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Göttingen Göttinger Stadtforstam setzt auf „Klasse statt Masse“ bei Holzvermarktung
Die Region Göttingen Göttinger Stadtforstam setzt auf „Klasse statt Masse“ bei Holzvermarktung
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20:47 29.07.2014
Betriebsausflug zum Göttinger Dach: Mitarbeiter des Stadtforstamtes begutachten das mit Göttinger Holz gebaute Blockhaus. Quelle: EF
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Göttingen

Diese Verwendung des Holzes decke sich mit der Nutzungsphilosophie des Stadtforstamtes, sagt Martin Levin, Leiter des Fachdienstes Stadtwald: das Holz „möglichst“ in der Region zu verkaufen. Zudem solle das Holz langfristig verwendet werden, um das Klima zu schützen und dauerhaft Kohlendioxid zu binden, sagt Levin.

Bis zu 70 Prozent des Holzes aus dem Stadtwald werde zu „langlebigen Produkten“ verarbeitet. „Im Falle der Blockhäuser für mindestens 150 Jahre“, erklärt Levin. Nicht zuletzt solle das Holz zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden und so die lange Betreuung der Bäume belohnen.

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Neue Märkte für Holz aus dem Stadtwald soll der jüngst eingestellte Forstmitarbeiter Thorsten Gundlach erschließen. Lange Jahre habe er in der Furnierbranche gearbeitet und verfüge über Kontakte zu wichtigen Verarbeitern, sagt Levin. Gundlach hat auch den Kontakt nach Leipzig vermittelt.

Schwarze Linienzeichnung in der Maserung

Auch neue Arten der Holzbehandlung soll er fördern. So lasse sich sogenanntes gestocktes Holz teuer verkaufen. Dabei handelt es sich um von Pilzen und Sporen durchzogenes Holz, das als typisches Merkmal eine schwarze Linienzeichnung in der Maserung aufweist. Furniere aus diesem Holz seien derzeit sehr gefragt, sagt Levin.

Zwischen 350 000 und 400 000 Euro erwirtschaften Levin und sein Team in diesem Jahr voraussichtlich aus dem Holzverkauf. Auf bis zu 5800 Kubikmeter Holz beläuft sich die Göttinger Holzernte jährlich. Ziel sei es, so Levin, möglichst viele „Althölzer“ aufzubauen und zu erhalten. Denn Bäume ab einem Alter von 120 Jahren hätten einen „wesentlich wertvolleren Zuwachs als junge Bäume“.

Auch hätten alte Bäume einen höheren Wert für den Naturschutz. Erntekosten und Holzerlöse pro Festmeter liegen bei Bäumen mit einem Stammdurchmesser von bis zu 25 Zentimetern sehr dicht beieinander. Je dicker die Bäume werden, desto niedrigere Kosten, desto höhere Erlöse. „Klasse statt Masse“, lautet die Holzverkaufsphilosophie des Stadtforstamtes.

Holzvorrat gesteigert

Dabei sei die Erntemenge so abgestimmt, dass sich die Menge und Anzahl der dicken und alten Bäume nicht verringere, erläutert Levin. Der Holzvorrat pro Hektar hat sich in Göttingen zwischen 2000 und 2010 von 299,9 Erntefestmeter auf 352,1 gesteigert. Der laufende jährliche Holzzuwachs beträgt im Stadtwald knapp acht Festmeter.

Die Holzpreise liegen im Stadtforst bis zu 20 Prozent über denen vergleichbarer Nachbarbetriebe. Der durchschnittlich erzielte Festmeterpreis lag in diesem Jahr bei Buchenstämmen bei 90 bis 180 Euro, bei Eschenstämmen bei 17 bis 260 Euro, bei Vogelkirschstämmen bei 425 Euro.

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