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Göttingen Grimme stellt Werke beim Mittagstisch aus
Die Region Göttingen Grimme stellt Werke beim Mittagstisch aus
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09:00 26.01.2019
Herbert Grimme neben seinem Bild "Vertreibung". Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Eine Ausstellung mit Werken des Göttinger Künstlers Herbert Grimme ist am Freitagabend in den Räumen des Mittagstisches St. Michael an der Turmstraße eröffnet worden. Die Bilder können bis Mitte Mai täglich während der Essenszeiten von 12 bis 13.30 Uhr in Augenschein genommen werden.

Klimawandel und Nahost-Konflikt

Die kleinformatigen Farbdrucke mit Motiven aus der Toskana und der Diemardener Warte bilden die Ausnahme. Alle anderen Werke in den Speiseräumen haben einen politischen Hintergrund. Grimme ist Jahrgang 1937 und in all den Jahren zu dem Schluss gekommen, dass die Menschheit offensichtlich nicht aus Fehlern lernen kann. Darauf reagiert er aber nicht mit Defätismus, sondern legt immer wieder den Daumen in die Wunden. „Im Grunde ist das ganze Leben Politik“, sagt Grimme. In Mischtechniken hat er den Klimawandel verarbeitet, zeigt schmelzende Eisberge und spielt auf den Vulkan unterhalb Grönlands an. Auf großformatigen Acrylgemälden zeigt er Migranten, die an unsichtbare Grenzen stoßen, thematisiert den endlosen Nahost-Konflikt oder Guantanamo, das „es leider immer noch gibt“. Ein Mann mit Kapuze über dem Kopf, der tröstend seinen Sohn in den Armen hält, ist auf diesem Bild zu sehen. Aus der Klagemauer in Jerusalem wird eine „An-Klagemauer“. Grimme will damit anprangern, dass keine wirkliche Verständigung zwischen den Religionen zustande kommt .

Menschen unter Druck

„Verschwörung“ heißt ein weiteres Werk, das eine gewaltbereite Gruppe unter einem Baum zeigt. „Die Menschen stehen immer mehr unter Druck und werden mit Informationen überschüttet, die globalen Probleme vom Klimawandel bis zur Bevölkerungsexplosion aber nicht gelöst“, sagt Grimme, der vier Jahre lang in Nigeria gearbeitet hat: „Als Künstler sehe ich und will nicht wegsehen.“ Auf einigen Bildern öffnen sich Zeitfenster in Form zeitloser Phänomene wie Wolken am Himmel. Sie sollen das Geschehen relativieren und an die Vergänglichkeit gemahnen.

„Wir wünschen mit diesen Bildern in ungewohnter Umgebung anregende Gespräche, Zweifel, Zustimmung und Zurückweisung“, sagte Eberhard Walter, der die Ausstellung „gewollt und geplant“ hat, bei der Vernissage. Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Mittagstisch-Teams spricht von einem „auf Bescheidenheit basierenden Ausstellungskonzept, um in den Speiseräumen eine angenehme und anregende Atmosphäre zu schaffen“. An 365 Tagen im Jahr bietet der 1990 gegründete Mittagstisch Bedürftigen warme Mahlzeiten an. Ein vor allem über Spenden finanziertes Angebot, das täglich von 50 bis 70 Menschen wahrgenommen wird.

„Street Doves“ spielen Gospel und Country

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von den nach einem Todesfall vom Quartett zum Trio geschrumpften „Street Doves“. Die „Straßentauben“ Juliane Meyer, Charles Ollivierre und Andreas Winzen, die quasi zur Hausband von St. Michael geworden sind, spielten Gospel- und Countrysongs – von Klassikern wie „Peace in the Valley“, das vom ehemaligen Sklaven Thomas A. Dorsey geschrieben und unter anderem von Elvis Presley gesungen wurde, bis zu eigenen Stücken. Über Augen- und Ohrenschmaus hinaus konnten sich die Ausstellungsgäste über das ausgesprochen leckere Catering des Küchenteams freuen.

Von Kuno Mahnkopf

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