Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Illegaler Müllabladeplatz Siekhöhe
Die Region Göttingen Illegaler Müllabladeplatz Siekhöhe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:47 19.03.2019
Abfall muss nicht in der Landschaft landen: Der stellvertretende Vorarbeiter auf dem Göttinger Recyclinghof, Till Friedrichs (li.) sowie Fabio Wendenburg nehmen tagtäglich große Mengen an Müll entgegen wie etwa Elektroschrott, der dann noch sortiert werden muss. Quelle: Meinhard
Göttingen

Schön sieht sie nicht aus, die Fläche rund um die einstige Firmenpräsenz der Göttinger Gruppe auf der Siekhöhe. Abgesehen vom Leerstand des Glaspalastes ist das Grundstück teilweise vermüllt. Müll findet sich aber auch weiter westlich am Anna-Vandenhoeck-Ring, dort, wo es keinen unmittelbaren gewerblichen Anlieger gibt. Die hier geschaffenen Parkflächen werden oft von Fernfahrern insbesondere an Wochenenden genutzt. Das bestätigen Anlieger ebenso wie Maja Heindorf von den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB). „Fernfahrer verbringen dort ihre Nächte“, berichtet die Firmensprecherin und weiß durch ihre Kollegen von wenig appetitlichen Geschichten zu berichten. So lande nicht nur Plastik- und anderer Müll, achtlos weggeworfen, auf der Böschung, die vor Ort installierten Abfallbehälter würden von einigen Fahrern auch für ihre Notdurft missbraucht.

„Wir haben einen wunderbaren Recyclinghof

Das Grundstück der einstigen Göttinger Gruppe auf der Siekhöhe ist stellenweise vermüllt. Quelle: Meinhard

„Die Siekhöhe entwickelt sich leider immer mehr zu einem Müllabladeplatz“, bemängelt Barbara Weiß. Sie wohnt im Bereich und bekommt die Vermüllung täglich vor Augen geführt, spätestens dann, wenn sie mit ihrem Hund Gassi geht. Sie schätzt ein, dass die Siekhöhe nicht nur von Fernfahrern, sondern auch von Personen aus der Region regelrecht als wilder Müllabladeplatz missbraucht wird. So mancher Abfall liege seit zwei Jahren an Ort und Stelle. Für die Fernfahrer kann sie schlechterdings sprechen, aber allen Menschen in und um Göttingen möchte sie ins Stammbuch schreiben: „Wir haben einen wunderbaren Recyclinghof. Die Abgabe von Abfall ist nach meiner persönlichen Erfahrung in der Regel kostenfrei. Das kann sogar richtig Spaß machen.“ Stattdessen aber gebe es Personen, die lange Wege auf sich nehmen, um in der Natur ihren Schrott abzuladen, schüttelt sie den Kopf. Offenbar hat der ein oder andere Bürger die an der Autobahn 7 und im Stadtgebiet etwas abseits gelegene Siekhöhe für diese illegale Handlung erkoren, zum Ärger der Anwohner und Gewerbetreibenden.

Nicht gewidmete Flächen

Der im Bereich der Siekhöhe entlang fließende Rehbach muss so manchen Mülleintrag erdulden. Quelle: Meinhard

Die Frage ist nun, wer steht in der Pflicht, um das Areal zu bereinigen? „Auf öffentlichen Flächen sind die GEB für die Reinigung und Müllbeseitigung zuständig. Bei der Fläche Groner Siekanger handelt es sich um nicht gewidmete Flächen, die grundsätzlich noch in der Pflicht des Baulastträgers sind. Eine regelmäßige Reinigung erfolgt durch uns dort nicht“, erklärt Heindorf. Das Gelände der Göttinger Gruppe liege ebenso in der Pflicht des Grundstückseigentümers. Der sei privat und könne aus Datenschutzgründen nicht namentlich genannt werden, heißt es aus der Pressestelle der Stadtverwaltung.

Hinweise an Mängelmelder

Böschungsbereiche auf der Siekhöhe sind stellenweise übersät mit weggeworfenem Abfall. Quelle: Meinhard

„Es kommt im Stadtgebiet an verschiedenen Stellen immer mal wieder zu solchen Vorfällen“, sagt Nina Winter von der Pressestelle zum leidigen Thema der Vermüllung. Mitarbeiter der Verwaltung würden vor allem dann der Sache nachgehen und kontrollieren, „wenn die Stadt darauf aufmerksam gemacht wird“, verdeutlicht Winter. Sie ergänzt: „Hinweise zu wilden Müllablagerungen können Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel beim städtischen Mängelmelder eintragen.“ Der kann auf der Internetseite der Stadtverwaltung unter www.goettingen.de/maengelmelder aufgerufen werden.

Entsorgungsanlagen im Landkreis

Neben dem Recyclinghof Göttingen in der Rudolf-Wissell-Straße 5 stehen für Bürger aus dem Umland die Entsorgungsanlagen in Deiderode, Breitenberg, Dransfeld und Hattorf am Harz für die Abgabe von Abfall zur Verfügung. Weitere Informationen im Internet gibt es unter der Adresse www.landkreisgoettingen.de.

Vieles wird kostenfrei angenommen

Die GEB informieren sehr umfangreich über die eigenen angebotenen Leistungen. Sehr detailliert erfolgt das auf der Internetseite www.geb-goettingen.de. Hier ist aufgelistet, welche Abfallarten der Recyclinghof zu welchen Kosten entgegennimmt. Sogar ganze Lastwagen und Autos können hier gegen einen relativ geringen Obolus regelkonform und umweltgerecht entsorgt werden. Die Abgabe von Elektro- und Elektronikabfall (wovon die Göttinger reichlich Gebrauch machen – täglich füllen sich hier bis zu sechs Gitterboxen) ist ebenso kostenfrei wie die Abgabe von Kartonagen, Papier, Altkleidern und Sperrmüll bis zu zwei Kubikmeter (für private Anlieferer). Baum- und Strauchschnitt sowie andere Gartenabfälle kosten hingegen, außerdem werden Gebühren berechnet bei Baustellenabfällen und Schadstoffen wie Altöl und Säuren. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der GEB unter www.geb-goettingen.de.

Müll in Feldflur von Esplingerode

Bauschutt und Strauchschnitt im Landschaftsschutzgebiet

Esplingerodes Ortsvorsteherin Christa Kellner ärgert sich über illegale Ablagerungen in der Feldflur Quelle: Eichner-Ramm

„Warum machen Menschen das?“ Esplingerodes Ortsvorsteherin Christa Kellner kann nicht verstehen, warum immer wieder Unrat aller Art in der Feldmark der Duderstädter Ortschaft illegal entsorgt wird.

Von Britta Eichner-Ramm

Derzeit droht nach Auffassung der Ortsvorsteherin der Bereich Hoher Baum nördlich der Ortschaft zur wilden Deponie zu werden. Beim Naturdenkmal, einer um 1840 gepflanzten Winterlinde, liegt seit etwa drei Wochen ein großer Haufen von Gehölzschnitt. Leute aus den umliegenden Dörfern, so vermutet Kellner, hätten den Baum- und Strauchschnitt dort abgeladen. Sie habe Hinweise erhalten, dass der Übeltäter dabei beobachtet wurde. Für eine Anzeige reiche das nicht, bedauert Kellner, denn bis die Polizei eintreffe, sei derjenige längst wieder weg.

Im Landschaftsschutzgebiet wie dem Bereich am Hohen Baum bleibt die Natur weitgehend sich selbst überlassen. Es darf auch mal ein Ast abbrechen, der dann liegen bleibt und langsam verrottet. Mancher glaube dann wohl, er dürfe seine Gartenabfälle dazu legen, so die Ortsvorsteherin. Dabei biete der Landkreis Göttingen für wenig Geld die Möglichkeit, das Schnittgut beispielsweise in der Entsorgungsanlage in Breitenberg abzugeben. „Da fahren die Leute nach Italien oder sonstwo hin, und schaffen es nicht, die paar Kilometer zur Mülldeponie zu fahren“, ärgert sich Kellner. „Das Problem ist, dass ich schon Anrufe von Bürgern erhalte und gefragt werde, ob sie auch ihren Strauchschnitt dazu legen könnten.“

Termine für freiwilligen Frühjahrsputz

Frühjahrsputzist angesagt – und das nicht nur in den privaten Haushalten, sondern auch in Stadt und Landkreis Göttingen. Freiwillige Helfer machen sich auf, um achtlos Weggeworfenes oder bewusst illegal Entsorgtes einzusammeln. Hier eine Terminauswahl:

Auf den jährlich ausgerufenen stadtweiten Frühjahrsputz setzen Stadtverwaltung Göttingen und die GEB. Zum Frühjahrsputz XXL wird in der Woche vom 1. bis zum 6. April aufgerufen. In dieser Woche können Helfer „eine kurze Zeitspanne der Sauberkeit in ihrem Wohn-, Arbeits-, Schul- und Freizeitumfeld widmen“, so steht es auf der Internetseite der Stadt Göttingen.

Frühlingsoffensive Duderstadt: Zum 17. Mal sind Duderstädter Institutionen, Behörden, Vereine und Verbände in allen Ortsteilen aufgerufen, sich an der „Frühlingsoffensive“ zu beteiligen. Der Auftakt ist für Dienstag, 19. März geplant. Im Anschluss werden sich verschiedene Gruppen oder Privatleute bis Ostern um mehr Sauberkeit in ihrer Stadt kümmern. Wer noch mitmachen möchte, kann sich unter 0 55 27 / 98 71 212 anmelden.

Umwelttag Bilshausen: Der Heimat- und Verkehrsverein Bilshausen organisiert auch 2019 einen Umwelttag. Treffpunkt für die freiwilligen Helfer ist am Sonnabend, 30. März, um 9 Uhr an der Carl-Strüber-Sporthalle. Von dort aus werden fünf Gruppen eingeteilt, die auf verschiedenen Touren etwa zweieinhalb Stunden unterwegs sein werden. Georg Engelhardt hofft auf rege Beteiligung der örtlichen Vereine.

Müllsammelaktionder Freiwilligen Feuerwehr in Esplingerode: Die Freiwillige Feuerwehr Esplingerode startet zu ihren Müllsammel-Touren in der Esplingeröder Feldmark am Sonnabend, 23. März. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Feuerwehrhaus.

Wenige Meter weiter von dem Haufen dicker und dünner Äste am Hohen Baum deutet Kellner auf einige stattliche Steine, die Unbekannte vermutlich ebenfalls mit einem Fahrzeug hierher gefahren und an der Böschung entsorgt haben. Die etwa zehn Brocken sehen aus, als wären sie an anderer Stelle ausgegraben worden. Daneben liegen Ziegelsteine – eindeutig Bauschutt. Kellner kennt noch weitere Stellen in der Esplingeröder Feldmark, wo immer wieder Müll illegal entsorgt wird. So zeigt sie an einer Stelle neben der früheren Bundesstraße in Richtung Westerode auf mehrere Betonsäcke und gelbe Säcke, gefüllt mit allerlei Müll.

In der Vergangenheit seien auch schon etliche Reifen und Elektroschrott „in unserer Feldflur entsorgt“ worden, so Kellner. Meist wählten die Umweltsünder Stellen, die gut mit dem Fahrzeug erreichbar oder nicht direkt einsehbar sind, so die Beobachtung Kellners.

Wilde Ablagerungen

Der Landkreis ist zuständig für die Bereiche außerhalb der Ortslagen. Erhält die Behörde Kenntnis von Müllplätzen in der Natur, erfolgt in der Regel „grundsätzlich ein Ortstermin, soweit nicht der Hinweis bereits zweifelsfrei ist“, etwa bei Hinweis von einer Ordnungsbehörde, erklärt Landkreisverwaltungssprecherin Andrea Riedel-Elsner. Dann werde „die ordnungsgemäße und schadlose Entsorgung durch den Landkreis über Dritte beauftragt. Hier wird auch auf Verbände, Realgemeinden oder Vereine zurückgegriffen, die zum Beispiel mit Umwelttagen aktiv sind.“

Durchschnittlich zwei bis drei Meldungen „über wilden Müll“ gingen täglich bei der Abfallbehörde ein, so Riedel-Elsner weiter. Außer Strauchschnitt und Autoreifen werde jede Art von Gartenabfällen, Grasschnitt in Randlagen, alle Arten gemischter Siedlungsabfälle – meist in Säcken –, aber auch Elektrogroßgeräte und Sperrmüll, Bauschutt, mineralische Bauabfälle, leere Farbeimer und gemischte Bauabfälle entsorgt, „seltener Behältnisse mit unbekannten oder gefährlichen Inhalten“, so die Information aus der Abfallbehörde.

Über das Landkreisgebiet verteilt gebe es verschiedene Plätze, die immer wieder für wilde Ablagerungen genutzt würden. „Eine weitere zu beobachtende Unart ist es momentan, dass vermehrt Grasschnitt und zum Teil asbesthaltige Wellasbest-Dachplatten (gefährliche Abfälle) in Waldgebieten wild abgelagert werden“, so die Verwaltungssprecherin weiter. Sollte sich ein Verursacher ermitteln lassen, werden ihm die Entsorgungskosten in Rechnung gestellt und die Einleitung weiterer Maßnahmen (Ordnungswidrigkeits- oder Strafverfahren) geprüft.

Auch der Duderstädter Bauhofleiter Frank Widera kennt das Problem, wenngleich der Bauhof der Stadt Duderstadt innerhalb der bebauten Bereiche zuständig ist. „Wenn wir Hinweise auf Unrat in der Landschaft bekommen“, sagt Widera, „dann geben wir das an den Landkreis weiter“. So geschehen mit der Meldung, dass im Bereich Rote Warte 20 bis 25 Altreifen „von oben in die Schlucht geworfen worden sind“.

Von Ulrich Meinhard

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Thema Klimaschutz mobilisiert. Das zeigt sich nicht nur freitags auf der Straße. Auf große Resonanz ist eine von Jürgen Trittin moderierte Podiumsdiskussion mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer im Jungen Theater gestoßen.

19.03.2019

Achtung, Autofahrer! Ab Montag, 25. März, wird rund um die Sternstraße in Göttingen gebaut. Das bedeutet: Bis Ende Juli sind Straßensperrungen und andere Einschränkungen zu erwarten.

19.03.2019

Keine Schokolade, kein Rotwein, keinen älteren Käse – und das sind nur einige Lebensmittel, auf die Patienten mit Histaminunverträglichkeit verzichten müssen. Corina Myrth-Klages ist dabei sehr diszipliniert. Ihr Darm und ihr ganzer Körper danken es ihr.

19.03.2019