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Göttingen Hemeln: Dorfmoderatoren gegen den demografischen Wandel
Die Region Göttingen Hemeln: Dorfmoderatoren gegen den demografischen Wandel
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19:31 07.08.2013
Von Gerald Kräft
Demografischer Wandel: Weserdorf Hemeln setzt auf sein Stärken und die Dorfgemeinschaft. Quelle: Hinzmann
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Hemeln

Es sollen viel mehr werden, die möglichst flächendeckend im Einsatz sind. Nortrud Riemann ist Dorfmoderatorin in Hemeln. Die 61-jährige Landschaftplanerin lebt zwar erst seit anderthalb Jahren im Weserdorf, moderiert  aber schon Dorfversammlungen und entwickelt eigene Ideen.

Das Klima sei locker, sagt Riemann. „Mir macht das Spaß“. Anfangs habe es Skepsis gegeben, so Ortsbürgermeister Alfred Urhahn (WGH), aber eine Neubürgerin könne unbelastet an Dinge herangehen. 

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Derzeit beteiligt sich der 1000-Einwohner-Ortsteil von Münden (mit Glashütte und Bursfelde) am Wettbewerb „Kerniges Dorf“.

„Stillstand wäre Rückschritt“

Mit Bürgerbeteiligung und einer Dorfversammlung wurden eine Bewerbung erstellt und Ideen vorgestellt, die die Lebensqualität verbessern können – zum Beispiel den Dorfanger aus dem „Dornröschenschlaf“ zu wecken, ihn für Veranstaltungen zu nutzen und eine Wintereisbahn einzurichten.

Hemeln hat schon eine lange Tradition, in Eigeninitiative Dinge auf die Beine zu stellen wie das Dorfgemeinschaftshaus Dreschscheune. Voriges Jahr wurde die Grundschule gerettet, auch mit Finanzierungszusagen aus dem Ort. „Wir haben noch Landlust“, sagt Urhahn.

Jeder Hemelner sei in mindestens zwei Vereinen. Noch gebe es kaum Leerstände und alles sei in Ordnung, aber „Stillstand wäre Rückschritt“.

Das Interesse am Projekt sei hoch gewesen, berichtet die Demografiebeauftragte des Landkreises, Regina Meyer. Dorfmoderatoren könnten alle ins Boot holen. Nötig seien konkrete Projekte und auch das Einlassen auf langwierige Prozesse. Am Anfang stand das Modellprojekt „Dorf mit Zukunft“ in Güntersen.

Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität

„Das sollte keine Eintagsfliege bleiben“, erklärt Kreisrätin Christel Wemheuer. Es habe sich gezeigt, dass auch aktive Menschen Unterstützung und Fortbildung benötigten.

Geld zur Finanzierung von vor Ort entwickelten Vorhaben zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität erwartet der Landkreis vom Land. 20 Millionen Euro für die Landkreise Göttingen und Osterode sind beantragt.

Die Dörfer müssten auf ihre Stärken schauen, nötig seien Identifikation und ein Wir-Gefühl, glaubt Landrat Bernhard Reuter (SPD).

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