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Göttingen Warum das Göttinger Gänseliesel ein Göttingen-Poster malt
Die Region Göttingen Warum das Göttinger Gänseliesel ein Göttingen-Poster malt
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10:39 28.08.2019
Aus Heimweh und der Liebe zur Heimat entstanden: Johanna Barton und "ihr" Göttingen-Poster in der Ausführung schwarz auf weiß. Quelle: R
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Göttingen

Es erinnert ein wenig an Doodle-Zeichnungen, die zurzeit der große Hit sind – und es wirkt gerahmt unglaublich professionell. In Belgien hat Göttingens ehemalige Gänseliesel (2013/14) Johanna Barton ein Göttingen-Poster gemalt. Es sollte eigentlich „nur eine Erinnerung an meine Heimatstadt“ sein, sagt sie. Die kommt aber so gut an, dass die 24-Jährige schon gut 30 Poster verkauft hat.

Ein Bezug zur Göttinger Innenstadt lässt sich schon durch die Form erahnen, der genaue Blick auf die ineinander verwobenen Schriftzüge führt dann unverkennbar in die Stadt. Es sind die Straßen in der Altstadt mit Außenring: ob Bürgerstraße, Mauerstraße oder Stumpfebiel – und im Zentrum die Weender Straße. Alle Gassen und Straßen hat Barton in ihr verschlungenes Stadtstraßen-Bild aufgenommen. Manche sind in feinen Linien skizziert, andere in kräftigen, ausgefüllten Buchstaben. Und wer genau hinschaut, erkennt in dem augenscheinlichen Kritzel-Chaos, dass sie tatsächlich grob dort „verlaufen“, wo sie hingehören.

Mit schwarzem Filz auf weißem Papier

Das Göttingen-Poster von Johanna Barton gibt es in zwei Ausführungen. Quelle: R

Mit schwarzen Filzstiften auf weißem Blatt hatte Barton das Original gezeichnet. Das war im vergangenen Mai, erinnert sich die 24-jährige Studentin. Ein Tag, an dem „die Sehnsucht nach meiner Heimatstadt“ vielleicht etwas größer war als sonst, an dem sie aber „im totalen Lernstress“ auch ein wenig „kreative Ablenkung gesucht“ hat. „Schon lange hatte ich darüber nachgedacht, was sich als Erinnerung an Göttingen und jede Stadt, in der ich studiert habe in mein Zimmer stellen oder hängen kann“, verrät sie weiter.

In anderen Städten hatte sie bereits Innenstadt-Poster in diesem ungewöhnlichen Namens-Kritzel-Stil gesehen – „von Göttingen aber gibt es so etwas nicht“, stellte sie fest. „Also habe ich gedacht: male ich es halt selber.“ Gesagt, getan, und das auf eine ganz traditionelle Art und Weise. „Ich habe meinen Stadtplan von Göttingen auf das Fenster geklebt, das weiße Blatt darauf gelegt und die Straßen erst einmal grob abgepaust.“ Dann folgte die kreative Feinarbeit. „Etwa drei Tage habe ich daran gemalt“.

Die Eltern waren begeistert

Das sollte es eigentlich gewesen sein – bis ihre Eltern das Bild sahen. „Die waren so begeistert“, sagt Barton. „Dann kamen auch noch immer mehr Freunde, die gerne mein Göttingen-Poster haben wollten.“ Ihr Vater kam schließlich auf die Idee, das Bild zu vervielfältigen und vielleicht auch zu verkaufen.

Was es sonst für Göttingen-Souvenirs gibt:

Göttingen-Souvenirs – inklusive Poster

Tatsächlich gibt es bisher kein Göttingen-Poster im Doodle-Stil, wie Johanna Barton es gefertigt hat. Aber es gibt Fotoposter mit dem Gänseliesel und Georg-Christoph-Lichtenberg als Motiv. Sie werden zurzeit allerdings nicht in der aktuellen Auslage in der Tourist-Information angeboten, erklärte eine Sprecherin des Göttingen Tourismus e.V..„Kein Platz“, ergänzte sie. Auf Anfrage würden die Poster aber gerne hervorgeholt. Offiziell bewirbt der Verein etliche andere Göttingen-Souvenirs: von Gänseliesel-Figuren in unterschiedlichen Ausführungen über bunte Liesel-Kaffeebecher und der Göttinger Kaffeebohne, T-Shirts, Taschen, Brillenetuis, Kerzen und Magnet-Pins bis zu einer Lichtenberg-Kollektion.

 

Dafür malte Barton allerdings eine zweite Version, in der „ich ein paar kleine vorherige Fehler korrigiert habe“, verrät sie. Früher in der Schule habe sie viel gemalt, „vor allem durch den Kunstunterricht“, sagt Barton. Heute male sie sehr selten, „schon aus Zeitgründen“.

Negativ-Ausdruck für zweite Variante

Die weiteren Schritte zum Poster waren Technik: einscannen, im PC die richtige Größe austarieren, drucken. „Dabei kam mein Vater noch auf die Idee, das Bild auch als Negativ zu formatieren.“ Und so gibt es das Göttingen-Poster mit schwarzer Schrift auf weißem Grund und weißer Schrift auf schwarzem Grund.

Johanna Barton präsentiert ihr Göttingen-Poster in der Weiß-auf-Schwarz-Variante in der Innenstadt. Quelle: R

Das Erst-Original hängt inzwischen bei ihren Eltern in Göttingen, die korrigierte Vorlage in ihrem Zimmer in Estland. Dort ist die nächste Etappe ihres Masterstudiums mit Schwerpunkt Europapolitik und digitale Verwaltung. Kopien des Posters verkauft Barton über das Kaffeehus an der Weender Straße: für 18 Euro ohne Rahmen. „Das passt wohl gut in das Konzept und ich wollte auf jeden Fall, dass man dafür auch in die wunderschöne Göttinger Innenstadt kommen muss“, erklärt sie, warum sie das Poster nicht übers Internet verkauft.  

Alle zur Wahl des Göttinger Gänseliesels:

Barton und das Gänseliesel

Im September 2013 wurde die damals 18-jährige Johanna Barton zum Göttinger Gänseliesel gewählt. Ein Jahr lang repräsentierte sie die Stadt Göttingen bei vielen Anlässen – ausstaffiert mit passendem Kleid und Gans im Korb. Die Eröffnung des Weihnachtsmarkten und der Eisbahn an der Lokhalle gehörten ebenso dazu wie Empfänge für Göttingen-Besucher, politische und touristische Delegationsreisen und Wirtschaftstermine.

Barton hatte das Amt 2013 von Sophie Heinemann übernommen, ihre Nachfolgerin wurde im Jahr darauf Alena Koch. Die Wahl der leibhaftigen Gänseliesel geht auf die Figur über dem gleichnamigen Brunnen am Göttinger Markt zurück und wird von Pro City organisiert. Amtierendes Gänseliesel ist Sarah Nöcker – die Drittplatzierte bei der Wahl 2018. Max (ehemals Sophia) Armonies hatte das Amt zwischenzeitlich niedergelegt. Das neue Gänseliesel wird am 29. September gewählt.

Von Ulrich Schubert

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