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Göttingen Sanierung Ebertal: Die ersten 65 von 650 Wohnungen sind fertig
Die Region Göttingen

"Grüne Mitte Ebertal" in Göttingen: 65 der 650 Wohnungen der SWB sind fertig

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18:00 11.01.2022
Großes innerstädtisches Wohngebiet wird saniert: das Ebertal.
Großes innerstädtisches Wohngebiet wird saniert: das Ebertal. Quelle: Städtische Wohnungsbau Göttingen
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Göttingen

Rund 650 neue oder frisch sanierte Wohnungen entstehen im Quartier „Grüne Mitte Ebertal”. Zuvor waren es 450 Wohnungen, in denen rund 1100 Mieter der Städtischen Wohnungsbau Göttingen (SWB) leben. Die ersten 65 Wohnungen sind fertig – gebaut oder frisch saniert. In die nächsten 38 Neubauwohnungen können die Bewohner Ende des Jahres einziehen.

Bislang läuft im Wohngebiet zwischen Wörthstraße, Steinsgraben und Görlitzer Straße alles weitgehend nach Plan, auch wenn die Sanierung der Häuserzeilen am Steinsgraben coronabedingt verzögert wurde. Zwei der vier Häuserblöcke nördlich des Steinsgrabens sind bereits saniert. Die Arbeiten an den Außenanlagen laufen noch, ein Arbeiter mit Rüttelplatte erstellt gerade den künftigen Mieterplatz. „Diese vier Häuserreihen sind die einzigen, die wir im Bestand sanieren können und nicht abreißen müssen”, erklärt Claudia Leuner-Haverich, Chefin der Städtischen Wohnungsbau Göttingen (SWB). Die vier Riegel an der Nordseite des Quartiers werden nicht nur technisch komplett saniert (Strom, Wasser, Abwasser) sondern auch energetisch – mit Dämmung, Solaranlagen und einem Mieter-Strom-Modell.

Claudia Leuner-Haverich (rechts) und Architektin Susanne Arndt unterwegs im Quartier "Grüne Mitte Ebertal". Die Gebäude links sind bereits saniert, die rechts folgen. Quelle: bib

Zudem entstehen große neue Balkone, Boxen für E-Bikes vor dem Eingang, neue Grünanlagen mit Regenwasserspeichern und Plätze, auf denen sich die Mieter treffen können – rote Bänke inklusive. „Auch der Gedanke der Schwammstadt schlägt sich hier nieder”, erklärt Leuner-Haverich. Das heißt, möglichst wenige Flächen werden versiegelt, damit sich bei Regen der Boden wie ein Schwamm vollsaugen kann statt das Wasser abzuleiten.

„Wir schaffen hier nicht nur Wohnraum, sondern Lebensraum”, erklärt Susanne Arndt, Architektin und Projektmanagerin für das Ebertal. Das sei einer der Gedanken hinter der Sanierung und Neugestaltung des Viertels. Leuner-Haverich erklärt, dass das Ebertal in der Nachkriegszeit noch aus Baracken-Häusern bestand. Es gab Gärten und Platz für eine Gemeinschaft der Bewohner des Viertels. „An diesen Gedanken wollen wir anknüpfen”, sagt die SWB-Chefin.

„Erweiterung des Ostviertels“

Wenn man durch das Wohngebiet auf der südlichen Seite des Steinsgrabens schlendert, fällt auf, wie viele Grünflächen zwischen den Häuserzeilen liegen. „Die meisten Göttinger kennen das Gebiet gar nicht”, sagt Leuner-Haverich. Auch das soll im Zuge der Quartierserneuerung geändert werden. Das Quartier soll sich auch optisch öffnen. Die SWB-Chefin spricht von einer „Erweiterung des Ostviertels“.

So sollen die neuen Häuser aussehen. Quelle: Städtische Wohnungsbau Göttingen

Die meisten Häuser auf der Südseite werden abgerissen, nur der höchste Bau, das kleine Hochhaus, das am Steinsgraben steht, wird ebenfalls saniert. Im Oktober 2020 haben die ersten Mieter einen Neubau an der Wörthstraße bezogen, er wurde auf einer Freifläche gebaut. Viele Mieter auf dem dahinter liegenden 60er-Jahre-Gebäude zogen ein, ihr Zuhause musste weichen – für den nächsten Neubau. Dieses Prinzip wird auch für alle weiteren Neubauten genutzt. „Alle Mieter, die hier wohnen, sollen bei Bedarf auch wieder eine Wohnung hier erhalten”, sagt Leuner-Haverich. Und fast alle machten von dem Angebot Gebrauch. Nur zwei von 25 Mietern seien nicht geblieben. Zumal die SWB auch die Bedürfnisse der Mieter bei den Grundrissen der neuen Wohnungen mit einplant – wenn möglich. Wenn Mieter eine kleinere oder größere Wohnung brauchen, wird das möglichst berücksichtigt. „Wir bauen schließlich für unsere Mieter”, so Leuner-Haverich.

Unterwegs im Quartier "Grüne Mitte Ebertal". Mieterin Octavia Jünke wohnt bereits im Neubau an der Wörthstraße. Quelle: bib

Eine davon ist Octavia Jünke. Die Rentnerin ist im Ebertal aufgewachsen, lebte dann lange in der Nähe von Einbeck. Seit 2015 ist sie zurück. Sie wohnt in dem Neubau an der Wörthstraße, der als erstes bezogen wurde. „Ich bin sehr glücklich dort”, sagt Jünke.

Das „Jonglieren”, also der Umzug der Bewohner von einem alten Gebäude in ein neues, klappe „erstaunlich gut”, sagt Arndt. Auch die Wünsche, welche Nachbarn man künftig gerne hätte, und welche nicht so gerne, konnten vielfach berücksichtigt werden. Als nächstes wird der Neubau mit 38 Wohnungen am Margit-Goebel-Weg 2, 4 und 6 bezogen, der nächste neue Bauabschnitt folgt dann wiederum an der Wörthstraße.

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Die Engpässe auf dem Baumarkt hatten bislang noch kaum Auswirkungen auf die Neubauten, die Verträge waren bereits vorher abgeschlossen worden. Aber: „Es wird künftig alles teurer”, weiß Leuner-Haverich. Kosten sparen will die SWB durch „kostenoptimierte Planungen”, beispielsweise indem jetzt mit einem statt zwei Treppenhäusern geplant werde.

Von Britta Bielefeld