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Göttingen Güntersen wehrt sich gegen Auftreten von Neonazis
Die Region Göttingen Güntersen wehrt sich gegen Auftreten von Neonazis
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18:31 03.11.2010
Von Jörn Barke
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Seitdem sei die Neonazi-Anhängerschaft in Güntersen durch Zuzug und Zuordnung erkennbar angewachsen, so Hasselmann. Es gebe regelmäßige Treffen von Neonazis an mindestens drei Günterser Adressen. Auch seien Konflikte mit Günterser Bürgern bekannt. In dieser Situation dürfe man den Dingen nicht einfach ihren Lauf lassen – mit dieser Begründung hat Hasselmann im Ortsrat eine Resolution eingebracht, die unter dem Titel „Güntersen gibt Nazis keine Chance“ klar Position bezieht.

„Alte und neue Nazis werden in Güntersen keine Spielwiese für ihre menschenverachtende Weltanschauung bekommen“, heißt es in der Resolution: „Wir werden genau hinschauen, wenn Nazi-Sonnenwendfeiern, sogenannte Führergeburtstage oder sonstige Veranstaltungen von Neonazis in Güntersen geplant oder durchgeführt werden.“ An Wohnungseigentümer wird appelliert, Neonazis keinen Wohnraum zu geben und mit ihnen bestehende Mietverhältnisse zu kündigen. An Nachbarn von „einschlägig bekannten Personen“ wird appelliert, rechtsextreme Feiern oder Bedrohung von Einwohnern aus rassistischen Gründen“ zu registrieren und Ortsratsmitgliedern oder auch der Polizei mitzuteilen. Den Neonazis müsse in aller Deutlichkeit gezeigt werden, dass sie beobachtet würden: „Wir lassen sie nicht schafsgeduldig gewähren.“ Faschismus sei keine politische Meinung, sondern ein Verbrechen.

Der Ortsrat beschloss die Resolution einstimmig. Sie soll auch dem Gemeinderat vorgelegt werden, damit dieser sie zustimmend zur Kenntnis nehmen kann. Die Polizei hat bislang nach eigener Aussage Kenntnis von einer Anschrift in Güntersen mit zwei Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen seien. Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten würde die Situation beobachtet. In den vergangenen Jahren habe es aber keine Einsatzanlässe gegeben.