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Göttingen „Müssen uns weiter anstrengen“
Die Region Göttingen „Müssen uns weiter anstrengen“
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18:11 28.02.2017
Von Britta Eichner-Ramm
Der Kernort Bovenden ist ans Stadtbusnetz angebunden. Dennoch nutzen 58 Prozent der befragten Bovender laut Mobilitätsumfrage für ihre Wege das Auto. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Nach 2008 hatte die Stadt Göttingen zusammen mit dem Zweckverband Süd-Niedersachsen im Stadtgebiet sowie in den Kernorten Bovenden und Rosdorf 2015/2016 eine erneute Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Bürger in Auftrag gegeben. 20 000 Haushalte wurden angeschrieben, bei den zwei Erhebungen im November 2015 und April 2016 - jeweils an drei Tagen - antworteten schließlich fast 6000 Menschen. Göttingens erklärtes Ziel sei, so Dienberg, den sogenannten Umweltverbund bei der Verkehrsmittelwahl, also Fußgänger-, Rad-, und öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), zu stärken. Die Umfrage sollte zeigen, wie gut das bisher gelungen ist.

Rund 37 Prozent der Bürger entscheiden sich nach wie vor für das Auto

Eine der Erkenntnisse aus der Analyse der Ergebnisse: Rund 37 Prozent der Bürger entscheiden sich nach wie vor für das Auto, zwei Prozent mehr als 2008. Besonders hoch sei der Kfz-Anteil bei den Befragten aus Rosdorf (63 Prozent) und Bovenden (58 Prozent), obwohl dort auch Stadtbusse angebunden seien. Nach Angaben des Göttinger Verkehrsplaners Sören Koss nutzten 15 Prozent der Rosdorfer und 14 Prozent der Bovender Befragten den Bus.

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Im Vergleich zu 2008 sei der Anteil des Radverkehrs um etwa ein auf 28 Prozent gestiegen. 22 Prozent der Befragten gingen zu Fuß und 13 Prozent nutzten den ÖPNV (elf Prozent davon entfallen auf die Stadtbusse). In der Analyse sei unter anderem aufgefallen, dass sich verstärkt für eine Fahrt mit dem Auto entscheide, wer 65 Jahre oder älter ist. Als Begründung seien die Punkte Schnelligkeit (24,3 Prozent) und Flexibilität (19,1 Prozent) angeführt worden. Diese Argumente hätten auch die Radfahrer an erster Stelle genannt, während Schnelligkeit für die Busfahrgäste nur zu 12,7 Prozent eine Rolle gespielt habe.

Fahrgastzahlen wachsen, die Busse sind voll

Der Anteil des ÖPNV liege weiterhin bei nur 13 Prozent. „Das wirft Fragen auf“, so Koss, denn die Fahrgastzahlen wachsen und die Busse seien voll. Aber davon dürfe man sich „nicht blenden lassen“. Nun gelte es Schlüsse aus der teilweise kritischen Bewertung des Ticketangebotes zu ziehen, so Dienberg, zum Beispiel indem man sich anderen Zielgruppen zuwende oder auch über Kurzstreckentickets nachdenke.

Die Ergebnisse der Befragung würden auch Hinweise etwa für die neue Radverkehrskonzeption liefern. So würden bereits drei Prozent der Befragten ein Pedelec besitzen. Koss: „Das muss man bei der künftigen Infrastrukturplanung berücksichtigen“. Potenzial für den Ausbau von Car-Sharing-Angeboten, wie im Klimaplan Verkehr vermerkt, sieht die Verwaltung darin, dass 28 Prozent der befragten Haushalte keinen Pkw besitze.

Die Ergebnisse gibt es hier.