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Göttingen Das Jagen zeigt Wirkung
Die Region Göttingen Das Jagen zeigt Wirkung
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11:35 28.03.2017
Quelle: Heller
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Güntersen

Bei einer Hegeschau geht es nicht um eine reine Zurschaustellung der Gehörne von Rehböcken oder Eckzähnen des männlichen Schwarzwildes. Vielmehr kann sich der Fachmann schnell einen Überblick über die Altersstruktur und den Gesundheitszustand der Tiere in den unterschiedlichen Jagdrevieren machen. Jedes geschossene Tier, das älter als ein Jahr ist, wird dort vorgestellt.

Hegeschau in Güntersen

Im abgelaufenen Jagdjahr sind in den 123 Revieren der Jägerschaft Göttingen 1638 Rehe erlegt worden. Beim Schwarzwild (Wildschweine) ist die Gesamtjahresstrecke zurückgegangen und liegt bei 1112 Stück. Im Vorjahr hatten die Göttinger Jäger 1560 Stück erlegt und damit die Höchstzahl des Jahres 2012/2013 von 1565 nahezu erreicht. Rotwild und Damwild wurden nicht geschossen.
Bei den erlegten Prädatoren ist der Waschbär wieder Spitzenreiter mit 813 Stück (Vorjahr: 1023). 544 Füchse wurden geschossen. Bei den Dachsen hat es eine Steigerung gegeben von 123 auf 144 erlegte Tiere. Auch Vögel wurden geschossen. Hier führen die Rabenkrähen mit 482 Stück (Vorjahr: 648), gefolgt von der Stockente (223, Vorjahr: 297). Bei den Ringeltauben ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen: 95 Tauben statt 131 im Vorjahr.

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Der Vorsitzende der Jägerschaft Göttingen, Dieter Hildebrandt, berichtete während der Jahreshauptversammlung, dass das Jahr 2016 sehr bewegt gewesen sei. „Die Kreisfusion von Göttingen mit Osterode, die Kommunalwahl und die Bildung eines neuen Jagdbeirats liegt hinter uns“, sagte Hildebrandt. Auf Landesebene ging es um die Auseinandersetzungen um die Jagdzeitenverordnung. Die von der Landesjägerschaft unterstützten Normenkontrollanträge gegen diese warten laut Hildebrandt nach wie vor auf juristische Entscheidung.

Was ändert sich durch die Kreisfusion für die Jägerschaft Göttingen? „Organisatorisch wenig“, sagte Hildebrandt. Die Jäger haben im Wesentlichen die gleichen Ansprechpartner in der Kreisverwaltung wie bisher. Das Interesse am Jagen ist ungebrochen. 2016 wurden erneut wieder Hunderte Dreijahresjagdscheine ausgegeben. Für die Revierpächter im Landkreis Göttingen erfreulich ist die Absenkung der Jagdsteuer auf das Osteröder Niveau von 20 auf 15 Prozent. Die Stadt Göttingen hält nach wie vor das Niveau von 20 Prozent.

Jäger kümmern sich auch um Arten, die nicht bejagt werden. In Harznähe ist es (noch) der Luchs, der in den Revieren vorkommt. „Seine Anwesenheit bleibt natürlich nicht ohne Folgen für andere Wildtiere“, sagte Hildebrandt. Die gleiche Leistungsfähigkeit leisten Jäger laut Hildebrandt landesweit auch beim Wolfsmonitoring. Die Jägerschaft Göttingen ist eine von vier Jägerschaften im Landkreis Göttingen. Außer der Jägerschaft Göttingen gibt es noch die Jägerschaften Duderstadt, Münden und Osterode. Die Jägerschaft Göttingen hat etwa 500 Mitglieder und gliedert sich in sieben Hegeringe: Adelebsen, Bovenden, Gartetal, Göttingen-West, Hasenwinkel, Leinetal, Mackenröder Spitze.