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Göttingen Helmsgrund in Geismar wird unter Schutz gestellt
Die Region Göttingen Helmsgrund in Geismar wird unter Schutz gestellt
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00:17 19.02.2019
Kein Baugebiet: Der Helmsgrund in Geismar wird unter Schutz gestellt. Quelle: R
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Göttingen

Der Helmsgrund in Geismar wird auf absehbare Zeit kein Baugebiet. In seiner Sitzung vom 15. Februar stimmte der Göttinger Stadtrat mehrheitlich dafür, die etwa 3,4 Hektar große Fläche als Schutzgebiet auszuweisen und in das Landschaftsschutzgebiet Leinetal aufzunehmen. Im Gegenzug wird dafür eine unter Landschaftsschutz stehende Fläche im Bereich der Zimmermannstraße in Weende aus dem Schutzstatus entlassen. Das Thema ist bereits im Dezember 2018 besprochen, das Votum aber vertagt worden. Der aktuellen Entscheidung im Rat ging eine längere Diskussion voraus.

Es war das Rebhuhn und nicht der Lurch

Während der Debatte zu dieser vom Fachbereich Stadtgrün und Umwelt der Stadtverwaltung erarbeiteten Vorlage hat sich Volker Grothey (SPD) dafür ausgesprochen, das Areal als Baugebiet zu nutzen. „Es handelt sich nur um eine Ackerfläche“, sagte der Stadtrat. Von Artenreichtum könne an dieser Stelle keine Rede sein. Eine viel befahrene Straße führe in unmittelbarer Nähe vorbei. Zudem sei das Gebiet für Wohnzwecke gut zu erschließen, zumal unweit ein mehrstöckiges Wohnhaus steht. „Es war in diesem Fall nicht der Lurch, der bemüht wurde, sondern das Rebhuhn“, kritisierte Grothey ein von Naturschutzseite ins Spiel gebrachtes Argument für die Ausweisung zum Landschaftsschutzgebiet. Das Rebhuhn freilich sei keine bedrohte oder geschützte Art und komme überall vor, argumentierte der Sozialdemokrat.

200 Wohnungen wären möglich

Auch Edgar Schu (Göttinger Linke/ALG-Ratsgruppe) votierte für die Ausweisung eines Baugebietes im Helmsgrund. Bezahlbarer Wohnungsbau könne nur Geschosswohnungsbau sein, der wäre an eben dieser Stelle möglich. Wohnungen könnten hier entstehen, die im Vergleich zu den deutlich angestiegenen Mieten in vielen Göttinger Stadtteilen auch für Menschen mit eher niedrigen Einkommen bezahlbar wären. 200 Wohnungen seien hier machbar. „Das würde sich lohnen“, sagte Schu.

Flächen wichtig für Stadtklima

Für die Ausweisung als Schutzgebiet sprach sich hingegen Sabine Morgenroth (Grüne) aus. Ihre Ratsfraktion mache sich für das Anlegen eines Grüngürtels an der Duderstädter Straße stark und wolle diesen Grüngürtel weiter entwickeln und möglichst durch das gesamte Stadtgebiet führen. Solche Flächen, wie etwa der Helmsgrund als geschützter Bereich, seien wichtig für ein gesundes Stadtklima. Auch Katharina Schüle-Rennschuh (CDU) unterstützte die Vorlage des Fachbereiches Stadtgrün. CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein war sich diesbezüglich aber nicht so sicher wie seine Parteifreundin. Er bat vor der Abstimmung um eine fünfminütige Auszeit, um sich mit seinen Fraktionskollegen zu beraten.

Das Ergebnis fiel mit zwei Stimmen Mehrheit für die Ausweisung als Schutzgebiet sehr knapp aus. Außergewöhnlich war das Abstimmungsverhalten von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), der mit einem Nein gegen die Vorlage seiner eigenen Verwaltung votierte.

Fläche in Weende nur 0,4 Hektar groß

Die nun aus dem Schutzstatus heraus zu lösende Fläche in Weende liegt am östlichen Ende der Zimmermannstraße und schließt direkt an im Flächennutzungsplan 2017 dargestellte Wohnbauflächen an. Hier soll Geschosswohnungsbau erfolgen und das Defizit an Wohnbedarfsflächen reduzieren. Die Fläche in Weende ist lediglich 0,4 Hektar groß. Im Vorfeld der Ratsentscheidung hatten Träger öffentlicher Belange die Gelegenheit, Anregungen und Bedenken vorzubringen, es gab aber keine. In der Beschlussvorlage heißt es unter dem Stichwort „Abwägung“: „Es entspricht einem zeitgemäßen Umgang mit dem Thema Naturschutz, die Abgrenzungen eines solchen Gebietes nicht endgültig und unveränderbar festzulegen.“

Von Ulrich Meinhard

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