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Göttingen Boat People Projekt im Schwimmbad
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11:54 21.04.2018
Begegnungen zwischen den Geschlechtern im Schwimmbad: die Schauspieler des Boat People Projekts. Quelle: R
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Göttingen

Bauch einziehen, Brust raus, ein bisschen promenieren und angeben: So beginnen sie meist die Begegnungen im Schwimmbad. Das junge Boat People Projekt hat zusammen mit der Autorin und Regisseurin Luise Rist zum Thema Annäherung im Alltag das Theaterstück „Eiswiese. Girl meets Boy“ gemacht. Am Freitagabend hatte es Premiere.

Im jungen Boat People Projekt spielen junge Flüchtlinge und Deutsche zusammen Theater. Rist hat mit Afghanen, Syrerinnen, Kurden, Roma aus Serbien, mit Eritreerinnen, mit Menschen aus Burundi und Deutschland ein Stück über die Schwierigkeit, sich selbst zu präsentieren und sich dabei nicht zu verlieren erarbeitet. Das Projekt wurde vom Migrationszentrum Göttingen unterstützt. Hans Kaul begleitete den Abend musikalisch und arrangierte die Songs.

Einfach dazu gehören

Voll besetzt ist der Raum, eng beieinander sitzen die Zuschauer auf kleinen Holzstühlen. Ein grüner Kunstrasen nebst etwas wackeligem Bademeisterturm und einer Umkleidekabine (Bühne und Kostüme: Sonja Elena Schoeder) bringt Schwimmbad-Atmosphäre in den kleinen Theaterraum, den das Boat People Projekt im Gebäude des ehemaligen Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg eingerichtet hat.

Zunächst läuft ein kurzer Film über die Arbeit am Stück. Viel Lachen, viel Bewegung, viel Enthusiasmus: Im Vordergrund und im Herzen bewegte die Gruppe das Gefühl, einfach dazu zu gehören. Zu einem Theaterprojekt, zu einer Gemeinschaft, heißt es auf der Homepage des Projekts. Man kann es sehen.

Es ist Sommer und alle gehen in das Freibad Eiswiese. „Ich bin vom Fünf-Meter-Turm gesprungen“, „Ich habe einen Film gedreht“, “Ich bin der Bademeister“, „Kommt doch ins Wasser“. Das sich-selbst-Präsentieren fällt nicht allen leicht.Zunächst verlaufen die Begegnungen wie gewohnt: alle sind bemüht eine schöne Fassade aufzubauen. Bei den Männern wunderbar symbolisiert durch Waschbrettbauch-Imitate, die sie sich alle umhängen. Ein Versteckspiel gibt es auch mit den Namen. Amor oder doch Markus, Artemis oder Kunigunde.

Lieder von Trauer und Sehnsucht

Versatzstücke bieten Rist und ihre Schauspieler, zusammengehalten durch Songs der jungen Flüchtlinge. „Wenn du sinkst, hole ich dich aus dem kalten Wasser, ich gebe nicht auf“, heißt es darin, von Demut, von der Angst davor, seine Meinung zu sagen, ist die Rede. Von der Trauer darum, dass die Mutter nicht mehr sehen kann, was der Sohn erreicht hat. Von Sehnsucht nach Liebe. Gesungen wird dies in den entsprechenden Landessprachen, über die kleine Leinwand läuft eine Übersetzung. Mit schönen Stimmen und gelungenen Arrangements überzeugen diese Lieder.

Und sie funktionieren als Annäherung. Nach einiger Zeit reicht es zu mehr Ehrlichkeit. „Ich war heute gar nicht im Wasser“, „Ich habe keinen Film gedreht“, „Ich will nicht mit den anderen Männern duschen“, denn dass bleibt fremd und unangenehm.

Ein schönes kleines Theaterstück mit nachdenklichen Momenten. Das Publikum ist begeistert und spendet ausgiebig Applaus.

Mehr Informationen über Eiswiese – Girl meets Boy

Es spielen: Ahmad Alhawash, Atiena Abednia, Ehab Alo, Jan-Erik, Taghrid Alnajjar, Aijdi Husovic, Mohammed Shoeib Ghafory, Arifullah Zadran, Moussa Ibrahim, Parsa Rewajudin, Yorda Dawit, Azad Ibrahim Abdi, Marie Nsimba, Tesfazghi Berhe, Moussa Mohamedamn.

Die nächsten Vorstellungen sind am Sonnabend, 21. April, Donnerstag, 26. April (hier gibt es nur noch ganz wenige Karten!) und am Freitag, 27. April. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im ehemaligen IWF, Nonnenstieg 72. Tickets an der Abendkasse, Gruppenreservierungen sind möglich bei Birte Müchler unter presse@boatpeopleprojekt,de

Von Christiane Böhm

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