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Göttingen Henneberg-Schule will Ganztagsschule werden
Die Region Göttingen Henneberg-Schule will Ganztagsschule werden
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22:15 14.01.2018
Schüler der Henneberg-Schule mit Leiterin Susanne Knoke. Quelle: Timo Holloway
Weende

„Es ist das Thema der Eltern“, betont sie. So habe eine Befragung unter 48 Erziehungsberechtigten, die ihr Kind für das Schuljahr 2018/19 an der Schule angemeldet haben, ergeben, dass 45 von ihnen eine Ganztagsbetreuung wünschten. „Das sind Zahlen, denen man sich nicht verschließen kann“, sagt Knoke. „Wir wollen dem Wunsch der Eltern entsprechen. Schließlich besteht sonst die Gefahr darin, dass die Kinder uns weglaufen und wir einzügig werden“, sagt die 64-Jährige.

Im Januar 2016 habe sie erstmals einen Antrag zur Umstrukturierung gestellt, erklärt die Schulleiterin. Voraussetzung dafür sind laut Ganztags-Rahmenkonzept der Stadt Göttingen eine Betreuung bis 17 Uhr nachmittags, ein Mittagessen und eine Ferienbetreuung. Die größte Hürde ist allerdings ein Essensraum, der Umbaumaßnahmen an der WHS erfordert.

Weil dafür keine Haushaltsmittel zur Verfügung gestanden hätten, so Knoke, sei der Antrag abgelehnt worden. Die „notwendigen räumlichen Voraussetzungen und Anforderungen zur Umsetzung des Ganztagsrahmenkonzepts sind nicht gegeben“, hieß es im offiziellen Begründungsschreiben.

Mittagessen auslagern

Neue Hoffnung kam an der Wilhelm-Henneberg-Schule durch einen Ratsbeschluss vom 17. März vergangenen Jahres auf, dem zufolge „alle Göttinger Grundschulen Ganztagsschule werden können“. An der WHS entstand die Idee, das Mittagessen auszulagern, bis der Umbau finanziell gestemmt werden kann. „Vielleicht wäre diese Übergangslösung schon ab dem Schuljahr 2018/19 umsetzbar“, hofft Knoke.

Als Raum zum Essen sieht sie zwei Möglichkeiten. Entweder das Thiehaus in Weende, das in städtischer Hand und nur etwa 300 Meter von der Schule entfernt ist. Oder die Weender Festhalle, ein Kilometer entfernt, in der bereits eine Mensa-Einrichtung vorhanden ist, weil dort auch Schüler der Hainbundschule essen. In diesem Fall könnte Knoke zufolge „eine Strecke zu Fuß bewältigt werden, eine mit dem Bus“.

Laut Knoke stünden dann noch kleinere Fragezeichen im Raum: Etwa, wer das Ganztagsprogramm umsetzen würde. Oder, hinsichtlich des Umbaus, ob es bei dem im Jahr 1901 gebauten Schulgebäude „Denkmalschutz-Regularien zu bedenken gilt“. Schlussendlich ist die Schulleiterin aber optimistisch: „Wenn wir außerhalb der Schule essen können und wir Kooperationspartner finden, spricht aus meiner Sicht nichts gegen die schnelle Umwandlung.“

Zwei weitere Grundschulen ohne Ganztagsbetreuung

Mit der Mittelbergschule und der Wilhelm-Busch-Schule (WBS) gibt es derzeit zwei weitere Göttinger Grundschulen ohne Ganztagsbetreuung. Und dies wird wohl vorerst auch so bleiben. „Bei uns ergab eine Umfrage zum Thema Ganztagsschule ein ganz klares Nein“, verdeutlicht WBS-Schulleiterin Silvia Draschoff-Schmelzer. Mit dem Hort-Angebot in der unmittelbaren Umgebung sei man zudem auch „richtig gut versorgt“.

Mitte 2018 werde der Schulvorstand entscheiden, ob der Weg zur Ganztagsschule gehen soll. Die Rahmenbedingungen an der WBS in Geismar? „Bei uns müsste auch eine Mensa gebaut werden, zudem stünde die Frage nach weiterem pädagogisch ausgebildetem Fachpersonal im Raum“, erklärt Draschoff-Schmelzer. Stimmt der Schulvorstand 2018 gegen die Ganztagsschule, dann sei dies aber keineswegs ein Entschluss für immer, erklärt die Schulleiterin: „Die Elternschaft erneuert sich jährlich. Deshalb ist das für uns ein Thema, das nie abgeschlossen ist.“

Die Mittelbergschule zwischen Hetjershausen und Groß Ellershausen bietet ihren Schülern bereits eine freiwillige Betreuung bis 15 Uhr an, Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung inklusive. „Sporadisch machen wir uns über das Thema Ganztagsschule natürlich Gedanken. Aber aktuell ist noch kein Ganztag in Planung“, berichtet Schulleiterin Claudia Ehrenreich.

Für die 64-jährige Knoke wiederum wird das kommende Schuljahr als Schulleiterin der Wilhelm-Henneberg-Schule ihr letztes vor der Pensionierung sein. „Ich habe großes Interesse daran, die Schule mit der Gewissheit zu verlassen, dass sie Ganztagsschule wird“, betont sie, „und damit zu verhindern, dass sie einschläft.“

Von Timo Holloway

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