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Göttingen COPD-Patientin bekommt Unterstützung
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17:45 23.11.2018
Gabriele Kirbs hat Spenden aus der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein" erhalten. Wegen schwerer Erkrankungen ist sie ins soziale Abseits geraten und freut sich über die Weihnachtshilfe.
Gabriele Kirbs hat Spenden aus der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein" erhalten. Wegen schwerer Erkrankungen ist sie ins soziale Abseits geraten und freut sich über die Weihnachtshilfe. Quelle: Christina Hinzmann
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Immer wieder geraten Menschen in Not, werden Opfer von persönlichen Katastrophen und Tiefschlägen. Für diese Menschen sammelt die Weihnachtshilfe des Tageblatts „Keiner soll einsam sein“ in jedem Jahr Geld. Bereits seit etwa 15 Jahren leidet Gabriele Kirbs an der Lungenkrankheit COPD. Seit Februar dieses Jahres ist sie deshalb auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Verschlechterung durch Influenza

Bei COPD ist die Atemstromstärke eingeschränkt, die Patienten leiden unter Husten und Atemnot bei Belastung. „Die Krankheit hat sich dadurch, dass ich mich mit der Influenza A angesteckt habe, verschlechtert“, berichtet Kirbs. Doch nicht nur die Krankheit macht der 70-Jährigen zu schaffen, sondern auch die zahlreichen Schicksalsschläge, die sie in ihrem Leben erlitten hat. Vor allem der Tod ihres Sohnes vor fünf Jahren und der ihres Mannes vor zwei Jahren belasten sie noch immer. „Mein Mann und ich waren immer füreinander da“, sagt Kirbs. Nach seinem Tod sei zusätzlich auch der Kontakt zu seiner Familie abgebrochen, sodass sie ohne familiäre Hilfe den Verlust verarbeiten musste. Deshalb habe sie sich für Gespräche an die Stadtverwaltung gewandt. „Ich brauchte einfach jemanden, mit dem ich über die Situation reden kann“, sagt sie. Dies sei für sie wichtig, um rauslassen zu können, was sie bedrücke. Zudem habe sie vonseiten der Stadt auch Hilfe erhalten, wenn sie mit Unterlagen nicht zurechtgekommen sei.

Hilfe von Nachbarn

Seit September vergangen Jahres ist Kirbs bei der Erledigung ihres Haushalts auf eine Haushaltshilfe angewiesen. „Ich kann auch nicht mehr Kochen, weil ich die Kochdämpfe nicht mehr vertrage“, erklärt Kirbs. Hier erhalte sie aber Hilfe von einer Nachbarin, die ihr Essen vorbeibringe. Ein weiterer Nachbar gehe für sie einkaufen. „Mehr Unterstützung habe ich nicht“, sagt Kirbs. Zusätzlich zu ihrer Lungenkrankheit hat Kirbs seit dem Tod ihres Mannes auch Probleme mit den Beinen und ist daher mittlerweile auf den Rollstuhl angewiesen. Froh ist sie darüber, dass sie eine Wohnung im Erdgeschoss hat, denn Treppen kann sie schon seit Längerem nicht mehr bewältigen.

Kein Kontakt zu Enkeln

Der Tod ihres Mannes hat Kirbs stark mitgenommen, und noch heute kommen ihr bei der Erinnerung an ihren Mann die Tränen. „Wir hatten eine gute Ehe“, berichtet sie unter Tränen. Er sei zudem eine große Stütze gewesen und habe unter anderem das Kochen übernommen. Gemeinsam hätten sie auch gern Spaziergänge unternommen. Sie habe die letzten Stunden bis zu seinem Tod an seinem Bett im Krankenhaus gesessen. Die 70-Jährige leidet zudem darunter, dass sie zu den beiden Kindern ihres Sohnes keinen Kontakt mehr hat. „Ich hätte sie gern öfter gesehen“, seufzt sie.

Hündin als Begleiterin

Die einzige Freude, die ihr über all die Jahre erhalten geblieben ist, ist ihr Hündin. Diese möchte sie auch trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nicht abgeben. „Mein Mann hat ihr schon beigebracht, dass sie allein rausgeht. Und das macht sie jetzt auch noch“, erklärt Kirbs. Dankbar ist sie auch über die erhaltene Hilfe aus der Weihnachtshilfe des Tageblatts. „Das hat mir wirklich weitergeholfen“, freut sie sich.

Eine ihrer großen Hoffnungen, dass ihre Krankheit heilbar sein wird, hat sich ebenfalls nicht erfüllt. Denn COPD ist noch immer unheilbar. Als besonders schlimm empfindet sie die Situationen, wenn sie aufgrund ihrer Erkrankung wieder einmal nicht genug Luft bekommt. Ziele für die Zukunft hat Kirbs keine mehr, da sie wegen des Sauerstoffgerätes kaum noch die Wohnung verlassen könne.

Von Vera Wölk

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