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Göttingen Großdemo am Freitag in Göttingen – Bündnis pro Klimaschutz wächst
Die Region Göttingen Großdemo am Freitag in Göttingen – Bündnis pro Klimaschutz wächst
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15:42 19.09.2019
Am Freitag, 19. Juli, streiken Schüler der Bewegung Fridays for Future in Göttingen erneut für eine bessere, konsequentere und nachhaltigere Klimapolitik. Quelle: Heller
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Göttingen/Region

Ein Bündnis aus rund 20 Göttinger Initiativen hat für Freitag, 20. September, zum Streik für mehr Klimaschutz aufgerufen. Obwohl der Klimawandel schon seit Jahrzehnten bekannt sei, weigerten sich die Politiker aller größeren Parteien, ausreichenden Klimaschutz auch nur zu fordern, heißt es im Aufruf. Voran geht die Göttinger Ortsgruppe von „Fridays for Future“. „Wir rufen voraussichtlich ab 10 Uhr zum Streik auf“, sagt Gianna Mascioni. Der Protest beginnt mit Sternmärschen – Schüler gehen von ihren Schulen zum Neuen Rathaus, so die 18-Jährige.

Am Verwaltungsgebäude am Hiroshimaplatz ist um 12 Uhr die erste Kundgebung geplant. Von geht es über die Bürgerstraße zum Bahnhof. Die weitere Demoroute führt über die City zurück zum Neuen Rathaus, vor dem die Abschlusskundgebung vorgesehen ist. Auch Kindergärten, Betriebe oder Akteure des Deutschen Theaters würden demonstrieren, so Mascioni.

Kultusminister: Streik-Teilnahme von Schulen möglich

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat am Mittwoch erklärt, Schulen im Land könnten am Klimastreik am Freitag teilnehmen. Für einzelne Schülerinnen und Schüler gelte am Freitag zwar unverändert die Schulpflicht, stellte Tonne klar.

Allerdings hätten Schulen die Möglichkeit, die Klimaproblematik zu thematisieren, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies könne im Unterricht, in Form von Projekttagen aber auch über eine Teilnahme der Schulen an Demonstrationen am Freitag geschehen. Die Regelung der Aufsichtspflicht müssten die Schulen in dem Fall vor Ort klären und den Eltern mitteilen.

Streikwoche mit Camp geplant

Die Göttinger Ortsgruppe von Fridays for Future plant von Montag, 23. September, bis Freitag, 27. September, eine Streikwoche. An einem zentralen Ort in der Innenstadt soll nach Wunsch der Klimaschützer ein Protestcamp mit Zelten errichtet werden. Der entsprechende Antrag sei an die Stadtverwaltung gestellt worden. Auf dem Programm stehen diverse Workshops rund um das Thema Klimaschutz. Die Teilnehmer würden selbst entscheiden, wie lange sie dem Unterricht fernbleiben können, so Macioni.

Klimaschutzbeirat und Protestanten rufen zur Demo-Teilnahme auf

Apropos: Der Aufruf zur Demoteilnahme und damit am Streiktag in Göttingen richte sich an alle Generationen, so Mascioni. An Eltern und Verwandte im engeren Kreis der Schüler und an alle gesellschaftlichen Gruppen. Unter anderem der Klimaschutzbeirat Göttingen folgt dem Aufruf, den der Vorsitzende Ralph Mederake „an alle Göttinger Bürger“ weitergibt.

Friedrich Selter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Göttingen, teilt mit, dass der Kirchenkreisvorstand beschlossen habe, den Aufruf von Fridays for Future zu unterstützen. Selter: „dazu gewährt der Kirchenkreis seinen Mitarbeitern eine Freistellung von der Arbeit, sofern sich das mit dem aufgetragenen Dienst vereinbaren lässt.“ Die Göttinger Protestanten „wollen wieder intensiver“ am Thema Klimaschutz arbeiten. „Vor allem geht es dabei auch darum, Anforderungen in die Praxis umzusetzen, die wir an uns selber zur Bewahrung einer intakten Natur und eines verträglichen Klimas stellen müssen.“

Grüne: Oberbürgermeister und Mitarbeiter sollten demonstrieren

In einem offenen Brief appelliert die Ratsfraktion der Göttinger Grünenan Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und die Verwaltung, sich an der Demonstration am Klima-Streiktag, 20. September, zu beteiligen. den Mitarbeitern der Verwaltung solle ermöglicht werden, am Streik und der Demonstration teilzunehmen.

Mitarbeitervertretung im Ev-luth. Kirchenkreis: „Ein Zeichen setzen“

Kolleginnen und Kollegen der Mitarbeitervertretung im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen rufen die etwa 1200 Beschäftigten des Kirchenkreises auf, am Freitag zu demonstrieren, teilt Vorsitzender Hilmar Ernst mit. „Gemeinsam werden wir morgen ein Zeichen setzen und uns am Klimastreik beteiligen. Nach der Demo gehen wir gemeinsam zur St. Johannis-Kirche, in der um 15 Uhr der Gottesdienst beginnt. Wir zeigen auch damit als kirchliche Beschäftigte, dass uns die Zukunft der Erde ein Anliegen ist.“

Evangelische Kirchengemeinde Bovenden: Nachtgebet für Klimaschutz

Die Evangelischen Landeskirchen hätten dazu aufgerufen, „dass sich alle Generationen einem weltweiten Klimastreik am Freitag anschließen“, teilt Jan Fragel von der Evangelischen Kirchengemeinde Bovenden mit. Deren Jugendgruppe beteilige sich am Freitagabend mit einem „Politischen Nachtgebet für den Erhalt der Schöpfung“ an den Protesten.

„Viele Schülerinnen und Schüler machen als Teil der Bewegung „Fridays for Future“ jeden Freitag darauf aufmerksam, dass unsere Welt bedroht ist: Durch Raubbau an der Natur, sowie den daraus entstehenden Klimawandel“, sagt Pastorin Aleena Toplak. Mit der Jugendgruppe der Kirchengemeinde habe sie dazu Andacht in der Martini-Kirche in Bovenden vorbereitet. Das „Nachtgebet für Klimaschutz“ beginne am Freitag um 18 Uhr in der St.-Martini-Kirche im Unterdorf in Bovenden. „Eingeladen sind natürlich alle Generationen“, so Toplak.

Kinderschutzbund mit Infostand am Protest beteiligt

Als einen „besonders glücklichen Umstand“ bezeichnet Michael Stechbart, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Göttingen (DKSB), dass der Weltkindertag, der am 20. September an die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor 30 Jahren erinnere, und der weltweite Aktionstag der Fridays-for-Future-Bewegung für Klimaschutz an diesem Freitag zeitgleich stattfinden. „Der Kinderschutzbund Göttingen begrüßt das außerordentlich.“

Der DKSB werde sich am Freitag ab 11 Uhr mit einem Informationsstand vor dem Neuen Rathaus am Protest beteiligen. „Hier heben wir deutlich hervor und informieren, dass die Fridays-for-Future-Kids eigenständig die UN-Kinderrechte für sich in Anspruch nehmen, deren Umsetzung der Kinderschutzbund seit 30 Jahren unablässig fordert. Insbesondere sind das die Artikel 12 bis 15 in der UN-Kinderrechtskonvention, die die politische Partizipation von Kindern beinhalten. Mit Fridays-for-Future haben Kinder und Jugendliche erreicht, ihre Rechte für sich in Anspruch zu nehmen.“ Der KSB Niedersachsen fordern die Göttinger „ein aktives Wahlrecht ab 14 Jahren“.

Kindergarten KEI Göttingen: Kinder und Eltern demonstrieren

Die pädagogischen Fachkräfte, die Eltern und die Kinder des Kindergartens aus Eigeninitiative (KEI) in Göttingen beteiligen sich am Freitag am weltweiten Klimastreik für unsere Zukunft, so die pädagogische Leiterin Ruth Kiefer. Der Eltern-Betreuer-Ausschuss habe beschlossen, „den Kindergarten an diesem Tag vollständig zu schließen und stattdessen dazu aufzurufen, an dem geplanten Sternmarsch in Göttingen teilzunehmen“.

„Wir pädagogischen Fachkräfte halten es für unseren Bildungsauftrag, den Kindern einen umsichtigen, ressourcensparenden Umgang mit Materialien zu vermitteln, Zusammenhänge aufzuzeigen und auf umweltschädliche Materialien im Alltag zu verzichten“, so Kiefer. Im März habe die Kindergartengruppe der ältesten Kinder „mit viel Enthusiasmus die Kundgebung der FfF in der Göttinger Innenstadt besucht und hielt Redebeiträge. Aber nun gehen wir alle auf die Straße.“

Familien und das Team treffen sich zwischen 10 und 11 Uhr am Spielplatz im Cheltenham-Park und „ermutigen weitere Familien, dazuzukommen und sich solidarisch zu zeigen“. Die Gruppe werde sich dem „Sternstrahl“ der Schüler des Max-Planck-Gymnasiums anschließen und zur Kundgebung (12 Uhr) am Neuen Rathaus gehen sowie an der anschließenden Demo teilnehmen.

Ortsgruppe „Extinction Rebellion“ will Straßenkreuzung blockieren

Die Ortsgruppe Göttingen der Klima- und Umweltbewegung „Extinction Rebellion“ ruft zu „kurzfristigen Verkehrsblockaden, einem sogenannten ,Swarming’“ auf. Am Freitag soll gegen 15.30 Uhr die Kreuzung Nikolausberger Weg/Humboldtallee blockiert werden. Mit der Aktion würden die Aktivisten „zentrale Verkehrswege über mehrere Ampelphasen“ blockieren. So soll „der gewohnte Alltagsfluss unterbrochen werden, um die Aufmerksamkeit auf die existenzielle Bedrohung der ökologischen Katastrophe“ zu lenken.

„Es tut uns aufrichtig leid, dass wir massiv in den Alltag anderer Menschen eingreifen. Die Störungen, die wir durch den Zusammenbruch des Klimas und der Ökosysteme erwarten, überragen diesen Eingriff aber bei Weitem“, sagt Lena Gonser. Um mit Autofahrern und Passanten in Kontakt zu kommen, „gehen die Aktivisten gezielt mit Keksen und Flyern auf sie zu“, heißt es in der Mitteilung. „Strikte Gewaltfreiheit hat bei uns oberste Priorität“, erklärt Niklas Kröger. „Dafür stehen wir im ständigen Kontakt mit der Polizei und sorgen mit musikalischer Untermalung für eine friedliche Stimmung.“

Duderstadt: Um 11.55 Uhr läuten elf Glocken gleichzeitig

In Duderstadt startet am Freitag eine ökumenische Aktion zum weltweiten Klimastreik. Um 11.55 Uhr sollen alle elf Glocken von St. Servatius und St. Cyriakus gleichzeitig läuten. Zudem gehen Ehrenamtliche und Hauptamtliche der Kirchen von St. Servatius über die Markstraße zur Basilika. Während die Glocken läuten, werden die Menschen an der Marktstraße zu einer Andacht eingeladen.

Auf ihrem Weg werden sie Glöckchen verteilen, angehängte Bänder zeigen als Text: „#AllefürsKlima – Wacht auf! Es ist 5 vor 12“. Um 12.15 Uhr beginnt in der Basilika eine „AusZeit“ zum Thema „Schöpfung – Verantwortung für die Welt“.

„Alle fürs Klima“ – Klimastreik in Northeim

„Alle fürs Klima“ – Schüler streiken in Northeim fürs Klima, kündigt Hanna Zoike für die örtliche Fridays-for-Future-Gruppe an. „Wir sind die erste Generation, die die Folgen der Klimakrise zu spüren bekommt, und die letzte, die noch handeln kann. Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, sind die Schäden, die wir unserem Planten zufügen, unumkehrbar“, sagt Zoike. Allein in Deutschland gebe es mehr als 500 Ortsgruppen. „In ihrem im Frühjahr veröffentlichten Forderungspapier beruft sich die Bewegung auf das 1,5-Grad-Ziel und fordert unter anderem den Kohleausstieg bis 2030 sowie Nettonull bis 2035.“ Die Klimakrise zu bewältigen, sei „keine Aufgabe für eine einzelne Generation. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. Deshalb rufen wir alle dazu auf, sich unserem Streik anzuschließen. Die Politik muss endlich handeln!“, ergänzt Leia Brinkmann. Streikort ist der Mühlenanger in Northeim – Beginn ist um 12.05 Uhr.

Klimastreik in Hann. Münden

In Hann. Münden richten die Veranstalter ihren Aufruf „an jede Generation: an Schüler, Kollegen und Arbeitgeber, an Eltern und Nachbarn, an Lehrer und Wissenschaftler, Sportler und Arbeitsuchende, Kreative und Auszubildende – an alle“, teilt Sara Drubel mit. Während in Berlin das Klimakabinett tage und in New York „einer der wichtigsten UN-Gipfel des Jahres vorbereitet werde, „wollen wir den 20. September zum größten globalen Klimastreik aller Zeiten machen“. Beginn ist um 16 Uhr am Rathaus in Hann. Münden.

Demonstration in Witzenhausen – Aufruf vom BUND

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz, Kreisverband Eschwege und Ortsverein Witzenhausen, rufen am Freitag, 20. September mit der Fridays-for-Future-Gruppe der Berufsschule Witzenhausen und weiteren Gruppen in Witzenhausen zum Klimastreik und zur Demo auf. „Dieser dritte globale Klimastreik richtet sich an alle Altersgruppen“, teilt Nicole Zeuner vom Ortsverein mit.

Start ist um 13.30 Uhr an der Berufsschule, Südbahnhofstraße, die Route führt durch die Stadt. Um 15 Uhr ist Kundgebung hinter dem Rathaus. Um 16 Uhr gehen die Demonstranten zur Abschlusskundgebung (17.15 bis 17.45 Uhr) vor dem Werracafé „Chez Nadine“.

„Trialog for future“ bei der Awo: „Mit gutem Beispiel vorangehen“

Die Trialog-Tagesstätten der Awo für Menschen mit einer seelischen Behinderung haben am Montag erstmals ihre Projektwoche „Trialog for future“ eröffnet. Die Ergebnisse der Aktionen in sieben Einrichtungen und Abteilungen wurden beim Abschlussfest am Donnerstag, 19. September, vorgestellt. Von 11 bis 15 Uhr ging es in der Tagesstätte Kiesseestraße 63a unter anderem um „verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur, Alternativen im Bereich Mobilität, Müllvermeidung“ oder „plastikfreier Einkauf“.

„Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen, zeigen, dass Themen wie Umweltschutz, Müllvermeidung und mehr, die zurzeit in vielen Medien Thema sind, im eigenen Alltag anfangen und ohne viel Aufwand individuelle Lösungswege möglich sind“, betonte Josef Mörz, Abteilungsleiter Trialog der Awo Göttingen.

Klimaschutz Thema beim Göttinger Literaturherbst

Die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future wird auch beim 28. Göttinger Literaturherbst Thema sein. „Wir sind viele, wir sind laut!“ beginnt am Montag, 21. Oktober, um 19 Uhr in der Göttinger Lokhalle.

Karten sind im Vorverkauf für zehn Euro erhältlich. Weitere Informationen gibt es online unter literaturherbst.com.

„Plant-for-the-Planet“: Aktionstag für Kinder in Göttingen

Knapp zwei Wochen später veranstaltet die Kinder- und Jugendinitiative „Plant-for-the-Planet“am 2. November einen „kostenlosen Aktionstag“ zur Klimakrise in Göttingen an. In der Weststadt bilden Kinder im Naturfreundehaus von 9 bis 17.30 Uhr andere Kinder zu „Botschaftern für Klimagerechtigkeit“ aus, teilen Tobias Darge und Lisa Kohn von der Initiative mit. „Die Kinder pflanzen gemeinsam Bäume und lernen Spannendes zum Klimaschutz.“ Mitmachen könnten Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren.

Kinder können sich unter www.plant-for-the-planet.org/de/mitmachen/akademien kostenlos anmelden – oder: per E-Mail an t.darge@gmx.de, telefonisch unter 0176 / 63140626. Interessierte Lehrer und Eltern können sich ebenfalls als Begleitperson anmelden.

„Plant-for-the-Planet“-Akademien seien als offizielle Maßnahme der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden und werden vom Bundesumweltministerium empfohlen, so Darge und Kohn. 2007 habe der damals neunjährige Felix Finkbeiner die Kinder- und Jugendinitiative ins Leben gerufen. Im Mai 2018 sei er für sein Engagement von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Von Stefan Kirchhoff (mit fdo / tc / epd)

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