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Göttingen Auktions- und Handelshaus bewertet Göttinger Sammlungen und Schätze
Die Region Göttingen Auktions- und Handelshaus bewertet Göttinger Sammlungen und Schätze
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00:18 01.08.2013
Von Britta Eichner-Ramm
„Das wird nicht alles sehr viel bringen“: Axel Heinrich beurteilt die Sammlung von Anita Lange, Didde Degnbol Pedersen schaut zu.
„Das wird nicht alles sehr viel bringen“: Axel Heinrich beurteilt die Sammlung von Anita Lange, Didde Degnbol Pedersen schaut zu. Quelle: Heller
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Göttingen

„Die passt nämlich nicht zu meiner Einrichtung“, sagt sie, während Kunsthistorikerin Beatrice Deye das Objekt von allen Seiten betrachtet, den Schriftzug am Fuß der Vase liest, mit den Fingern über die leichten Farberhebungen streicht und schließlich zu einer ersten Bewertung kommt. Es handle sich um eine Prunk-Baluster-Vase aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.Deye: „Sie ist aufwendig von Hand bemalt – ein schönes Kobaltblau – und könnte trotz minimaler Gebrauchsspuren vielleicht 60 Euro bringen.“

Die Wertschätzung und Beurteilung der Göttinger Sammlungen und Schätze, steht beim „Beratungstag“ des Hannoveraner Auktions- und Handelshaus Hannoverum am Sonntag im Mittelpunkt. Etwa 20 Personen wollen von den vier Experten für Altes und Antikes wissen, ob und wieviel ihre Gemälde, Möbelstücke, Schmuckstücke, alten Blechspielzeuge oder das Porzellanservice bei einer Auktion bringen würden.

„Wer möchte, kann die Sachen gleich hier lassen“, erklären Dieter Bünger und Hannoverum-Geschäftsführerin Didde Degnbol Pedersen. Das Auktionshaus bietet die Stücke im Auftrag des Kunden an. Finde sich ein Käufer – entweder über die Online-Auktionsplattformen oder die Live-Auktion –, bekomme Hannovera 15 Prozent des Erlöses, so Bünger.

Leute wollen Bewertung

Zu beurteilen haben die Hannoverum-Mitarbeiter Bünger und Axel Heinrich beim Göttinger Beratungstag viele interessante Dinge. Auch Typisches für die Universitätsstadt, sagt Heinrich.

Darunter beispielsweise mehrere Stiche des britischen Künstlers William Hogarth (1697 bis 1764), bekannt aus der Universitäts-Kunstsammlung, oder aber Stiche aus dem Zyklus Los Caprichos des spanischen Malers Goya. „Zum Teil erhoffen sich die Leute nur eine Bewertung“, meint Heinrich, „andere Stücke werden uns gleich überlassen.“

Welche Dinge die Menschen zum Beratungstag mitbringen, wissen die Hannoverum-Experten zuvor oft nicht ganz genau.

„Wir lassen uns auch überraschen“, meinte Bünger. Anders als bei der Sammlung alter Dampfmaschinen und Telefone von Anita Lange. Sie hatte sich vorab angemeldet und zwei Exponate aus der Sammlung ihres verstorbenen Mannes zur Beurteilung mitgebracht. Den Rest schaut sich Heinrich auf Fotos an. „Da sind sehr interessante Stücke dabei“, unterstreicht er, schränkt dann aber ein: „Die Telefone aus den 70er-Jahren werden nicht viel bringen.“

Wichtig für den Wert eines Objektes sei nicht nur das Alter, sondern zum Beispiel auch der Erhaltungszustand, erklärt Bünger. Die Vorstellungen mancher Leute würden natürlich oft am Preis vorbeigehen, der sich tatsächlich am Markt erzielen lasse. Und so dienen Beratungstage wie in Göttingen auch dazu, „die Spreu vom Weizen zu trennen“, betont Heinrich.

Mancher wisse einfach auch nicht, was Kunst und was Kitsch sei. Etwa Menschen, die einen Nachlass auflösen müssten. Auch in solchen Fällen hilft die Wertschätzung der Hannoverum-Experten.