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Göttingen Erfolgreiches Programm für Quereinsteiger: Endlich neue Busfahrer in Göttingen
Die Region Göttingen Erfolgreiches Programm für Quereinsteiger: Endlich neue Busfahrer in Göttingen
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19:12 24.10.2019
Neue und angehende Busfahrer: Uwe Lenz, Nazlije Ibrahimi, Esma Erdogan und Gunnar Fischer (vorne von links). Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Göttingen

Als „kleine Erfolgsgeschichte bezeichnet Michael Neugebauer, Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB),das Projekt, mit dem jetzt die ersten 18 neuen Busfahrer übernommen werden konnten.

Neugebauer hatte Kontakt aufgenommen mit Maik Gronemann-Habenicht, Teamleiter im Arbeitgeber-Service bei der Göttinger Agentur für Arbeit. Sie initiierten eine Informationsveranstaltung für Menschen ohne Arbeit. Vor allem auch Quereinsteiger sollten angesprochen werden.

Eignung unter Beweis gestellt

18 Interessierte fanden sich schließlich, die einen fünfmonatigen Lehrgang starteten. Drei Monate lang erhielten sie theoretischen Unterricht und Fahrstunden und machten den Führerschein, der sie befähigt, Busse zu lenken. Ein zweimonatiges Praktikum bei den GöBV schloss sich an. Alle Teilnehmer bestanden ihre Fahrprüfung, alle stellten während der beiden Praktikumsmonate ihre Eignung unter Beweis –und alle erhielten einen Arbeitsvertrag.

„Sie haben eine sehr gute Perspektive und werden wohl nie wieder arbeitslos sein“, sagte Geschäftsführer Neugebauer und verwies auf die Krisensicherheit des Berufs. Allerdings erinnerte er auch an die Verantwortung, die die Fahrer tragen. In Gelenkbussen chauffieren sie bis zu 130 Fahrgäste, darunter zu den Stoßzeiten auch viele Schüler „in einem Verkehr, der nicht immer ganz einfach ist“.

Circa 35 arbeitsunfähige Kollegen

Etwa 270 Busfahrer sind derzeit bei den GöVB angestellt. In den vergangenen Monaten waren zeitweilig weit mehr als 60 Fahrer krankgeschrieben.Derzeit sind es noch circa 35 arbeitsunfähige Kollegen. 1500 Tage an Überstunden auf den Konten der fahrenden Kollegen hätten sich angesammelt, berichtete Neugebauer. Auf dem Markt seien keine Kraftfahrer verfügbar, bestätigte Gronemann-Habenicht.

Die Agentur für Arbeit hat diese Ausbildung der neuen Fahrer finanziert. Etwa 11500 Euro kostete jeder neue Fahrer, sagte Gronemann-Habenicht, bis zu 8000 Euro davon der Führerschein. Der Rest werden in mehr Qualität und mehr wissen angelegt. „Das ist gut investiertes Geld.“

Krisensicherheit des Jobs

Einer, der das Programm durchlaufen hat, ist Uwe Lenz. Der 54-jährige Göttinger hat vorher als Personalfachkaufmann gearbeitet – „ohne Perspektive“, sagte er. Er fährt bereits Stadtbusse, wie die Kollegen auch auf wechselnden Linien. Er schätz an seinem neuen Beruf die Krisensicherheit. „Man kommt mit Menschen in Kontakt. Es ist eine Arbeit, die zufriedenstellt.“

Lenz hat das Programm gemeinsam mit Gunnar Fischer durchlaufen, auch er schon mit einem GöVB-Vertrag ausgestattet. Der 34 Jahre alte Göttinger war vorher über Zeitarbeit in der Produktion tätig. „Ich hatte noch nicht gefunden“, sagte er. Über seinen neuen Job sagt er: „Man macht sich nicht kaputt. Wenn’s draußen regnet, sitze ich im Trocknen, wenn’s draußen warm ist, sitze ich im Kühlen – wenn die Klimaanlage funktioniert.“

Drei Frauen dabei

2500 Euro brutto Monatsgehalt zahlen die GöVB im ersten Jahr. Zulagen für Wochenenddienste und Ähnliches werden oben drauf gesattelt. Das wollen auch Esma Erdogan (46) und Nazlije Ibrahimi (50) bald verdienen. Sie sind zwei der 14 Teilnehmer des Folgeprogramms, das im September gestartet ist. Diesmal sind auch drei Frauen unter den 14 Teilnehmern. Ibrahimi schätzt an ihrer neuen Aufgabe vor allem den „tollen Sound“ des Motors und das Gefühl, wenn der Motor zieht. Und Erdogan sagt voller Überzeugung: „Was ein Mann kann, kann ich auch.“

Von Peter Krüger-Lenz

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