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Göttingen Versuch: Freie Fahrt für Göttinger Busse
Die Region Göttingen Versuch: Freie Fahrt für Göttinger Busse
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18:22 28.09.2019
Die vierspurige Kasseler Landstraße ist eine der vorgeschlagenen Versuchsstrecken. Busse sollen hier eine eigene Fahrspur erhalten und damit aus dem Autoverkehr herausgelöst werden. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Die Busse in Göttingen sollen mehr Fahrbahnraum erhalten. Auf der Kasseler beziehungsweise der Groner Landstraße und der Hannoverschen Straße sollen Busspuren eingerichtet werden. Das sieht ein Antrag der grünen Ratsfraktion vor, der im Umweltausschuss vorgestellt worden ist. Dieser „Versuch“, wie es heißt, soll nach eineinhalb Jahren ausgewertet werden.

In dem Antrag wird zur Begründung unter anderem angeführt: „Göttingen will nicht nur bis 2050 klimaneutral sein, sondern auch die Mobilitätswende schaffen. Unser Ziel, den Umweltverbund aus Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr zu stärken und Menschen zum Umsteigen zu bewegen, erfordert entschlossenes Handeln.“ Ein Baustein sei die Erhöhung der Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs.

Klimaplan Verkehrsentwicklung

Den Antrag brachte der Verkehrsexperte in den Reihen der Grünen, Ulrich Holefleisch, ein. Gegenüber dem Tageblatt weist er auf den vom Rat der Stadt beschlossenen Klimaplan Verkehrsentwicklung hin. Ziel sei es, bis 2025 den durch den Straßenverkehr bedingten Ausstoß von Kohlendioxid um 40 Prozent zu senken. Das bedeute, dass der Verkehr um gut 30 Prozent abnehmen muss. „Wir müssen jetzt Einfluss nehmen auf die Mobilität“, betont Holefleisch. Busse in Göttingen würden im Verkehrsfluss mitschwimmen und von den Autos ausgebremst werden, deshalb müsse der Busverkehr beschleunigt werden.

In den vergangenen Jahrzehnten habe das Augenmerk der Verkehrspolitik bei den Autos gelegen. Holefleisch: „Wir müssen den Straßenraum neu denken und uns die Frage stellen, ob die derzeitige Einteilung noch zeitgemäß ist.“ Die Frage, ob der Verkehr nicht zusammenbreche, wenn ganze Straßenzüge für Busse reserviert werden, verneint der Ratsherr. Das sei bei der aufgrund von Bauarbeiten erfolgten Sperrung der Reinhäuser Landstraße auch nicht geschehen.

CDU kritisiert den Vorschlag

Die Kritik seitens der CDU am Vorschlag der Grünen bewertet Holefleisch als eine „gestrige Grundhaltung“. Die Christdemokraten hätten zudem keine Antworten auf die Frage, wie eine zukunftsfähige Stadt aussehen müsste. Er sieht die Kommunalpolitik in der Pflicht, „unter Klimaschutzaspekten Veränderungen vorzunehmen“.

Zustimmung bei Verkehrsbetrieben

Bei den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) rennt die grüne Ratsfraktion mit ihrem Vorschlag offene Türen ein. „Wir haben bereits vor ein paar Jahren angeregt, sowohl in der Kasseler und der Groner Landstraße und in der Weender Landstraße sowie der Hannoverschen Straße je Richtung eine Busspur einzurichten“, informiert GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke. Alternativ könne pro Strecke jeweils eine Busspur eingerichtet werden, die temporär je nach Lastrichtung für den Bus freigeschaltet wird.

Ideen stießen bisher auf Ablehnung

„Unsere Ideen trafen bisher auf Ablehnung“, bedauert die Sprecherin. Sie führt weiter aus: „Für uns hätten Busspuren eindeutige Fahrzeitvorteile, wobei die Gesamtreisezeit natürlich ein entscheidender Faktor bei der Verkehrsmittelwahl ist. Es werden weniger Personen zu einem Wechsel vom Pkw zum ÖPNV bereit sein, wenn sie, wie im Moment, an vielen Stellen mehr als das doppelte der Fahrzeit benötigen.“ Mit Busspuren wäre der ÖPNV schneller und zuverlässiger.

Stellungnahme der Verwaltung kommt

„Die Idee der Grünen, einen echten Busentwicklungsplan aufzustellen, geht genau in die richtige Richtung“, unterstreicht Gallinat-Mecke. Es könnten neben den Busspuren auch weitere Beschleunigungsmaßnahmen und generell Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV festgelegt werden, findet sie.

Zum Vorschlag der Grünen für mehr Fahrraum für Busse wird die Verwaltung eine Stellungnahme erarbeiten, die dann auf einer der nächsten Sitzungen des Umweltausschusses auf die Tagesordnung kommt.

Null Kohlendioxid ab 2050

Zum Klimaplan Verkehrsentwicklung heißt es auf der Homepage der Stadt Göttingen: Das Thema Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen der Gesellschaft. Der Klimaplan Verkehrsentwicklung soll Handlungsansätze und Maßnahmen für eine künftige klimaschonende Mobilität aufzeigen. Ziel ist es, die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Dies setzt umfassende Veränderungen im Verkehrssektor und in unserem Mobilitätsverhalten voraus. Konkret bedeutet das: Mehr Fußverkehr, mehr Radverkehr und mehr Busverkehr sowie weniger motorisierter Individualverkehr.

Es gehe im Wesentlichen um Kohlendioxid. Bis zum Jahr 2050 soll das schädliche Klimagas komplett vermieden werden. Dafür müssten heute die Weichen gestellt und Maßnahmen im Bereich Verkehr umgesetzt werden. Nebeneffekte seien durchaus erwünscht, wie etwa eine höhere Lebensqualität. Dank moderner Verkehrsplanung und attraktiver Angebote würden viele Menschen in und um Göttingen Zeit, Geld und Nerven sparen. Und das Klima schützen. (Quelle: www.goettingen.de)

Von Ulrich Meinhard

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