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Göttingen Treffen 50 Jahre nach dem Einzug
Die Region Göttingen Treffen 50 Jahre nach dem Einzug
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21:00 09.06.2019
Ehemalige und aktuelle Bewohner des Hauses Auf der Lieth 10. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Nikolausberg

Noch ist es ruhig in dem Kellerraum in dem Haus auf der Lieth 10. Sitzgelegenheiten sind hier aufgebaut, an den Wänden hängen alte Fotografien, auch einige Texte. Wenige Minuten später wimmelt es in dem kleinen Raum von Menschen. Die Meisten haben gemein, dass sie zusammen in diesem Haus gewohnt haben – einige schon seit 50 Jahren. Sie gehörten zu den ersten Mietern in der Neubausiedlung oberhalb des alten Dorfes in Nikolausberg, die am 1. September 1969 bezugsfertig war. Dass sie an diesem Pfingstwochenende aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus Schottland zusammengekommen sind, zeugt von der guten Hausgemeinschaft, die sie hier aufgebaut hatten.

Hausgemeinschaft vor 50 Jahren in Nikolausberg

Die Nummer zehn sei das erste Haus gewesen, dass fertiggestellt worden sei, sagt Christoph Noth, dessen Eltern Walter und Ingeborg Noth zu den Ersten gehörten, die dort einzogen. „Wir haben es trockengewohnt“, sagt seine Mutter, die noch heute dort lebt – und mit ihr in anderen Wohnungen Marianne Altenkirch und Gisela Kosuch. Viele ihrer Kinder sind gekommen, längst selbst Eltern. Auch Enkel im Teenageralter sind bei dem Treffen dabei und lauschen neugierig.

Sechs Familien mit 13 Kindern hätten in den ersten Jahren in dem Haus gewohnt, erinnert sich Altenkirch. Dazu zwei ältere Ehepaare im oberen Stockwerk. „Wir hatten immer eine tolle Hausgemeinschaft.“ Barbara Kosuch erinnert sich mit viel Vergnügen hat ihre Kinderzeit in dem Haus. Eine Tanzgruppe hätten sie dort gegründet in dem Keller, der für alle Kinder eingerichtet war. Gemalt hätten sie dort und eine Theatergruppe gegründet. Nebendran sitzt Markus Kosuch. Er hat heute eine Professur in Nürnberg inne und erzählt von seiner ersten Rolle, die er dort spielte: „das Hinterteil eines Esels“.

Verbotsschild ignoriert

Markus Kosuch berichtet auch von dem Spielgerät, das alle Eltern gemeinsam angeschafft und auf der Wiese hinter dem Haus aufgestellt hätten. „Betreten verboten“ habe dort gestanden, ergänzt seine Schwester Renate. Die Eltern ignorierten das Schild, und die Hausverwaltung duldete das stillschweigend.

Gisela Kosuch hat die Bilder noch vor Augen. Der Keller sei ihr erster Kindergarten gewesen, und vor dem Haus habe es nicht einmal eine richtige Straße gegeben. „Am Abend haben wir die Kinder durch die Badewanne gezogen – und die Wäsche auch erst einmal, um die Waschmaschine zu schonen.“

Demos für Spielplätze, gegen Kabelanschluss

Für sie sei das Leben in dem Haus essenziell für ihr weiteres Leben gewesen, meint Renate Kosuch und erzählt von der Scheidung ihrer Eltern. Die Mutter sei mit den drei Kindern in dem Haus geblieben, mitten in der Ausbildung zur Grundschullehrerin. Eine schlechte Zeit für Prüfungen, Haushalt und Kindererziehung. Doch die Hausgemeinschaft half. Die vier wurden beispielsweise auf Patenfamilien im Haus aufgeteilt, und konnten dort Mittagessen. Gemeinsam demonstrierten die Hausbewohner später für Spielplätze und gegen den Kabelanschluss.

Auch Hans-Jürgen Tabel ist gekommen. Er lebt längst in Emden, wo er auf eine Professur für Musikerziehung berufen worden war. Er engagierte sich musikalisch in dem Haus Nummer zehn. „Wir hatten dort das Auf-der-Lieth-Chörchen“ und zusammen musizierte man. „Fantastisch, dass so eine Freundschaft so viele Jahre stabil bleiben kann“, sagt er und blickt vergnügt und ein bisschen sentimental in die Runde. Barbara Kosuch bringt es schließlich auf den Punkt: „Heute ist es langsam wieder im Kommen, aber wir haben schon vor 50 Jahren die soziale Gemeinschaft gelebt.“

Von Peter Krüger-Lenz

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