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Göttingen Auf der Suche nach Spuren der Ordensritter
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00:30 09.06.2018
Grabung auf dem Gelände der Kommende: Superintendent Friedrich Selter, Projektleiter Peter Friele und Archäologe Kai Gößner. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Im Mittelalter residierte ein geistlicher Ritterorden, der „Deutsche Orden”, dort, wo künftig das neue „Forum Kirche” gebaut werden soll. Das Gelände der Kommende der Ordensritter ist seit langem ein Parkplatz, jetzt wird dort gegraben. Archäologen wollen herausfinden, wann, wie und wo die Menschen in dem Kloster einst lebten.

Gebäude der Kommende von 1318

Entlang der Groner Straße stehen sie noch, die Gebäude und das Tor des Deutschen Ordens. „Wir wissen, dass diese Gebäude ab 1318 errichtet wurden”, sagt Archäologe Kai Gößner. Eine Kapelle, kleiner als die heutige Marienkirche, stand bereits im 13. Jahrhundert am Platz der heutigen Kirche. Die alten Kapellen-Umrisse sind noch an der Fassade der Marienkirche zu erkennen.

Auf dem Gelände der Kommende an der Marienkirche findet eine archäologische Grabung statt. . Quelle: Christina Hinzmann

Die Archäologen vermuten, dass die Gebäude der Kommende des Ordens einst den gesamten Platz umgaben. Das wollen sie unter anderem durch die Grabung belegen. Gab es bereits zuvor dort Gebäude? Wie lange standen die Häuser? Wie lebten die Menschen dort? Gößner und sein Team wollen das und mehr herausfinden.

Grabung bis September

„Wir haben für Grabungen einen Zeitraum bis September einkalkuliert”, erklärt Peter Friele, Projektleiter im Kirchenkreisamt Göttingen-Münden. „Die Ausgrabung kam ja nicht überraschend, wir haben damit gerechnet”, sagt auch Superintendent Friedrich Selter. Der Zeitplan des Neubaus sei dadurch nicht gefährdet, er werde aber teurer.

Parkhaus von 1969

Das besonderer an der Fläche: Seit dem Abriss der alten Häuser in den 70er und 80er Jahren an der Straße Neustadt - das Parkhaus wurde 1969 gebaut - wurde dort nicht mehr gebaut. Unter der Asphaltdecke schlummerten ungestört Mauer- und Pflasterreste der vergangenen Jahrhundert

Zieglsteinmauern von 1890

Die Archäologen der Firma Arcontor, die im Auftrag der Stadt und der Kirche arbeiten - haben bereits ein Stück altes Pflaster freigelegt, das direkt unter der Oberfläche liegt. Wie alt es ist, sei unklar, sagen die Fachleute, die Grabung habe ja gerade erst begonnen. Freigelegt wurden auch einige Mauern, teils aus Bruchstein, teils aus deutlich neueren Ziegelsteinen – die stammen aus der Zeit um 1890. „Das was wir bislang gefunden haben, bestätigt, dass die Gebäude der Kommende vermutlich polygonal einen Hof umgaben”, so Gößner.

Welfen ließen Neustadt erbauen

Aus alten Quellen ist bekannt, dass die angrenzende Neustadt um 1300 von den Welfen außerhalb der alten Stadtmauern errichtet wurde, um den Göttingern quasi Konkurrenz zu machen. „Das hat aber nicht funktioniert”, so Gößner. Von den ursprünglichen Bauten der Neustadt ist kaum etwas übrig geblieben - die Mauerreste unter der Erde hingegen schon. Bevor die Tiefgarage des Forums Kirche gebaut wird, sollen alle Informationen gesichert werden.

Alte Bruchsteinmauer auf dem Gelände der Kommende. Quelle: Christina Hinzmann

An einigen Stellen haben die Archäologen bereits den Leineschotter erreicht, darüber, etwa einen halben Meter tief unter dem heutigen Niveau, gibt es die ersten Siedlungsspuren, beispielsweise Holzkohlereste.

Selter: „Wir sind uns unserer historischen Verantwortung bewusst“

Gößners Konzept sieht vor, dass zunächst ein Querschnitt durch das gesamte Grundstück gezogen wird. Die Vorsondierungen umfassen drei so genannte Suchschnitte mit jeweils vier mal zehn zehn Metern Größe. Die Vorsondierung soll nach drei Wochen abgeschlossen sein, anschließend erfolgt eine erste Auswertung. „Wir sind uns unserer historischen Verantwortung bewusst und wollen daher das uns anvertraute Erbe sorgfältig behandeln und mögliche Funde herausarbeiten“, sagte Selter. Sollten Befunde sichtbar gemacht werden können, solle auch die Öffentlichkeit dazu Zugang erhalten.

Im Gebäude des Forums Kirche sollen Bereiche der Diakonie gebündelt werden. Das Bauvorhaben soll rund 7,2 Millionen Euro kosten.

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