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Göttingen A 38: Behelfsausfahrt Reckershausen soll im Februar fertig sein
Die Region Göttingen A 38: Behelfsausfahrt Reckershausen soll im Februar fertig sein
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00:24 08.06.2019
Die Behelfszufahrten sollen noch in diesem Jahr gebaut werden. Quelle: 16 APR 2019 © STEPMAP, 123MAP • DATEN: OPENSTREETMAP, LIZENZ ODBL 1.0 / GRAFIK: TATER
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Friedland, Hannover/Friedland.

 

Die Behelfsausfahrt bei Reckershausen an der Autobahn 38 soll noch in diesem Jahr gebaut werden. „Im Februar müssen wir fertig sein”, sagt Udo Othmer, Leiter der zuständigen Straßenbaubehörde. Denn dann wird die Bundesstraße 80, eine Umleitungsstrecke, wegen Bahn-Bauarbeiten gesperrt.

 

Behelfsabfahrt ist „unverzichtbar“.

Der Göttinger Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel (Grüne) hat 13 Fragen als sogenannte „Kleine Anfrage” im Landtag gestellt, die Antworten liegen jetzt vor. „Meines Erachtens nach braucht man beides: Eine Behelfsabfahrt und die Umrüstung des Tunnels für einspurige Verkehrsführung”, sagt Wenzel. Aus den Antworten geht hervor, dass eine einseitige Nutzung des Tunnels derzeit in einer Studie überprüft wird. Dem Landesministerium zufolge sei die Einrichtung einer Behelfsabfahrt dennoch unverzichtbar. Allein während einer möglichen Umrüstung des Tunnels müsse die Strecke für mehrere Wochen voll gesperrt werden.

Die Anfrage des Göttinger Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle (FDP) an das Straßenbauamt Gandersheim zielte darauf ab, ob nicht eine „vollwertige Anschlussstelle” statt einer Behelfsausfahrt für Entlastung der Bürger sorgen könnte. Das allerdings, so Othmer, „kann nicht zur Behebung der Probleme beitragen”. Eine dauerhafte Anschlussstelle sei wesentlich aufwendiger und nicht mehr fristgerecht umzusetzen. Die Sperrung der Bundesstraße 80 für die neue Eisenbahnbrücke sei bereits für Februar 2020 geplant. „Wir arbeiten derzeit zweigleisig”, so Othmer. Zum einen werde an der rechtlichen Absicherung des Baus der Behelfsausfahrt gearbeitet, die Ausschreibungen werden vorbereitet. „Alle zuständigen Behörden arbeiten gut zusammen”, sagt Othmer. Parallel arbeiten Ingenieurbüros an einer Art Machbarkeitsstudie. Überprüft wird, wie und ob der Verkehr im Umleitungsfall in beide Richtungen durch eine Tunnelröhre geleitet werden kann. „Erste Ergebnisse erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte”, so Othmer. Die Zeit wird knapp.

Bahnangebote für Bürger?

Kuhle ärgert sich: „Die anhaltende Unsicherheit über die genaue Ausgestaltung der Baumaßnahmen am Heidkopftunnel stellt eine große Belastung für die Anwohner dar”, sagt er und plädiert für eine „schnelle und bürgerfreundliche” Umsetzung. Bürger hätten ihn bereits darauf angesprochen. Wenzel wiederum ärgert sich darüber, dass man in der Straßenbauverwaltung „so gar nicht” überlege, wie man die Dörfer in der Zeit durch Bahnangebote auf der parallelen Bahnstrecke entlasten kann”.

Hintergrund: Der Heidkopftunnel im Verlauf der Autobahn 38 zwischen den Anschlussstellen Friedland und Arenshausen muss für mehrere Monate voll gesperrt werden. Das sagte Othmer bereits im April im Tageblatt-Interview. Grund: Die Tragschichten unterhalb der vier mal fünf Meter großen und 30 Zentimeter tiefen Betonplatten löst sich auf, die Platten kippen.

Verkehr möglichst auf A 38 lassen

Die derzeitige Umleitungsstrecke verläuft über die B 80 und die B 27. „Gerade das letzte Teilstück der B 80 von Hohengandern bis zur Kreuzung der B 80 und der B 27 bei Eichenberg ist zur Aufnahme von Autobahnverkehr aufgrund der serpentinenartigen Linienführung nur bedingt geeignet”, teilt das Landesverkehrsministerium in seiner Antwort an Wenzel dazu mit. Zudem muss auf hessischer Seite an der B 80 eine Brücke über die Bahn erneuert werden. Folge: Die Umleitungsstrecke steht ab Februar nicht zur Verfügung, denn sie muss ebenfalls voll gesperrt werden.

„Aus diesem Grund befinden sich die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und insbesondere der Geschäftsbereich Gandersheim bereits in vertieften Abstimmungen mit den Kollegen aus Hessen und Thüringen sowie den betroffenen Landkreisen”, so das Verkehrsministerium. Und weiter: „Übereinstimmendes Ergebnis ist, dass der Verkehr möglichst auf der A 38 belassen werden sollte, auch mit einer nur einspurigen Verkehrsführung pro Fahrtrichtung.” Fest stehe aber, dass selbst für eine bauliche, jeweils einspurige Umrüstung des Tunnels voraussichtlich mehrere Wochen Vollsperrung benötigt werden.

„Keine Alternativen“

Insoweit müsse auch dem Ministerium zufolge „der Fokus zunächst auch auf alternative Umleitungen gelegt werden”. Da keine Alternativen bestehen, sei der Lösungsansatz die Errichtung einer provisorischen Bedarfsaus- und -zufahrt im Zuge der L 566, zumindest für eine Übergangszeit bis zur Umsetzung von Tunnelumrüstungsmaßnahmen. Der Verkehr soll dann möglichst nur in Ausnahmesituationen über die Rampen geleitet werden, beispielsweise wenn durch Bauarbeiten im Tunnel längerfristige Sperrungen der A 38 anstehen oder wenn die B 80 und die A 38 gleichzeitig gesperrt werden müssen. Ansonsten würden Schranken eine Zu- oder Abfahrt verhindern.

Die Antworten des Ministeriums

Die (gekürzten) Antworten des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung auf die Anfrage des Abgeordneten Stefan Wenzel (Grüne):

1. Wann wird die Autobahn 38 in Höhe Heidkopftunnels gesperrt? Antwort: Ein genauer Termin kann derzeit nicht benannt werden, da dies abhängig von einer möglichen Umleitung oder Umrüstung des Tunnels ist.

2. Wie oft und wie lange wurde der Heidkopftunnel seit Inbetriebnahme gesperrt? Die Anzahl der Sperrungen liegt bei 229 (Von 2009 bis 2018). Eine Statistik über die Anzahl und Dauer sämtlicher Sperrungen wird nicht geführt.

3. Wie viele Unfälle hat es bislang im Tunnel gegeben? Von 2009 bis 2018 wurden 33 Unfälle und vier Brände registriert.

4. Mit welchen zusätzlichen Verkehrsmengen wird auf den Umleitungsstrecken gerechnet? Die A 38 hat einen durchschnittlichen täglichen Verkehr von etwa 30 000 Fahrzeugen mit einem Lkw-Anteil von 25 Prozent. Wochentags herrscht in den Morgenstunden ein größeres Verkehrsaufkommen in Fahrtrichtung Göttingen vor, in den Abendstunden in Fahrtrichtung Halle.

5. Welche Straßen sollen als Umleitungsstrecken genutzt werden? Eine endgültige Festlegung wurde noch nicht getroffen. Da die B 80 westlich von Hohengandern laut Aussage von Hessen Mobil über einen längeren Zeitraum nicht mehr als Umleitungsstrecke genutzt werden kann, wird derzeit eine provisorische Bedarfsab- und -zufahrt im Zuge der L 566 geplant. Auch eine Umrüstung des Tunnels wird untersucht.

6. Wie soll der Gefahrgutverkehr umgeleitet werden? Eine endgültige Festlegung wurde noch nicht getroffen.

7. Wird die Straßenbauverwaltung während der Vollsperrung verbilligte oder kostenfreie Zugtickets für Pendler anbieten? Wenn nein, warum nicht? Nein, das Bundesfernstraßengesetz sieht eine Entschädigung nicht vor.

8. Was ist die Ursache für die Baumaßnahme? Die Fahrbahn im Heidkopftunnel wurde in Beton-Bauweise mit hydraulisch gebundener Tragschicht hergestellt. In den letzten Jahren wurden Schäden am Fahrbahnaufbau beobachtet, die sich durch Bewegung einzelner Betonplatten bemerkbar machten. Im letzten Jahr hat die Anzahl der Beschädigungen so stark zugenommen.

9. Was sind „gebundene Tragschichten“ im Detail? Gebundene Tragschichten sind ein Gemisch aus Gesteinskörnung (auch anstehender Boden) mit hydraulischem Bindemittel.

10. Warum lösen sich die gebundenen Tragschichten auf? Eine zweifelsfreie Schadensursache steht nicht fest.

11. Welche Rolle spielen die Geologie und die Wasserführung im Tunnel bzw. im Berg? Beprobungen erfolgten bis in eine Tiefe von 1,50 Meter. Vorgefunden wurden Steine/Fels mit Anteilen an Sand und Kies. Das Material besteht aus Sandstein, der schwer lösbar sowie nur gering bis mittel frostempfindlich ist. Zum Zeitpunkt der Erkundung wurde kein Grundwasser angetroffen. Ein Zusammenhang mit dem Schadensbild ist somit nicht erkennbar.

12. Warum dauert die Reparatur so lange? Für die Instandsetzung des Fahrbahnaufbaues muss die gesamte Betonfahrbahn in zwei bis drei Fräsgängen ausgebaut werden. Anschließend werden die Schichten komplett wieder aufgebaut. Insgesamt sind für diese Arbeiten vier Monate kalkuliert.

13. Welche Fehler sieht die Straßenbauverwaltung bei bauausführenden Firmen oder bauplanenden Firmen oder Behörden? Ein Ausführungsfehler lässt sich 13 Jahre nach Fertigstellung nicht mehr zweifellos belegen. Das Gutachten schließt Baumängel nicht aus.

Von Britta Bielefeld

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