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Göttingen Günstige Gurken in Göttingen und Region
Die Region Göttingen Günstige Gurken in Göttingen und Region
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18:05 13.08.2014
Von Andreas Fuhrmann
Auf dem Hof Wiegmann werden Gurken aller Art angebaut. Ronja und Lina Wiegmann essen gerne Gurken. Quelle: Hinzmann
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Göttingen/Seulingen/Mengershausen

„Wir haben derzeit sehr viele Gurken. Das liegt am Wetter“, sagt Leandra Schneider, die am Stand von Manegold aus Seulingen Gemüse verkauft. „Das ist schon anders als in den letzten Jahren.“ Wegen des Überangebots an Gurken seien diese im Preis reduziert worden, erklärt Schneider. So weisen rote Schilder am Manegold-Stand in Göttingen am Dienstag auf die besonders günstigen Einlegegurken hin. 1,95 Euro kostet das Kilo, fünf Kilo sechs Euro.

Ähnliche Angebote sind an weiteren Ständen auf dem Wochenmarkt zu finden – auch am Gemüsestand Fethke, ebenfalls ein Gemüsebauer aus Seulingen. „Die Gurken sind schneller gewachsen wegen des Wetters. Es gibt sehr viele“, erklärt Franziska Fethke. Daher sei auch ihr Preis gefallen.

Einlegegurken hätten 2013 noch 2,90 Euro pro Kilo gekostet, jetzt seien es 2,40 Euro. Riesige Salatgurken kosten 80 Cent das Stück. In hiesigen Supermärkten werden sie derzeit gar zu Kampfpreisen von 33 Cent angeboten. Die vielen Gurken stellten den Betrieb aber nicht vor Probleme, sagt Fethke. „Es ist alles in Ordnung, wir schaffen das noch.“

Bei einigen Gemüsebauern ist zudem zu erfahren, dass offenbar auch immer mehr Hobbygärtner Gurken bei sich zu Hause anbauen. Und weil das Wetter in den vergangenen Wochen sehr gurkenfreundlich gewesen sei, seien die Früchte auch im Garten oder auf dem Balkon sehr gut gereift.

Jens Osthoff, Gemüsebauer aus Rosdorf, hat hingegen von einer Gurkenschwemme nichts gemerkt. Im Großanbau sei das sicherlich zu spüren, aber das gebe es immer mal, sagt er. Er glaubt, dass die Erntemengen ohnehin bis zum Wochenende wieder zurückgehen werden und sich das Problem damit von alleine löst. „Es wird kühler, darauf reagiert die Gurke sofort und wächst langsamer“, sagt er.

Die Gurke

Die Gurke (Cucumis sativus) gehört zur Familie der Kürbisgewächse. Sie stammt wahrscheinlich aus Indien. Gurken bestehen zu 95 Prozent aus Wasser und haben kaum Kalorien – dafür aber eine Menge Vitamine, darunter die Vitamine A, B1 und C, und Mineralstoffe wie Phosphor, Eisen, Kalium und Calcium.  Gurken halten sich am besten einige Tage im Kühlschrank.

Die drei häufigsten Gurken-Typen

Die Salatgurke

Die Salatgurke, auch Schlangengurke genannt, ist der häufigste Gurken-Typ. Sie wird meistens in Gewächshäusern angebaut, wächst aber auch im Freiland. Dort baut sie zum Beispiel Familie Wiegmann in Mengershausen neben anderen Gurken-Sorten an – zum Selbstpflücken.

Frische Salatgurken haben eine straffe Schale und lassen sich weder an Hals noch in der Mitte biegen. Salatgurken können in den Salat geschnitten, in Schreiben aufs Brot gelegt oder einfach aus der Hand gegessen werden, sagt Mona Wiegmann.

Einlegegurke

Einlegegurken, auch Essiggurken oder Gewürzgurken genannt, werden in verschiedenen Größen angeboten und vornehmlich im Freiland angebaut. Man verwendet sie in der Regel mit Schale. Die kleinsten  legt man als Cornichons ein, die etwas größeren als Essiggurken oder Gewürzgurken.

Große, von der Sonne gebleichte Einlegegurken bezeichne man auch als Senfgurken, erklärt Mona Wiegmann. Einlegegurken muss man nicht zwingend einlegen. „Meine Mädels essen die auch so“, sagt Wiegmann.

Schmorgurke

Die typische Schmorgurke heißt eigentlich Riesen-Schälgurke. Sie ist groß, rundlich-dick und muss geschält werden, bevor man sie zubereitet. „Die Schale ist ganz hart“, sagt Mona Wiegmann. Die Schmorgurke eignet sich für Mischgemüse, kann aber auch allein verarbeitet werden. Zum Schmoren kann man auch andere Gurken verwenden.

Vier Gurkenrezepte von Profi-Köchen

Von Britta Bielefeld

Gurken: Gesund und gerade unglaublich günstig. Aber was, außer dem altbekannten Gurkensalat, kann man in der Küche damit anfangen? Vier Rezepte von zwei Profiköchen:

Thomas Rogge, Küchenchef im Göttinger Planea und Bullerjahn, hat ein Rezept für Salatgurken und eines für Einlegegurken für das Tageblatt herausgerückt. „Die Schüttelgurken hat meine Oma immer gemacht, unbedingt ausprobieren“, empfiehlt der Profi:

  • Schüttelgurken: Zwei mittelgroße Salatgurken schälen, in eine Plastikdose geben. Mit drei Esslöffeln Zucker, zwei Teelöffeln Salz, einem Zweig Dill, drei Teelöffeln Senfkörner, sechs Esslöffeln Essig und vier fein gewürfelten Schalotten vermengen, Dose verschließen, ordentlich schütteln. 24 Stunden ziehen lassen. „Je länger sie liegen desto intensiver wird der Geschmack“, sagt Rogge.
  • Rogges Einmachgurken: 500 Gramm Gewürzgurken waschen und in Weckgläsern verteilen. 50 Gramm  Zucker mit 50 Millilitern Apfelessig, drei gewürfelten Schalotten, 30 Gramm  Salz, einem Teelöffel  Koriandersamen, zwei Stück Sternanis, drei Teelöffeln Senfkörnern, einer Stange Zitronengras und einem Limonenblatt aufkochen und einköcheln lassen, bis der Zucker karamelisiert. 450 Milliliter Apfelessig zugeben und die Flüssigkeit um ein Drittel reduzieren. Heißen Gurkenfond auf die Gurken gießen, Gläser gut verschließen, umdrehen und in einen Topf mit leicht köchelndem Wasser stellen. Nach 15 Minuten herausnehmen, umdrehen und langsam auskühlen lassen.
  • Alexander und Manfred Rhode vom Gasthaus Rhode in Nesselröden empfehlen ein schnelles Curry mit Schmorgurken und eine eiskalte Suppe mit Salatgurken, Melone und Wasabi-Crutons.
  • Grünes Gurkencurry: Dafür zwei geschnittene Schalotten, eine gehackte Chilischote, einen Esslöffel Kokosraspeln und einen Esslöffel Thai-Currypaste (am besten das grüne, wer es milder mag, kann rotes oder gelbes nehmen) in Olivenöl anbräunen. Zwei geschälte und entkernte Schmorgurken zugeben, mit einer Tasse Kokosmilch und einer halben Tasse Sahne verrühren. Köcheln lassen. „Schnell eine Tasse Kaffee trinken und schon ist es fertig“, sagt Manfred Rhode. Eventuell  noch etwas abschmecken und mit Reis servieren.
  • Rhodes Gurken-Melonen-Gazpacho mit Wasabi-Crutons: Dazu zwei Salatgurken und eine halbe kleine Wassermelone schälen, in Stücke schneiden, mit groben Göttinger Salinensalz würzen und in den Entsafter geben. Den Suppensaft kalt stellen und dann in geeisten Gläsern servieren. Crutons dazu: Weißbrotwürfel in Olivenöl rösten und anschließen gut mit Wasabipaste vermengen.