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Göttingen Göttinger Symphonie Orchester sucht neuen Geschäftsführer
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13:19 05.03.2019
GSO-Geschäftsführer Klaus Hoffmann geht in den Ruhestand. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Hoffmann hatte Ende 2016 interimsmäßig den Posten beim GSO von Karolin Loh übernommen. Zunächst wollte Hoffmann, bis 2012 Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWG) und eigentlich im Ruhestand, nur ein paar Monate bleiben. Nach einem halben Jahr in der Position habe er sich allerdings entschieden, einen Zwei-Jahres-Vertrag zu unterschreiben. Er habe das für einen Zeitraum machen wollen, „der es mir ermöglicht, etwas zu gestalten und umzusetzen“, sagt Hoffmann über seine Motivation damals.

Engagierte Führungspersönlichkeit gesucht

Ende August gehe er nun ganz planmäßig. „Ich werde im Herbst 72“, sagt der Geschäftsführer. Und er wolle sich nun nicht überreden lassen, noch ein Jahr dran zu hängen. Zum 1. September wird also ein neuer Geschäftsführer für das Göttinger Orchester gesucht. 130 Konzerte gibt das GSO pro Spielzeit, 51 Planstellen gibt es momentan, mit Nicholas Milton hat das Orchester seit Sommer 2018 einen neuen Chefdirigenten. Gesucht wird laut der Ausschreibung eine engagierte Führungspersönlichkeit mit hoher Affinität zur klassischen Musik. Die Bewerbungsfrist endet am 14. April.

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Auf den neuen Geschäftsführer/ die Geschäftsführerin warten viele Projekte, eines mit hoher Priorität. „Wir haben das Thema Stadthalle“, so Hoffmann. Momentan gibt es keine Gewissheit, ob die Stadthalle wie ursprünglich geplant saniert wird oder wegen der Kostenexplosion bei der Sanierung doch abgerissen werden soll. Damit fehlt dem Orchester auf unbestimmte Zeit die feste Spielstätte.

Problematik rund um die Spielstätten

„Selbst wenn es bei der Sanierung der Stadthalle bleibt, müssten ja noch für drei Jahre andere Spielstätten gesucht werden“, so Hoffmann. „Wir müssen uns ein Stück weit neu erfinden.“ Das Stammpublikum lasse sich überreden, immer wieder in neue Säle zu kommen. Trotzdem fürchtet Hoffmann einen gewissen Vertrauensverlust. „Die Leute nehmen das nicht so hin.“ In der Problematik rund um die Spielstätten liege aber auch eine Chance ein neues Publikum, ein jüngeres Publikum dazu zu gewinnen, wie etwa mit dem Broadway-Programm in der Lokhalle.

Ein weiteres Thema für die neue Geschäftsführung sei die Digitalisierung. Hier sei das GSO auf einem guten Weg, habe beispielsweise an einem Bundesprogramm zur Digitalisierung kleinerer Unternehmen teilgenommen. Auf dem Wunschzettel des GSO steht auch die vermehrte Akquisition von Gastspielen und effektive Marketingmaßnahmen. Verbessert werden sollen auch die Förderstruktur und das Spendenaufkommen.

Finanziell stabil

Die finanziellen Grundlagen sind nach Hoffmanns Worten gut, sein Nachfolger werde nicht in eine so dramatische Situation kommen wie er Anfang 2017. Damals sei das GSO an der Schwelle zum Absturz gewesen. Er könne eine Gesellschaft übergeben, das finanziell stabil ist.

Von Christiane Böhm

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