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Göttingen Herbsttagung der Südniedersächsischen Heimatforschung
Die Region Göttingen Herbsttagung der Südniedersächsischen Heimatforschung
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19:39 25.11.2010
Historischer Stich: die Hahnemühle im 18. Jahrhundert. Südniedersachsen war ein bevorzugter Standort für Papiermühlen.
Historischer Stich: die Hahnemühle im 18. Jahrhundert. Südniedersachsen war ein bevorzugter Standort für Papiermühlen. Quelle: EF
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Südniedersachsen war wegen großer Wasservorräte damals ein bevorzugter Standort.

Wie die Entwicklung der Papierherstellung zeigte, reichte die Bandbreite des Ausgangsmaterials von Lumpen zu Beginn des 19. Jahrhunderts über Rohstoffe wie Fichtenholz oder eine Lumpen-, Holzschliff- und Strohmischung während der „Lumpennot“ bis hin zur Verwendung von Zellstoff, der ab etwa 1880 den Durchbruch zur industriellen Produktion brachte. Im 20. Jahrhundert wurde die Beigabe von Altpapier ein weiterer Produktionsfaktor. Papier entwickelte sich zum Massenprodukt und Wohlstandsanzeiger. Von den zahlreichen Papierfabriken stehen heute in Südniedersachsen etwa noch Produktionsstätten in Alfeld, Herzberg und Relliehausen. Eine Ausstellung zur Papierherstellung zeigt das Heimatmuseum in Dassel.

Außerdem wurde ein Projekt von Göttinger Studierenden unter Leitung von Gudrun Pischke zur Ebstorfer Weltkarte vorgestellt. Die berühmte Karte mit den Ausmaßen von 3,60 Meter im Quadrat entstand im 13. Jahrhundert, vermutlich im Kloster Ebstorf bei Uelzen. Das Original verbrannte im Zweiten Weltkrieg, es gibt jedoch Kopien, unter anderem im Historischen Museum in Hannover. Die nach Osten ausgerichtete Darstellung zeigt die drei damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika, ein vierter ist angedeutet.

Geographische Gegebenheiten wie Städte, Meere, Flüsse und Gebirge sind angedeutet, zudem Szenen aus der Bibel. Perspektive der Karte ist das christliche Weltbild, Zentrum das himmlische Jerusalem. Im Vortrag wurden Details gezeigt, die man sonst kaum erkennen kann, so Birgit Schlegel, ASH-Fachkommission Volkskunde.

kah/eb