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Göttingen So ist es in der neuen Neongolf-Anlage in Göttingen
Die Region Göttingen So ist es in der neuen Neongolf-Anlage in Göttingen
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20:25 19.12.2018
Das Tageblatt hat sich die neue Neongolf-Anlage vorab angeschaut. Und den psychedelischen Freizeitspaß ausprobiert. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Minigolf. Im Dunkeln. Umgeben von grellen Farben. Was in anderen Städten schon für Besucheranstürme gesorgt hat, ist nun auch in Göttingen möglich. Das Tageblatt hat sich die neue Neongolf-Anlage vorab angeschaut. Und den psychedelischen Freizeitspaß ausprobiert.

„Ist das jetzt ein echtes Hindernis – oder wirkt das nur so aufgrund der Farben?“ grübele ich noch, bevor ich den Schläger schwinge. Denn so wirklich traue ich meinen Augen noch nicht, hier in dieser Neonwelt, in der die Optik dank einer 3D-Brille merkwürdig verschoben ist. Und tatsächlich – wo ich glaubte, einen Weg durch das Hindernis erahnt zu haben, prallt der Golfball ab. Minigolf unter psychedelisch erschwerten Bedingungen.

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Sechs Wochen lang hat ein Künstler der Standortleitung zufolge an den Werken in der neuen Neongolf-Anlage in Göttingen gefeilt. Ein Eindruck von den insgesamt 18 Bahnen.

Möglich ist das in Göttingen, seit am Mittwoch die Neongolf-Anlage im Groner Industriegebiet eröffnet hat. Es ist ein Trend, der aus Holland nach Deutschland geschwappt ist, unter anderem in Hannover zu den laut Google gefragtesten Freizeitaktivitäten gehört. Zwar gelten die üblichen Minigolf-Regeln. Doch von den sonst üblichen Parks wird das Spiel hier in Lagerhallen verlegt. Und dort wird das Licht ausgeschaltet. Nur Schwarzlicht bleibt an – was aufwendige Wandmalereien ebenso wie die Markierungen der Bahnen in grelle Farbtöne hüllt.

Im ersten Raum der 300 Quadratmeter großen Göttinger Anlage bedeutet das: Grünlich schimmernder Seetang entlang der Wände, bunte Korallen auf dem Boden, dazu ein fluoreszierender Hai. Und mitten im Raum ein riesiger, rot leuchtender Tintenfisch. Der ist zwar eigentlich nur auf die Rückwand gepinselt. Doch weil die Besucher sogenannte Prismabrillen tragen, ergibt sich ein 3D-Effekt, bei dem der Oktopus über den Bahnen schwebt.

Schwieriger als gedacht

Dieser plastische Effekt beeinflusst auch das Spiel. Die Ränder der Bahnen sind so angemalt, dass sie sich deutlich abheben und gut erkennbar sind. Bei manchen Hindernissen scheint das Göttinger Team hingegen mit der trügerischen Optik gespielt zu haben – nicht immer ist der Weg zum Loch dort, wo man ihn zunächst vermutet hat. „Da sind schon Arbeit und Hobby verschmolzen“, sagt Alexander Hildebrand lachend.

Der Standortleiter hat schon Lasersport in Göttingen etabliert. „Mittlerweile mit Kunden aus ganz Südniedersachsen und aus Kassel“, wie er betont. Mit Neongolf kommt nun eine weitere Aktivität hinzu. Die Erfolgsaussichten schätzt Hildebrand als sehr gut ein – auch, weil Minigolf anders als Lasersport nicht nur agile, junge Menschen anspreche, sondern auch ältere Besucher. „Im Vergleich zur klassischen Minigolfbahn haben wir aber den Vorteil, vom Wetter unabhängig zu sein.“

Eine grüne Umgebung finden Besucher in der Halle trotzdem vor – in der zweiten Themenwelt. Die widmet sich dem Dschungel. Gemalte Lianen ranken sich entlang der Wände, das Schwarzlicht verwandelt Orchideen in ein regelrechtes Neonfarbenmeer. Zugleich werden die Bahnen komplexer. Auf einer sogenannten Pit-Pat-Bahn müssen Spieler den Schläger in Billard-Manier einsetzen. Oder der Ball verschwindet an einer Wand, um dann entlang der Decke geführt am anderen Ende des Raums wieder aufzutauchen.

Golfball im Orbit

Die letzten sechs der insgesamt 18 Bahnen sind in einem Weltraumszenario angesiedelt. Hier ist es noch dunkler, an den Wänden leuchten Raumschiffe – die dank der Prismabrillen durch den Raum zu jagen scheinen. Und spätestens, wenn ein geschlagener Ball entlang der im Dunkeln unsichtbaren Bahnen eine regelrechte Umlaufbahn um einen rötlich schimmernden Gasgiganten zieht, wähnt sich manch ein Minigolfer endgültig im Rausch. Auch, weil aus Lautsprechern leise sphärische Klänge für zusätzliche Atmosphäre sorgen.

Weil jeweils nur eine begrenzte Zahl an Spielern auf den Parcours passt, empfiehlt sich eine Voranmeldung. Auch Exklusivbuchungen für ganze Gruppen sind möglich.

Von Christoph Höland

22.12.2018
22.12.2018