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Göttingen Gegen die Hitze: Hilfe für Pflanzen und Insekten
Die Region Göttingen Gegen die Hitze: Hilfe für Pflanzen und Insekten
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17:50 25.07.2019
So könnte eine Insektentränke aussehen. Quelle: Foto: R
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Göttingen

Es nimmt kein Ende: Die Hitze bleibt, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Am Wochenende drohen im Landkreis Göttingen Temperaturen bis zu 39 Grad. Kalte Duschen, Ventilatoren und kühle Getränke sind Optionen für den Menschen, um die Hitze zu überstehen. Unter der derzeitigen Wärmebelastungen leiden allerdings auch Pflanzen, Insekten und Bäume, die sich nur bedingt vor der intensiven Hitze schützen können. Deshalb hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) darauf hingewiesen, dass der Mensch der Natur unter die Arme greifen kann.

Bewässerung für Jungbäume

Die Bodentrockenheit macht den Jungbäumen im Stadtgebiet Göttingen zu schaffen. Wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung vermeldet, versorgen die Freiwilligen Feuerwehren die innerörtlichen Jungbäume mit Wasser. Dafür kommen sogenannte Bewässerungssäcke zum Einsatz. Diese Säcke, mit einem Fassungsvermögen von 60 Liter, werden an dem Stamm der Bäume angebracht. „Sie haben den Vorteil, dass sie das Wasser langsam über einen Zeitraum von fünf bis acht Stunden abgeben“, heißt es in der Pressemitteilung. So soll ausreichend Wasser an die Wurzeln gelangen. Derzeit werden sie an die Jungbäume am Maschmühlenweg, an der Groner und Weender Straße, auf der Obstwiese an der Steinmetzkurve, Am Leinufer und auf dem Bartholomäus-Friedhof angebracht. Rund 70 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und 20 Löschfahrzeuge wiederholen die Aktion alle 14 Tage.

Insekten brauchen Wasser

„Die kurzen Regenfälle bringen den Jungbäumen nichts. Deshalb sind die Bewässerungssäcke sinnvoll. Sie spenden Wasser, das auch die Wurzeln erreicht“, sagt Katarina Fiedler, die sich ehrenamtlich für die Kreisgruppe Göttingen des BUND engagiert. Im Gespräch mit dem Tageblatt bestätigt sie, dass die Hitze auch den heimischen Insekten zu schaffen macht. Insbesondere Bienen und Hummeln, die auf spezielle Pflanzen angewiesen sind und lange Flugstrecken zurücklegen, benötigen ausreichend Wasser. Es gäbe einige Methoden, wie Krabbeltiere bei den Temperaturen unterstützt werden können. „Am Besten eignet sich eine Insektentränke. Dafür wird eine mit Wasser, Moos und Steinen befüllte Schale aufgestellt.“ Die Schale sollte flach sein, damit die Insekten nicht ertrinken. Auf dem Moos und den Steinen können sie pausieren. Die Tränke können auch Vögel nutzen.

Ferner sollten ausreichend Blüten für Bestäuber zur Verfügung stehen. Der scharfe Hahnenfuß, besser bekannt als Butterblume, die rundblättrige Glockenblume und der Natternkopf wachsen häufig in heimischen Gärten. Fiedler rät, diese nicht zu entfernen. „Solche Blumen sind gut für Hummeln und Mauerbienen.“ So sollte auch der Rasen nicht zu kurz gemäht werden. Der Lavendel sei eine weitere Pflanze, die insbesondere für Hummeln von Vorteil ist. „Den kann man im Garten aber auch auf auf dem Balkon pflanzen“, ergänzt Fiedler.

Pflanzen bewässern

„Es ist wichtig, dass man die Bäume und Pflanzen im eigenen Garten nicht zweimal am Tag gießt“, betont die Ehrenamtliche. Ansonsten gewöhne sich die Pflanze an die regelmäßige Wasserzufuhr und könne sich die Wasserreserven nicht eigenständig einteilen. Vertrocknung bei hohen Temperaturen könnte die Folge sein. So ist auch das kontinuierliche Rasensprengen nicht hilfreich. Werde der Rasen bei Sonne bewässert, verdunste das Wasser unverzüglich. Das gelte auch für Pflanzen. Erreicht das Wasser nur die Blütenblätter, verdunstet es und die Pflanze könnte vertrocknen. Deshalb rät Fiedler Pflanzen, Bäume und Rasen einmal in der Woche abends zu gießen. „Am Besten einmal kräftig mit viel Wasser.“ Empfehlenswert sei es, die Pflanzen und Bäume direkt am Boden und am Stamm zu gießen. So erreiche das Wasser auch die Wurzeln. Ebenfalls seien Regentonnen, so Fiedler, eine gute Anschaffung. Das Auffangwasser kann zur Bewässerung genutzt und Trinkwasser eingespart werden.

Blühstreifen und wilde Flächen

Immer mehr Landwirte tendieren dazu, Blühstreifen anzulegen, häufig am Acker- und Feldrand. So werden bestimmte Saatmischungen und heimische Wildpflanzen angepflanzt, um den Insekten ein breites Nahrungsangebot zu bieten. Da bestimmte Wildinsekten, wie etwa einige Hummelarten, von speziellen Blumen abhängig sind, sollten Landwirte unterschiedliche Pflanzen anlegen. So können zudem insgesamt mehr Insekten versorgt werden. Im heimischen Garten ist eine solche Maßnahme möglich, wenn Flächen im Garten nicht überpflegt oder gemäht werden. So können etwa Butterblumen gedeihen. Die Mitarbeiter des NABU-Göttingen empfehlen, den heimischen Rasen zwischen Mai und September zu mähen.

Von Laura Giebner

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