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Göttingen „Lage, Lage, Lage“: Wo es in der Region noch preiswerte Häuser gibt
Die Region Göttingen „Lage, Lage, Lage“: Wo es in der Region noch preiswerte Häuser gibt
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00:20 22.04.2019
Mehrfamilienhäuser von CUBUS Immobilien auf den Zietenterassen in der Bettina-von-Arnim-Straße: Grundstücke wie dieses sind rar in Göttingen. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Bauland und bebaute Grundstücke, also Häuser, sind in der Stadt Göttingen rar und teuer geworden. Das typische Einfamilienhaus in der Stadt wurde zwischen 2010 und 2017 immer teurer verkauft, ab 2017 flachte die Entwicklung ab. „Vielleicht ist das die Wende oder ein gleichbleibendes Niveau, teilweise verzeichnen wir einen leichten Rückgang“, so Heino Hildebrand, Statistiker in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) Northeim.

Der GAG Northeim mit Sitz im Katasteramt Göttingen ist für ganz Südniedersachsen verantwortlich, Stadt und Landkreis Göttingen gehören ebenso zum Gebiet wie die Landkreise Goslar, Holzminden und Northeim. Er befasst sich mit dem Preisniveau und der Preisentwicklung von Grundstücken und gibt jährlich den Bericht für die Region heraus.

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Kein amtlicher Mietspiegel

Für Göttingen gibt es derzeit keinen amtlichen Mietspiegel der Stadt. Zu Bestandsmieten kann der Ausschuss weiterhelfen: „In der gehobenen Lage Göttingens liegen die Mieten derzeit bei etwa 10 Euro, in Weende und Geismar bei 9, die mittlere Lage außer den Satelliten und Grone kostet um die 8,50 Euro und Grone selbst liegt bei 7,50 Euro pro Quadratmeter“, fasst Ingo Gerloff, Vorsitzender des GAG Northeim, zusammen.

Bestandsmieten bildeten aber nicht ab, wie sehr die Mieten in Göttingen steigen. „Verkäufe müssen uns die Notare vorlegen, Mieten aber nicht“, so Hildebrand. Die Angebotsmieten wichen mittlerweile stark von diesen Angaben ab. „Und natürlich hängt der Preis immer an Lage, Lage, Lage“, fügt Gerloff hinzu.

Heino Hildebrand und Ingo Gerloff (v.l.) stellen im Katasteramt Göttingen den Gründstücksmarktbericht 2019 vor. Quelle: lel

Zu verkauften Grundstücken, bebaut oder unbebaut, liegt dem Ausschuss alles vor: In der Region wurden im vergangenen Jahr 9329 Kaufverträge registriert, das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich der Stadt Göttingen liegt das Plus nur bei einem, im Altkreis Göttingen bei fünf Prozent. Bemerkenswert sei der Umsatz: In der Stadt Göttingen ist er um 61 Prozent gestiegen auf das historische Höchstniveau von 585 Millionen Euro. Im Altkreis stieg der Geldumsatz um 43 Prozent auf 265 Millionen Euro.

Ein Haus in Göttingen – oder fünf in Wieda

Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in der Stadt zählen zu den teuersten in Niedersachsen – zusammen mit Hannover, Braunschweig und Osnabrück bildet Göttingen die Spitze. Für ein Haus mit 160 qm Wohnfläche aus dem Baujahr 1970 mit einem Grundstück von 800 qm liegt der Wert derzeit bei 450000 Euro – dafür bekommt man in Wieda fünf Häuser dieser Art, in Northeim noch zweieinhalb (200000 Euro für ein Haus dieser Art), in Duderstadt noch mehr als zwei (210000 Euro).

Bauland wird knapp

Bauland, um das eigene Häuschen zu errichten, sei ebenfalls knapp. „In der Stadt wurden sieben Flächen verkauft, 2017 waren es nur fünf“, so Gerloff. Im Gesamtbereich des Ausschusses sind die Verkäufe aber um 20 Prozent gestiegen. Im Altkreis waren es 216 gegenüber 144 im Jahr 2017. „Die Nachfrage verlagert sich auf entferntere Bereiche, innerhalb der Stadt gibt es kaum noch Angebote“, so Hildebrand. Wenn doch, ist das Land teuer: 135 bis 400 Euro pro Quadratmeter betragen die Bodenrichtwerte für Göttingen. In Dudersadt liegt das Niveau noch zwischen 83 und 135 Euro, in Hann. Münden zwischen 42 und 94 Euro.

Der Grundstücksmarktbericht 2019 ist gegen eine Gebühr von 90 Euro bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in Göttingen, Behördenhaus/Katasteramt, Danziger Straße 40, Telefon: 0551/ 5074-301, erhältlich.

Von Lea Lang