktionierende, eine harmlose Klasse“, versucht Thielert zu bilanzieren, erfährt aber sofort Widerspruch: „Rabauken waren wir“, beteuert Horst Renner. Und überhaupt wollen die Herren eine zugewiesene Harmlosigkeit nicht auf sich sitzen lassen. Wenn irgendwo an der Schule irgendetwas vorgefallen war, sei zuerst die 10c in Verdacht geraten, der Übeltäter zu sein, heißt es unisono.

Der Wecker-Streich

Befragt nach einem damaligen Streich, erzählt Traphagen von der Pausenglocke, die gleich neben dem Klassenzimmer der 10c installiert war. „Wir haben mehrere Wecker getestet um herauszufinden, welcher dem Ton der Glocke am ähnlichsten war. Diesen Wecker haben wir dann in einem Papierkorb deponiert und an einem Freitag in der letzten Stunde nach 25 Minuten klingeln lassen. Das hat tatsächlich geklappt. Wir hatten nach 25 Minuten Schulschluss“, versichert Traphagen. Ihren Klassenlehrer haben die Schüler zudem bei einer Klassenfahrt stundenlang angeschwiegen, der wusste gar nicht, was los war. „Wenn wir etwas beschlossen haben, haben wir das auch durchgezogen“, beschreibt der Banker im Ruhestand die vielleicht besondere Qualität der Klasse 10c.

Nächstes Treffen nächstes Jahr

Die wohl weiteste Anfahrt hat Volker Schmitt für das Treffen auf sich genommen. Der ehemalige Berufssoldat lebt tief im Süden Deutschlands. „Ich war kein einfacher Schüler“, gesteht er. Aber die Lehrer seien auf seinen Charakter eingegangen. „Ich habe fast alle angebotenen Arbeitsgemeinschaften mitgenommen. Davon habe ich später profitiert“, sagt Schmitt. Schon nächstes Jahr wollen sich die Herren wieder treffen – weil das Wiedersehen in diesem Kreis einfach so viel Spaß macht. Traphagen geht bereits wieder in den Organisationsmodus über.

Von Ulrich Meinhard

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