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Göttingen Händeklatschen oder Nasenkuss zur Begrüßung
Die Region Göttingen Händeklatschen oder Nasenkuss zur Begrüßung
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20:07 19.11.2010
Von Jörn Barke
Üben das indische Namaste-Handzeichen zur Begrüßung: Jasmin und Lea (von links) im Hörsaal.
Üben das indische Namaste-Handzeichen zur Begrüßung: Jasmin und Lea (von links) im Hörsaal. Quelle: Hinzmann
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Mit dem Schneckenhorn, erklärt Prof. Roman Loimeier, hat man in Polynesien ankommende Gäste ganz laut angekündigt – andere Länder, andere Sitten eben. So erläutert Loimeier eine Reihe von Begrüßungsarten, die ganz anders sind als die in Deutschland. In Indien werden etwa die Handinnenflächen beim Namaste-Zeichen zusammengelegt. In Malawi klatscht man in die Hände, und die Inuit reiben ihre Nasen aneinander. Loimeier führt es mit Mitarbeiterin Isabel Pagalies vor, und die Kinder dürfen es mit den Nachbarn selbst ausprobieren. Hinter Begrüßungsritualen steckt auch ein Sinn. So geht es zum Beispiel darum zu zeigen, dass die Hände keine Waffen halten und man friedlich gesinnt ist.

Doch in anderen Kulturen gibt es nicht nur andere Begrüßungsrituale, sondern auch andere Ess-Sitten. Das zeigt Loimeier mit einem Ausschnitt aus einem Schwarzweiß-Stummfilm, in dem Asta Nielsen als Eskimofrau eine bürgerliche Tischgesellschaft aufmischt, indem sie mit den Fingern isst.
Auch sonst kann es im Miteinander mit anderen Kulturen Missverständnisse geben. In Japan zum Beispiel bedeutet ein Lächeln nicht immer Zustimmung, es kann auch eine höfliche Ablehnung sein. Kopfschütteln heißt in Deutschland „Nein“ und Nicken „Ja“ – in Malawi ist es genau umgekehrt. Menschen in anderen Ländern erscheint unser Verhalten dabei genauso komisch wie umgekehrt. Loimeier rät den Kindern deshalb am Schluss: Wenn einem in einem anderen Land etwas komisch vorkommt: einfach die anderen fragen: „Das ist ein Zeichen dafür, dass wir uns für die anderen interessieren und sie respektieren.“