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Göttingen Alarm bei der Heilsarmee Göttingen: Risse in Wänden, Putz fällt ab
Die Region Göttingen Alarm bei der Heilsarmee Göttingen: Risse in Wänden, Putz fällt ab
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09:25 11.10.2019
Mit Flatterband und selbst gemalten Plakaten warnt die Heilsarmee vor herabfallendem Fassadenputz und fordert die Stadt Göttingen als Eigentümer auf, zu handeln. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Die Warnung ist eindeutig: „Vorsicht! Herabfallender Putz. Betreten auf eigene Gefahr.“ Rund um das Haus hängen die selbst gemalten Warnschilder aus Laken an Fenstern und Fachwerken des alten Gebäudes in der Göttinger Innenstadt – verbunden mit rot-weißen Absperrbändern. Schon lange bröckelt der Putz vom Göttinger Wohnheim der Heilsarmee, „seit August aber ist es massiv“, sagt Heimleiterin Esther Gulde. Als vor gut zwei Wochen schließlich Handflächen große Stücken aus einem Gefache der Hof-Fassade herabgefallen waren, „haben wir die Reißleine gezogen“.

Risse, Löcher, Warnschilder. Die Bildergalerie:

Eine Reißleine mit viel Symbolcharakter, denn wirklich vor herabfallenden Fassadenstücken geschützt werden Passanten, die an dem Haus an der Unteren-Masch-Straße entlanggehen, nicht. „Damit kommen wir als Mieter und Nutzer aber wenigstens unserer Verkehrssicherheitspflicht nach“, erklärt Gulde. Die eigentliche Verantwortung liege bei der Stadt Göttingen als Eigentümer des Hauses, fügt sie an. Die Stadt aber sei seit Jahren untätig, obwohl es an allen Ecken und Enden knirscht und bricht.

Keller komplett „nass“

Rissen in der Fassade und in Innenwänden zeigt Gulde beim Rundgang durch das Haus. Türen, die sich kaum noch schießen lassen, weil sich das Gebäude verzogen hat. Marode Fenster und einen Keller mit Schimmel an den Wänden, „der seit Jahren nass ist“. Während das Wohnhaus noch bewohnbar ist, hat die Heilsarmee die Garage auf dem Hof inzwischen komplett gesperrt – das Dach drohe einzubrechen, sagt Gulde.

Eigentlich ist es recht gemütlich im Wohnheim für Wohnungslose der Heilsarmee in Göttingen. Risse in den Wänden, bröckelnder Putz an der Fassade und ein nasser Keller aber verleiden den Bewohnern und Betreibern ihre Bleibe immer mehr. Ein Rundgang.

Die Schäden hätten sei Jahren immer weiter zugenommen, erklärt die Leiterin weiter – „aber die Stadt hat als Eigentümerin nie etwas gemacht“. Seit den jüngsten Kanalarbeiten in den Straßen sei es dann noch einmal massiv schlimmer geworden.

Fördergelder von land und Bund

In der Stadtverwaltung sei durchaus bekannt, dass das Gebäude saniert werden müsse, sagt Verwaltungssprecher Dominik Kimyon. Noch im Oktober werde die Fassade überprüft, dann sei auch ein Gespräch mit der Mieterin geplant. Und es gibt Hoffnung für eine spürbare Verbesserung: „Das Gebäude wurde erfreulicherweise gerade in die Städtebaumaßnahme ’Nördliche Innenstadt’ aufgenommen“, so Kimyon am Donnerstag. Über dieses
Projekt will die Stadt das gesamte Quartier um den Robert-Gernhardt-Platz, den Waageplatz und den Platz der Synagoge mit großer Bürgerbeteiligung aufwerten.

Stadt, Land und Bund beteiligen sich zu je einem Drittel finanziell an dem Projekt, erklärte Kimyon weiter. Mit der Zusage über die Städtebauförderung könne jetzt die Sanierung in Angriff genommen werden. Das Geld sei ab 2020 freigegeben, „sodass wir also im nächsten Jahr mit den Ausschreibungen und Planungen starten und mit den Arbeiten beginnen können“.

Im nächsten Jahr soll es losgehen

Läuft alles glatt, könnten die Arbeiten in den nächsten Jahren vorangehen. Zunächst würden aber als „Beweissicherung“ – wie üblich bei größeren Baumaßnahmen - Schäden wie Risse in den Wänden dokumentieren. So seien auch die Göttinger Entsorgungsbetriebe vor Beginn ihrer Kanalbauarbeiten in der Unteren-Masch-Straße vorgegangen. Daher lasse sich nicht nachweisen, dass die Kanalarbeiten ursächlich für die Schäden am Heilsarmee-Gebäude sind.

Seit 1971 hat die Heilsarmee das Gebäude gemietet. Das Wohnheim der Heilsarmee in Göttingen bietet wohnungslosen Frauen und Männern „mit besonderen sozialen Schwierigkeiten“ Unterkunft. Die, nach eigenen Angaben familiär geführte, Einrichtung kann 21 Personen aufnehmen – 16 in Einzelzimmern und fünf in einem Mehrbettzimmer. Finanziert wird das Angebot über durch Übernachtungsgelder, die die Stadt für die Wohnungslosen bezahlt – und über Spenden.

Von Ulrich Schubert

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